Ein Kind, das auszog, sich selbst zu finden

Die Kinderoper Nils Holgerssons wundersame Abenteuer ist eine fantastische Geschichte über Neugier, Courage und den Ernst tiefer Freundschaft – erzählt mit dem Blick aus Kinderaugen. Farbenfroh und verspielt porträtiert das Stück einen Jungen, der sich selbst findet, als er über sich selbst hinauswächst. Im Gespräch erzählen die Librettistin Susanne Felicitas Wolf und die Komponistin Elena Kats-Chernin, wie aus einem Kinderroman eine Oper entsteht, über das Besondere, Musiktheater für Kinder zu schreiben und welches Geschenk sie Nils Holgersson gemacht haben.
Nils Holgersson ist ein Junge, der von seinen Gefühlen überwältigt ist und noch keinen richtigen Weg gefunden hat, mit ihnen umzugehen. Wie haben Sie sich dieser Gefühlswelt, diesem wilden Jungen angenähert?

Susanna Felicitas Wolf: Nachdem ich den Roman gelesen hatte, war mir sehr schnell klar, was nicht im Stück vorkommen sollte. Ich schätze die Autorin Selma Lagerlöf sehr, weil sie ihrer Zeit so weit voraus war im politischen und sozialen Denken, ihrem Einsatz für Frauenrechte und vielem mehr. Dennoch ist ihr Roman teilweise natürlich von seiner Entstehungszeit, dem Beginn des 20. Jahrhunderts und den damaligen Erziehungs-Ideen und Methoden geprägt. Mir ging es darum, Nils Holgersson als einen besonderen, aber nicht bösartigen Jungen, zu zeichnen. Für mich ist Nils ein Junge, der sich mit sich selbst überhaupt noch nicht auskennt, der von der Welt, die auf ihn einprasselt, überfordert ist. Diese Farben habe ich unserem Nils gegeben.
Nils Holgersson ist also liebevoller und aufgeweckter, als er von Selma Lagerlöf am Anfang des Buches gezeichnet wird?

Susanne Felicitas Wolf: Nils Holgersson ist ein außergewöhnlicher Junge, der sich auf eine außergewöhnliche Reise begibt, auch in sein eigenes Innenleben. Durch die Begegnung mit den Tieren und der Natur entdeckt er unglaubliche Qualitäten in sich selbst. Er hat eine Neugier, von der wir alle etwas lernen können.

Elena Kats-Chernin: Selma Lagerlöfs Geschichte ist eigentlich eine Erzählung über einen Jungen, der auf Wichtelgröße geschrumpft wurde und dennoch in seinem Herzen, in seiner Moral und mit seiner Hilfsbereitschaft wächst. Seine Abenteuer zeigen ihm, wie mutig er sein kann. Nils ist ein Junge mit Courage! Und es geht auch um den Ernst von tiefen Freundschaften – wie die zwischen Nils und der Hausgans Marten.

Susanne Felicitas Wolf: Mut, Courage, Freundschaft sind auch für mich essentielle Motive des Originalromans. Was die theatrale Umsetzung betrifft: Es gibt so viele unglaubliche Szenen im Buch, die sich leicht in einem Trickfilm verwirklichen ließen, die aber auf einer Opernbühne gar nicht realisiert werden können, weil ihnen die innewohnende Dramatik fehlt. Spannend fand ich, dass das Thema Umwelt bei Lagerlöf schon eine wichtige Rolle spielt, und ich wusste von Anfang an, dass eine Episode davon in der Oper vorkommen muss. Und so habe ich die Geschichte der Bauern eingebaut, die einen See trockenlegen wollen, um mehr Geld zu erwirtschaften und damit den Lebensraum der Tiere gefährden. Nils hilft, sie alle zu retten.
Die Erlebnisse, Erfahrungen und Träume von Nils Holgersson sind vielen Kindern sicher bekannt. Wie nah fühlen Sie sich der Figur Nils Holgersson? Wie sehr fühlten Sie sich an ihre eigene Kindheit erinnert?

Susanne Felicitas Wolf: Meine eigene Kindheit ist beim Schreiben für Kinder sicherlich ein ständiger Begleiter. Ich schreibe Stücke für Kinder so, wie ich sie selbst gern als Kind gesehen hätte. Bei der Geschichte von Nils Holgersson finde ich mich durchaus wieder – eine wunderbare Fantasiewelt, ich hätte es mir gewünscht mit Tieren zu reden, ihnen zu helfen und fliegen zu können. Und das Gefühl des Nichtverstandenseins oder mit sich allein zu sein, kann ich sehr gut nachvollziehen.

