Barrie Kosky’s All-Singing, All-Dancing Yiddish Revue

»Don’t let the Shmalts
get in your eyes!«

The Barry Sisters
War jüdisches Leben in den Vereinigten Staaten bis 1945 von der Nostalgie nach Europa geprägt, brach sich nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs ein neuer Optimismus Bahn. Nachdem die Nationalsozialisten die vielfältige jüdische Kultur in Europa vernichtet hatten, wurde sie nun in den Straßen New Yorks wiedergeboren, um alsbald die Clubs, Theater und TV-Studios des ganzen Landes zu erobern.

Eines der Epizentren dieser Explosion überschäumender Kreativität und Lebenslust war in den 1950er und frühen 1960er Jahren der sogenannte Borscht Belt, eine Ansammlung von Ferienhotels und -siedlungen in den Catskill Mountains nördlich von New York. In diesem »Las Vegas der Ost-Küste« verbrachten nicht nur viele New Yorker Juden ihre Sommerferien, hier entwickelte sich auch eine blühende Unterhaltungsbranche. Viele später in Hollywood unsterblich gewordene Künstler*innen wie Woody Allen, Jerry Lewis oder Mel Brooks begannen im Borscht Belt ihre Karriere.

Aus den dort zur Aufführung gelangten, mal kabarettistischen, mal herzerwärmenden, von Jazz und Swing, Rock’n Roll und Klezmer inspirierten Shownummern eines Mickey Katz, einer Sophie Tucker oder der berühmten Barry Sisters haben Barrie Kosky, Adam Benzwi und Otto Pichler eine fast komplett in jiddischer Sprache gesungene, köstlichkomödiantische, campy crazy, supersexy Revue zusammengestellt, die mitreißen und zu Herzen gehen soll.