James Gaffigan zum Generalmusikdirektor ernannt

Erina Yashima wird Erste Kapellmeisterin
James Gaffigan wird Generalmusikdirektor an der Komischen Oper Berlin © Ole Wuttudal
James Gaffigan wird mit Beginn der Spielzeit 2023/24 Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Susanne Moser, Geschäftsführende Direktorin sowie designierte Ko-Intendantin, und Philip Bröking, Operndirektor und designierter Ko-Intendant, stellten den designierten Generalmusikdirektor am Dienstagvormittag in der Komischen Oper Berlin vor. Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa und Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Oper in Berlin, übersandte ein digitales Grußwort.
Grußwort von Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa
Der US-Amerikaner James Gaffigan zählt zu den herausragenden Dirigenten seiner Generation und wird vor allem für seine natürliche Leichtigkeit und zwingende Musikalität gefeiert. Ob im Konzert oder im Musiktheater – sein vielfältiges Können sorgt international für Aufmerksamkeit. Derzeit bekleidet er leitende künstlerische Positionen beim Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, beim Trondheim Symfoniorkester & Opera, beim Verbier Festival Junior Orchestra sowie beim Nederlands Radio Filharmonisch Orkest. Im Sommer 2021 beendete er sein zehnjähriges Wirken als Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters. Als Gastdirigent leitet er regelmäßig renommierte Konzert- und Opernorchestern in Europa, Nordamerika und Asien, darunter die Klangkörper der Metropolitan Opera, der Opéra national de Paris und der Bayerischen Staatsoper, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das London Symphony Orchestra, das Royal Concertgebouw Orchestra, die Wiener Symphoniker, das Mozarteum Orchester Salzburg, das Orchestra of the Age of Enlightenment und das Tonhalle-Orchester Zürich.
Grußwort von James Gaffigan, Generalmusikdirektor ab 2023/24
Derzeit ist James Gaffigan sehr präsent in Berlin: Er dirigierte im Dezember Vorstellungen an der Deutschen Oper Berlin, leitete gerade die Silvester- und Neujahrskonzerte des Deutschen Symphonie-Orchesters im Tempodrom und ist am 9. Januar 2022 mit der Staatskapelle im Pierre Boulez Saal zu Gast.

Sein Vertrag an der Komischen Oper Berlin läuft über vier Jahre bis zum Sommer 2027. Bereits vor dem offiziellen Beginn seiner Amtszeit übernimmt James Gaffigan das Dirigat eines Sinfoniekonzerts in der nächsten Saison.

Schon in der Spielzeit 2022/23, vor dem Auszug aus dem Stammhaus in der Behrenstraße, tritt die in Heilbronn geborene Dirigentin Erina Yashima ihren Posten als Erste Kapellmeisterin der Komischen Oper Berlin an. In dieser Saison wird sie am Haus zwei Wiederaufnahmen, eine Übernahme, eine Premiere sowie ein Sinfoniekonzert dirigieren.
Grußwort von Erina Yashima, Erste Kapellmeisterin ab 2022/23

Who is who?

© Vera Hartmann

Der US-Amerikaner James Gaffigan zählt zu den herausragenden Dirigenten seiner Generation und wird vor allem für seine natürliche Leichtigkeit und mitreißende Musikalität gefeiert. Ob im Konzert oder im Musiktheater – sein Können sorgt international für Aufmerksamkeit.

Mit Beginn der Spielzeit 2023/24 wird er für vier Jahre Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Seit der Saison 2021/22 ist James Gaffigan Musikalischer Leiter des Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia. Er ist zudem Principal Guest Conductor des Trondheim Symfoniorkester & Opera und des niederländischen Radio Filharmonisch Orkest sowie Musikalischer Leiter des Verbier Festival Junior Orchestra. Bis Juni 2021 war James Gaffigan Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters, wo er in den zehn Jahren seines Wirkens das Profil des Orchesters entscheidend geprägt hat, sowohl in der Heimat als auch durch erfolgreiche Tourneen und Einspielungen im Ausland.

James Gaffigan ist ein gefragter Gast bei führenden Orchestern und an Opernhäusern in Nordamerika und Europa. In der Spielzeit 2021/22 leitet er Produktionen an der Opéra national de Paris (Manon), an der Metropolitan Opera New York (Eugen Onegin und Le nozze di Figaro), am Opernhaus in Valencia (Wozzeck), beim NederlandsRadio Filharmonisch Orkest (Le Grand Macabre) und an der Santa Fe Opera (Tristan und Isolde). Auf dem Programm stehen weiterhin Konzertengagements beim Chicago Symphony Orchestra, beim Atlanta und Cincinnati Symphony, beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin sowie beim Nederlands Radio Filharmonisch Orkest und Trondheim Symfoniorkester.