Elena Kats-Chernin: Ich kann mich gut erinnern, wie schwer es für meine Mutter war, mich und meine Schwester morgens aus dem Bett zu bekommen. Und auch, dass sie mit uns schimpfen musste, weil wir nicht das taten, was sie sich von uns wünschte, genauso wie in der ersten Szene von Nils Holgerssons wundersame Abenteuer. In meiner Kindheit drehte sich Vieles um Eislaufen, Schule und Klavierspielen. Mit Klavierspielen fing ich mit vier Jahren an. Seitdem ist das Klavierspielen meine Welt, die mich glücklich macht. Und meine verspielte Neugier von damals habe ich mir bis heute erhalten. Am Klavier konnte ich aber auch erleben, wie ich wuchs: ich hatte immer Bücher unter meinen Füßen. Und jedes Mal war ich glücklich, wenn ich wieder ein Buch weniger brauchte. So muss sich auch Nils Holgersson nach jedem seiner Abenteuer fühlen, das ihn „größer“ macht.
Komponistin Elena Kats-Chernin und Librettistin Susanne Felictas Wolf im Foyer der Komischen Oper Berlin
Komponistin Elena Kats-Chernin und Librettistin Susanne Felicitas Wolf während einer Probenpause in der Komischen Oper Berlin @Schillertheater
Sie beide haben schon Werke für Erwachsene als auch Kinder geschrieben. Macht es einen Unterschied, Musiktheater für jüngeres Publikum zu texten und zu komponieren?

Elena Kats-Chernin: Ich schreibe für Kinder mit dem gleichen Engagement wie für Erwachsene. Nils Holgersson ist ein fantasievolles Märchen. Und diese Fantasie muss sich in der Musik widerspiegeln. Davon lasse ich mich leiten – wie muss zum Beispiel der Auftritt des Wichtels klingen? Das ist eine kleine Figur, die sich schnell bewegt. Das musste sich lustig anhören und so stellte ich mir diese Szene vor und versuchte auf dem Klavier zuerst eine Skizze zum Libretto zu zeichnen. Jetzt wird diese Szene von der Piccolo-Flöte begleitet in schnellen Tonleiterartigen Läufen. Die Klavierfassung zum Text ist für mich wie eine Schwarz-Weißzeichnung, die ich beim Orchestrieren zu einem Gemälde ausarbeite, für das ich die Farben wähle. Das kann ein leuchtendes Rot sein oder ein sanfteres Pastellblau. Aber ganz wichtig ist: man muss mit dem Herzen dabei sein, sonst genießt man es nicht.

Susanne Felicitas Wolf: Ich finde, dass man Kinder ernst nehmen und ihrer Fantasie Raum geben muss, um sie gut zu unterhalten und auf feine Weise zu berühren. Musiktheater für Kinder zu schreiben, bietet kostbare Möglichkeiten, weil man auf sehr besondere, subtile und eben durch Musik getragene Weise Inhalte vermitteln kann. Ich glaube, dass Verspieltheit, Poesie, Humor, Spannung für Kinder wichtig sind. Es sind auch theatrale Mittel, mit denen sich wunderbar über Freundschaft, Zusammenhalt und das Erkennen von persönlichen Stärken erzählen lässt.
Johannes Dunz als Fuchs Smirre, Szene aus Nils Holgerssons wundersame Abenteuer
Ein bezaubernder Loser, der gefährlich wirken will: Johannes Dunz als Fuchs Smirre
Auch für sie war die Arbeit an Nils Holgerssons wundersam Abenteuer eine einjährige Reise von der ersten Idee bis zur fertigen Kinderoper. Wie haben Sie zusammengearbeitet?

Elena Kats-Chernin: Wir haben generell eine besondere Arbeitsweise miteinander. Nils Holgerssons wundersame Abenteuer ist die fünfte Oper, die wir gemeinsam geschrieben haben. Im optimalen Fall läuft das so: Wenn Susanne das Libretto fertig geschrieben hat, treffen wir uns in einem Probenraum und ich beginne zu den Texten auf dem Klavier zu improvisieren. Die Phase läuft über mehrere Wochen. Susanne hat die unglaubliche Gabe, sofort zu spüren, ob ich mit meinen Ideen „richtig“ liege in Bezug auf die Figuren und Situationen. Und darüber tauschen wir uns aus, suchen Zeile für Zeile, Takt für Takt nach dem stimmigen Klang.

