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Solist - Tenor

Iv­an Tur­šić

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Im Unterschied zu anderen Kindern habe ich mich nie in der Oper gelangweilt.
Im Ensemble der Komischen Oper
Berlin seit 2015.

HEIMAT
Zagreb/Kroatien

STUDIUM
Musikakademie in Zagreb
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart
1. Von welcher Opernfigur hast du am meisten gelernt (und was?)
Ich würde sagen, dass ich an der Komischen Oper Berlin am meisten von der Opernfigur Tiresias/Calliope (Die Bassariden) gelernt habe. Das war der Punkt, wo ich begriffen habe wie man verschiedene Farben und Ausdrücke in der Stimme mit der Darstellung kombinieren kann, und zwar mit einem gewissen Risiko. Das Risiko, wenn es gelingt, ermöglicht die neue Ausdrucksmöglichkeiten zu erforschen bzw. durchbrechen. Es hat mich dazu bewegt, mich mehr mit unterschiedlichen Aspekten der Gesangstechnik auseinanderzusetzen, ohne dabei die eigene Natur zu verlieren.

2. Was singst du, wenn niemand hinhört?
Alle großen romantischen Tenor-Arien (z. B. von Verdi oder Puccini).

3. Welchen Beruf hättest du heute, wenn du nicht Sänger geworden wärst?
Ich bin fertig studierter Diplom-Bauingenieur, also vermutlich würde ich auch diesen Beruf ausüben.

4. Welches Kunsterlebnis hat für dich alles verändert?
Ich habe als Teenager in einem Kirchenchor gesungen. Der Leiter war mein guter Freund, Organist der heute Professor an der Musikakademie in Ljubljana ist. Damals waren wir jung und er hat in vielen Kirchen in Kroatien überwiegend humanitäre Orgelkonzerte gespielt mit ganz unterschiedlichen Programmen.  Ich durfte bei diesen Konzerten die Register ziehen und die Noten umblättern und habe dabei immer bewundert wie viele Klänge kombiniert werden können, vom ganz sanft bis majestätisch. Die Räume waren unterschiedlich, die Instrumente ebenfalls und es war immer was ganz Besonderes. Das hat mich noch mehr Richtung Musik bewegt.

5. Was machst du nach der Vorstellung?
Nach der Vorstellung eile ich meistens nach Hause zu meiner Familie. Wir wohnen außerhalb Berlins und ich muss U-Bahn/S-Bahn oder Regionalzüge kombinieren. Dabei ergibt sich Zeit, um ein gutes Buch zu lesen. Manchmal bleibe ich mit Kollegen und trinke noch ein Bier.

Nächste Termine und Besetzung

Magazin

6. November 2026

Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«

Ádám Fischer ist ein unglaublich vielseitiger Dirigent, der Konzert und Oper gleichermaßen gut kann, das passt zu einem Opernorchester, das regelmäßig Sinfoniekonzerte spielt. Und er hat ein breites Repertoire, genau wie das Orchester der Komischen Oper: Alte Musik, Gegenwart, Operette, Musical – eines der vielseitigsten Orchester.

Fischer hat alle Werke des Abends auswendig dirigiert, und sorgte erstmal für die notwendige düstere Intensität. Aber dann kommt Beweglichkeit rein, wenn es aufgeregt ist, wenn es aufgewühlt ist. Diese Steigerung: Da geht er in die Hocke und feuert alles so richtig an, da konnte ich selber kaum stillsitzen. Also er kostet die Spannung aus und wenn es am Ende explodiert, hat es aber immer noch eine Wärme.

Bei »Der wunderbare Mandarin« hat Ádám Fischer etwas ganz Großartiges gemacht. Er hat diese Wahnsinnsemotionen am Beginn eiskalt abstürzen lassen. Er selbst war auch kaum in Bewegung am Pult. Er weiß, das macht die Musik schon von selbst, denn Bartók hat in diesem Stück seinen ganzen Zauberkasten an Klängen ausgekippt. Großartig. Und das Orchester der Komischen Oper war gestern in Topform, die spielen ja auch sonst oft verrücktes Zeug, wenn sie im Orchestergraben sind. Das hat richtig Spaß gemacht.

Ganz stark waren die Soli in der Sinfonie von Brahms, gerade die Bläser, die wunderbare Solo-Oboe. Das hatte eine melodische Intensität, aber eben auch eine Klangintensität, die den ganzen Raum gefüllt hat. Einmal war es sogar so dicht, da hatte ich das Gefühl, da geht plötzlich die Rückwand im Konzerthaus auf und dahinter ist ein unendlicher Raum. Und Ádám Fischer spart den Höhepunkt wirklich für den allerletzten Schluss auf. Das ist durchdacht, aber auch emotional und mitreißend.

Alle haben hörbar hart gearbeitet, aber alle hatten auch hörbar richtig Spaß an der Sache. Und man merkt, wie wichtig es ist, für ein Opernorchester regelmäßig Sinfoniekonzerte zu geben.
Andreas Göbel, radiodrei, 06.11.2026
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
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