Jüngste Highlights sind Auftritte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, dem London Symphony Orchestra, London Philharmonic Orchestra, Royal Concertgebouw Orchestra, dem Orchestre de Paris, Rotterdam Philharmonic Orchestra, den Wiener Syphonikern, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Tonhalle-Orchester Zürich, Tokyo Metropolitan und Seoul Philharmonic.

In Nordamerika arbeitet James Gaffigan regelmäßig mit einer Vielzahl von Orchestern zusammen, darunter New York Philharmonic, Cleveland Orchestra, Chicago Symphony, Philadelphia Orchestra, San Francisco Symphony, National Symphony Orchestra, Pittsburgh Symphony, Atlanta Symphony, Toronto Symphony, Orchestre Symphonique de Montréal und Los Angeles Philharmonic.

Als regelmäßiger Gast an der Metropolitan Opera New York und der Bayerischen Staatsoper in München ist das Musiktheater eine wichtige Säule der künstlerischen Arbeit von James Gaffigan. Er dirigierte außerdem am Opernhaus Zürich, an der Wiener Staatsoper, der Staatsoper Hamburg, der Dutch National Opera, der Lyric Opera of Chicago, der Santa Fe Opera sowie beim Glyndebourne Festival.

2004 gewann James Gaffigan den Ersten Preis des Sir Georg Solti International Conducting Competition. 2009 beendete er einen Drei-Jahres-Vertrag als Associate Conductor beim San Francisco Symphony, eine Position, die Michael Tilson Thomas eigens für ihn geschaffen hat. Davor arbeitete er als Assistant Conductor beim Cleveland Orchestra eng mit dem dortigen Music Director Franz Welser-Möst zusammen.

Mit großer Leidenschaft für die Musikausbildung und gewissermaßen als Produkt des öffentlichen Schulsystems in New York City wuchs James Gaffigan in Staten Island auf und wurde an der LaGuardia High School of Music and Art ausgebildet, bevor er sich dem Dirigierstudium widmete.
© Todd Rosenberg

Die in Heilbronn geborene Dirigentin Erina Yashima übernimmt in der Saison 2022/23 die Position der Ersten Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin. Derzeit ist sie Assistant Conductor des Philadelphia Orchestra, wo sie seit 2019 dem Musikalischen Direktor Yannick Nézet-Séguin sowie weiteren Gastdirigent*innen assistiert und selbst Konzertprogramme dirigiert.



Erina Yashima zählt zu den gefragten jungen Talenten und arbeitet bereits weltweit mit namhaften Ensembles und Orchestern zusammen. Zu den jüngsten Highlights zählen ihr Debüt in der Arena di Verona sowie ihre Rückkehr zum Chicago Symphony Orchestra, ebenso ihre Debüts mit dem San Francisco Symphony, dem Aspen Chamber Symphony sowie dem Rostov State Philharmonic und beim Colorado Music Festival sowie eine Neuproduktion von Mozarts Don Giovanni am Teatro di Pisa.

In der Saison 2021/22 gibt Erina Yashima unter anderem ihre Debüts beim Seoul Philharmonic Orchestra, bei der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem Orchestra della Toscana, dem Orchestre Métropolitain de Montréal, bei Albany Symphony, bei Eugene Symphony, beim Royal Scottish National Orchestra und bei den Niederrheinischen Sinfonikern. Im Bereich Oper wird sie als Hausdebüt eine Neuproduktion von Mozarts Così fan tutte an der Washington National Opera im Kennedy Center dirigieren und Rusalka am Theater Krefeld und Mönchengladbach leiten.

Seit 2015 studiert Erina Yashima intensiv mit Riccardo Muti. Als Stipendiatin der Sir Georg Solti Conducting Apprenticeship des Chicago Symphony Orchestra assistierte sie Riccardo Muti, dirigierte regelmäßig das Civic Orchestra of Chicago und arbeitete mit namhaften Gastsolisten und -dirigenten zusammen, darunter Yo-Yo Ma, Esa-Pekka Salonen, Christoph Eschenbach und Edward Gardner.

Erina Yashima ist gleichermaßen im Musiktheater und auf dem Konzertpodium zu Hause. Sie debütierte 2017 mit einer Kinderproduktion von Der Schauspieldirektor bei den Salzburger Festspielen. 2019 dirigierte sie Mozarts Le nozze di Figaro in Novara und Ravenna sowie Rossinis La Cenerentola, zunächst 2017 in Lucca und Ravenna sowie 2018 in Piacenza mit dem Luigi Cherubini Youth Orchestra. Zuvor war sie als Korrepetitorin mit Dirigierverpflichtung am Pfalztheater Kaiserslautern.