Sei beide wohnen in unterschiedlichen Städten, sogar auf unterschiedlichen Kontinenten. Wie arbeiten Sie dann zusammen, wenn Sie sich nicht an einem Ort treffen können?

Elena Kats-Chernin: Das stimmt, ich wohne in Sydney, Susanne in Wien. Im Fall von Nils haben wir nur per Videokonferenz zusammengearbeitet. Ich komponierte und Susanne überprüfte, ob Text und Musik zusammenflossen. Ich kann mich erinnern, wie ich immer das Klacken der Tastatur von Susannes Laptop gehört habe. Susanne ist sehr schnell und hat den Text sozusagen in ‚Realtime‘ geändert und mir dann zugeschickt. Ich war und bin immer überrascht, welche schönen Worte und Wendungen Susanne findet. Das ist selten, dass man jemanden trifft mit dem oder der das Zusammenarbeiten so funktioniert, das ist pure Glückssache. Wir verdanken diesen Glücksfall der Komischen Oper Berlin und vor allem Barrie Kosky, der uns zusammengebracht hat.

Susanne Felicitas Wolf: Manchmal ist es so, dass wir sofort die Richtung wissen, die eine Szene erfordert. Bei Nils Holgersson gibt es ein Duett, „Herzen unter Daunenfedern“. Da war uns sofort klar, dass die Nummer ein Walzer sein musste. Elena hat eine besondere, wundervolle Gabe, Tanzmusik zu schreiben, und so geht das Duett vom Walzer in einen Tango über, um dann wieder in einem Walzer zu enden. Manche Farben oder Situationen haben wir nach und nach gefunden, etwa ein Motiv, dass das skandinavische Flair widerspiegelt. Unsere Arbeit ist bis zum Schluss, ein organischer und immer wieder überraschender Prozess…

Elena Kats-Chernin: Das stimmt, wir haben uns von Entwurf zu Entwurf voran gearbeitet, bis wir eine erste Fassung hatten, die ich orchestrieren konnte. Manchmal spielen einzelne Instrumente solistisch, um die Situation zu „highlighten“. Manchmal sind es nur ein paar Takte, die plötzlich etwas charakterisieren. Für den Fuchs Smirre setze ich zum Beispiel eine Trompete ein, um zu unterstreichen, dass er nicht so harmlos ist…

Susanne Felicitas Wolf: …aber auch nicht wirklich gefährlich ist. Wir haben dem Fuchs ein Lied geschrieben, das eher nach einer Revuenummer und Cabaret klingt. Er singt in diesem Solo darüber, wie großartig er ist. Aber eigentlich ist er eher unser Pausenclown, ein bezaubernder Loser.

Elena Kats-Chernin: Für die Ratten-Episode habe ich mehr auf tiefe Töne bei Fagott und Kontrabässen gesetzt. Das Orchester spielt teils eine Art „Krimimusik“, um ihre Bedrohlichkeit und Entschlossenheit zu zeigen, mit der sie die Speisekammern auf Burg Glimmingehuus ausrauben wollen. Auch die Flöte ist in dieser Szene sehr wichtig, weil sie Teil der Erzählung ist. Aber ich versuche nicht, die Figuren mit einzelnen Instrumenten zu illustrieren. Wichtiger ist mir der Kontrast, die Balance von Szene zu Szene, die unverwechselbar sein müssen. Ich nutze oft Streichinstrumente und ein paar Holzbläser, Glockenspiel, Harfe und Klavier für kleine und intime Momente, die eine lyrische, ganz dünne Klangtextur erzeugen. Zum Beispiel beim Duett von Daunenfein und Marten. Da spielt eine Solo-Violine, um die lyrische, romantische Atmosphäre zu unterstreichen. Und dann gibt es wieder Momente, wie die Flugsequenzen der Wildgänse, die ganz „groß“ – also opulenter - klingen müssen.
Caspar Krieger als Nils Holgersson und Alma Sadé als Daunenfein
Lyrisches Duett: Caspar Krieger als Nils Holgersson und Alma Sadé als Daunenfein
Sie haben das Schreiben der Kinderoper als einjähringe, intensive Zusammenarbeit beschrieben, der in dem Stück für Stück an der Geschichte um Nils Holgersson und seiner Reise gefeilt haben. An welcher Szene haben Sie am längsten gearbeitet?

