Der Kaiser* erklärt ... Höhenangst

Kein Geländer oder Griff zum Halten, im Rücken eine glatte Wand und vor einem ein sechs Meter tiefer Abgrund! Die Bedingungen für die Sänger*innen der Zauberflöte in der Inszenierung von Barrie Kosky und »1927« sind durchaus extrem: Nur eine kreisrunde Bodenfläche dient in luftiger Höhe als Standfläche, besser gesagt: die Hälfte davon! Denn in der Mitte des Kreises befindet sich die drehbare Wandfläche. Bis zum Bühnenboden sind es zwar »nur« drei Meter, doch der Blick geht unweigerlich noch tiefer: zum Grund des vor einem liegenden Orchestergrabens. Wenn man da Höhenangst hat, wird’s schwierig! Aber natürlich sind die Sänger*innen bestens abgesichert: durch Sicherheitsgurte, die aus dem Fallschirmsport stammen und für die spezifischen Bedürfnisse modifiziert wurden. Es heißt also immer »Anschnallen, bitte!«, bevor ein*e Sänger*in »rausgedreht« wird. Spätestens dann gibt es kein Zurück mehr!
*Der Kaiser erklärt... In dieser Rubrik gibt Daniel Kaiser, der Technische Direktor der Komischen Oper Berlin, Einblicke in die technischen Kniffe und Besonderheiten unserer Produktionen.
Die Zauberflöte
Oper von Amadeus Wolfgang Mozart