Als eine von drei Finalist*innen des renommierten Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award trat Erina Yashima mit der Camerata Salzburg bei den Salzburger Festspielen 2018 auf. Im selben Jahr assistierte sie außerdem Zubin Mehta und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Weitere Orchester, mit denen sie aufgetreten ist, sind unter anderem das Berliner Konzerthausorchester, die Württembergische Philharmonie Reutlingen, die Transylvania State Philharmonic of Cluj-Napoca, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt-Oder und das Orchestra Sinfonica di Sanremo.

Im Jahr 2015 nahm Erina Yashima an der Italian Opera Academy in Ravenna teil, wo sie sich gemeinsam mit Riccardo Muti Verdis Falstaff erarbeitete, sowie an einer Meisterklasse mit Bernard Haitink beim Lucerne Festival. Sie war unter anderem Finalistin beim Workshop INTERAKTION, bei dem sie Mitglieder der Berliner Philharmoniker, der Staatskapelle Berlin und Sächsischen Staatskapelle Dresden dirigierte.

Erina Yashima begann ihre Ausbildung am Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) der Hochschule für Musik, Theater und Medien in ihrer Heimatstadt Hannover und studierte Klavier bei Bernd Goetzke. Ihren ersten Dirigierunterricht erhielt sie im Alter von 14 Jahren. Nachdem sie in Freiburg bei Scott Sandmeier und in Wien bei Mark Stringer studiert hatte, schloss sie ihr Dirigierstudium an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Christian Ehwald und Hans-Dieter Baum ab.

Und das sagen ...

Dr. Klaus Lederer: »Der bevorstehende Auszug aus dem Gebäude der Komischen Oper Berlin anlässlich der bevorstehenden Sanierung ist für James Gaffigan und das Haus die Chance, ungewöhnliche Projekte an ungewöhnlichen Orten aufzuführen, Berlin wirklich kennenzulernen – zusammen mit den ungeheuer flexiblen und vielseitigen Ensembles, den Solistinnen und Solisten, Chorsolisten, dem Orchester und den Mitarbeiterinnen der Komischen Oper Berlin. Ich freue mich ungemein, dass wir mit James Gaffigan einen weiteren jungen, aufstrebenden Dirigenten in Berlin, an der Komischen Oper, begrüßen dürfen!
Erina Yashima wird bereits ab der nächsten Saison, der ersten Spielzeit unter der Intendanz Moser/Bröking, als Erste Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin zu erleben sein. Sie schließt damit die Lücke und sorgt für einen guten Übergang bis zum Amtsantritt des neuen Generalmusikdirektors.«

Susanne Moser und Philip Bröking (Intendanz ab 2022/23): »James Gaffigan passt perfekt zum Profil der Komischen Oper Berlin: Er ist ein Teamplayer, jung und neugierig, erfahren und stilsicher zugleich. Sein vielfältiges Repertoire und sein Interesse – gerade auch in der Musiktheatervermittlung – wird uns in den kommenden Spielzeiten helfen, die unterschiedlichen Aufgaben während der bevorstehenden Sanierung der Komischen Oper zu meistern. Wir freuen uns: menschlich und künstlerisch!
Erina Yashima ist eine vielversprechende, junge Dirigentin, die uns bei Ihrem souveränen und lebendigen Vordirigat beeindruckt und sofort überzeugt und hat. Schön, dass sie sich trotz zahlreicher Angebote entschieden hat, ihre Karriere als Erste Kapellmeisterin bei uns an der Komischen Oper zu beginnen.«

James Gaffigan: »Als ich zum ersten Mal nach Berlin kam, habe ich sofort gespürt, dass die Stadt etwas mit meiner Heimatstadt New York verbindet – eine besondere Offenheit. Beide Städte sind offen für alle Menschen, unabhängig von kultureller oder sozialer Herkunft, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Und im Herzen dieser Stadt liegt mit der Komischen Oper Berlin ein einzigartiges kulturelles Zentrum, das für Menschen aus der ganzen Welt eine Art Refugium ist und – ganz nach Bedarf – Konzert oder Musiktheater, Unterhaltung oder Stimulation, Reflexion oder Inspiration bietet. Ich bin stolz darauf, diese Institution als Generalmusikdirektor und Mitglied des künstlerischen Leitungsteam, gemeinsam mit dem wunderbaren Orchester und dem gesamten Ensemble in Zukunft mitzuprägen. Ich bin dankbar dafür, dass ich seit frühester Kindheit intensiv in den Genuss von Bildung und Kultur kommen durfte, was ohne das öffentliche Bildungssystem der Stadt New York nicht möglich gewesen wäre, da mir von Haus aus die Mittel dazu fehlten. Ich sehe meine Aufgabe daher auch darin, etwas von diesem Geschenk zurückzugeben. Ich freue mich darauf, das an der Komischen Oper Berlin zu tun.«