Elena Kats-Chernin: Ich glaube, es war die Abschiedsszene zwischen Nils Holgersson und den Wildgänsen. Da hatten wir beide eine schöne Lösung gefunden, die wir beide auch sehr mochten. Aber sie wirkte ein wenig zu hoffnungslos. In der Endfassung unserer Oper habe ich eine lichtvollere und leichtere Version gefunden – in AS-Dur.

Susanne Felicitas Wolf: Wir wollten nicht, dass das Stück mit einem schmerzvollen Abschied endet. Am Ende steht nun ein großes „Geschenk“ im Mittelpunkt, die Quintessenz der Reise. Nils singt in seiner Schlussarie darüber, dass er sich selbst gefunden hat. Dafür wird er richtig gefeiert – ja, in gewisser Weise wird er belohnt für seinen Mut, seine Standhaftigkeit – und seine besondere, „farbenfrohe“, facettenreiche Persönlichkeit. Große Gefühlswelten, große, tiefe Themen voll allgemeingültiger Aussagekraft. Das ist alles im Original-Roman zu finden – Chapeau, Selma Lagerlöf!

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15. Juni 2026
Dieser Revue gelingt etwas Seltenes: die Unbeschwertheit der Hits zu feiern als die Version eines besseren Deutschlands. Und zugleich zu zeigen, dass die Realität anders aussah…

Maria-Danaé Bansen mit göriger Energie, Mirka Wagner mit Jubel-Höhen und Johannes Dunz mit Tenor-Schmelz, Nico Holonics fügt allem eine gute Prise Lebenshunger hinzu. Alfred Mayerhofer findet für jede Epoche neue sprechende Kostüme zwischen Pettycoat und Staubmantel, sehr kurzen Hosen und Einheits-Jeans, Biederkeit und Glamour.

Musikalisch hat Benzwi den Abend souverän im Griff. Was dieser Mann anfasst, wird zu Gold, ob an der Komischen Oper oder am Berliner Ensemble. Auch hier hat er sehr feine Arrangements geschaffen, lässt den Chor strahlen, entlockt dem Orchester kraftvolle Bigband-Farben, begleitet die delikatesten Momente allein am Klavier. So veredelt er auch harmlosere Ohrwürmer wie das titelgebende »In der Mokka-Milch-Eisbar« und »Heißer Sommer«. Viele Nummern aber gibt es, die einen unmittelbar anrühren in ihrer Sehnsucht, weil die Texte von heute sein könnten…

Der Abend beginnt und endet leise, nachdenklich. »Mokka-Hits und Milchbar-Träume« verneigen sich tief vor der künstlerischen Leistung, weinen aber in einer Zeit, in der die AfD die DDR zum Vorbild für ganz Deutschland erheben will, dem untergegangenen Staat keine Träne nach.
Georg Kasch, Die Deutsche Bühne, 15.06.2026
Heiteres aus 40 Jahren DDR

#KOBMokkaHits
17. Mai 2026
Unter Dirigent Johannes Kalitzke, ohnehin einer der kompetentesten Fachleute für Gegenwartsmusik, wird das Stück spürbar schneller gespielt als unter Matthias Pintscher in Wien. Das macht die Erzählsause noch atemloser, dennoch bekommt der Hörer mehr Luft – ein musikalisches Interpretationsparadox!

Die Regisseurin Ewelina Marciniak lässt der Choreografie von Agnieszka Kryst viel Raum, und noch mehr den beiden vorzüglichen Hauptdarstellerinnen des Abends: Alma Sadé als Erzählerin und Ema Nikolovska in der Titelrolle des beziehungsweise der Orlando. Ihre Tessitur ist enorm, beginnend mit einem männlich tiefliegenden »I am alone«, um im Lauf der Oper nicht nur höher und »weiblicher« zu steigen, sondern auch in intensive Deklamation und artistisches Flackern auszuschlagen. Dabei ist Nikolovska kein(e) ätherische(r) Orlando wie Tilda Swinton in Sally Potters bekannter Romanverfilmung von 1992, sondern eine bodenständige, manchmal fast burschikose Bühnenerscheinung, quasi grundtonsicher im bodenlos grundtonfreien Raum.

Neuwirths lustvoll eklektizistische Partitur ist grundlegend out of tune, abrupt die stilistischen Schnitte, schichtenreich die musikalische Collage: Das alles wird von Sängern und Riesenorchester mit Bravour absolviert.
Albrecht Selge, Nachtkritik, 17.05.2026
Binär ins Offene

#KOBOrlando
17. Mai 2026
So überzeugend Alma Sadé als Erzählerin fungiert, schreitet Ema Nikolovska als Orlando mit imponierender Sicherheit alle vokalen Dimensionen ihrer Rolle aus! Die beiden führen ein Ensemble an, das sich für diese Produktion vehement ins Zeug legt. Herausragend: der Counter Eric Jurenas als Schutzengel, Anna Nekhames als Sasha, Günter Papendell als Shelmerdine bzw. Greene und als Putto der Tölzer Knabenchor Solist Benedikt Siewert und natürlich non-binary Performer Kevin(a) Taylor als Orlandos (kämpferisches) Kind.
Joachim Lange, NMZ, 17.05.2026
Im Klangwunderland – Olga Neuwirths »Orlando« an der Komischen Oper Berlin
#KOBOrlando
14. Februar 2026
Für »Selemo« kamen die Performer des Johannesburger Centre for the Less Good Idea mit Künstlern der Komischen Oper zusammen, mit der Sängerin Alma Sadé sowie Instrumentalisten… Eine Art Totaltheater ist dabei herausgekommen, das die Besucher schnell ergreift, vor allem dank der unglaublichen Energie der südafrikanischen Performer.
Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost, 14.02.2026
»Selemo«: Wenn der Frühling neue Hoffnung bringt
#KOBFestival #KOBSelemo
14. Februar 2026
Diese dekoloniale Form der Vermittlung von Kulturgeschichte… hat die stehenden Ovationen am Ende nicht nur für die guten Ideen und die mitreißende Inszenierung verdient. Sondern auch für die glänzende schauspielerische und musikalische Leistung der beiden immer mehr zu einem einzigen Ensemble verschmelzenden Gruppen auf der Bühne
Thomas Wochnik, Der Tagesspiegel, 14.02.2026
»Selemo« an der Neuköllner Oper: Eine gewaltige Beschwörung des Frühlings

#KOBFestival #KOBSelemo
22. Dezember 2025
Regisseur Martin G. Berger sorgt für eine quirlige szenische Umsetzung dieses Klassenkampficals. Unter der Leitung von Kai Tietje musiziert das Orchester der Komischen Oper mitreißend gut gelaunt, über die kleinen Spielfläche wirbelt dazu ein Ensemble, das genrefluide Ensemblemitglieder wie Alma Sadé und Christoph Späth mit genuinen Musicaldarstellern wie Alexander von Hugo und Tobias Joch mixt.

Eine brillante Battle um die Diven-Rolle des Abends liefern sich Sophia Euskirchen und Christoph Marti. Sie als kesse Bardame Virginia, die zupackend pragmatisch den Aufstand gegen Xonga Miller organisiert, er als eben jene Raubtierkapitalistin, deren Verderbtheit hier durchaus etwas Faszinierendes hat. Und doch sind alle im ausverkauften Saal froh, wenn am Ende das Gute siegt.
Frederik Hanssen, Der Tagesspiegel, 22.12.2025
Operette »In Frisco ist der Teufel los«: Klassenkampf an der Komischen Oper
#KOBFrisco
11. Februar 2025
Ein veritabler Coup ist, dass Alma Sadé bekannte Hits von jüdischen Stars wie George Gershwin, Kurt Weill, Bob Dylan und Amy Winehouse ins Jiddische übersetzen ließ, und nun im SchwuZ performt. Es ist spannend und berührend zugleich, Lieder wie »Blowin' in the wind« auf Jiddisch zu hören.
Katja Kollmann, taz
Berührende Kombinationen
#KOBFestival
27. Januar 2025
Yi-Chen Lin entfacht am Pult üppige, rauschhafte Klänge im Orchestergraben, vielfarbig schillernd wie das Bühnenbild... Susan Zarrabi und Alma Sadé als Hänsel und Gretel machen ihre Sache fabelhaft. Auch ihre hellen, klaren, vorzüglich textverständlichen Stimmen entfalten sämtliche Facetten ihrer Charaktere, den kindlich-anarchischen Übermut, das Staunen, die Angst, die Überlebensenergie des Geschwisterpaars: Coming-of-Age im Mythenwald.
Christiane Peitz, Der Tagesspiegel, 27.01.2025
»Hänsel und Gretel« an der Komischen Oper Berlin: Vor dem Erwachen
#KOBHänselundGretel