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Ádám Fischer

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Ádám Fischer, in Budapest geboren, zählt zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit. 1987 gründete er die Österreich-Ungarische Haydn Philharmonie sowie die Haydn Festspiele Eisenstadt, die zu einem internationalen Zentrum der Haydn-Pflege wurden.
Ob in Bayreuth, Mailand, Wien, Berlin, London oder Salzburg: Ádám Fischer wird von Publikum und Musikern gleichermaßen als ein Mittler zwischen Musik- und Außenwelt erkannt. Seine Karriere begann als Korrepetitor in Graz und führte ihn über Generalmusikdirektoren-Positionen in Freiburg, Kassel, Mannheim und Budapest bis an die großen Opernbühnen. Den internationalen Durchbruch erzielte er 1978 an der Bayerischen Staatsoper mit Fidelio. Besonders eng verbunden ist er der Wiener Staatsoper, deren Ehrenmitglied er seit 2017 ist. Seit 1998 prägt er als künstlerischer Leiter das Danish Chamber Orchestra, mit dem er preisgekrönte Gesamtaufnahmen der Sinfonien von Mozart, Beethoven und Brahms veröffentlichte. Aktuell widmet er sich den Haydn-Sinfonien für Naxos. Mit den 2006 gegründeten Budapester Wagner Tagen etablierte er ein Festival von Weltrang, das von der New York Times als »Bayreuth an der Donau« bezeichnet wurde. Als Principal Conductor der Düsseldorfer Symphoniker initierte er 2015 einen Haydn-Mahler-Zyklus, dessen Aufnahmen mehrfach ausgezeichnet wurden. Fischer nutzt seine internationale Präsenz auch für gesellschaftliche Anliegen: Er engagiert sich seit Jahrzehnten für Menschenrechte, gründete 2016 den Düsseldorfer Menschenrechtspreis und wurde u. a. mit dem Wolf-Prize in Jerusalem und der Gold Medal in the Arts des Kennedy Centers geehrt. Ausgewählte Höhepunkte der Spielzeit 2026/27 umfassen neben seinen regelmäßigen Projekten mit den Düsseldorfer Symphonikern, dem Danish Chamber Orchestra und bei den Budapester Wagner Tagen, Konzerte mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin, der Dresdner Philharmonie, dem WDR Sinfonieorchester, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, der Tschechischen Philharmonie (Prager Frühling), den Wiener Philharmonikern (Mozartwoche Salzburg), dem La Scintilla, sowie Lucio Silla (Salzburger Festspiele) und Fidelio konzertant mit der Wiener Staatsoper in Monte Carlo.

Stand: Oktober 2026

Magazin

6. November 2026

Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«

Ádám Fischer ist ein unglaublich vielseitiger Dirigent, der Konzert und Oper gleichermaßen gut kann, das passt zu einem Opernorchester, das regelmäßig Sinfoniekonzerte spielt. Und er hat ein breites Repertoire, genau wie das Orchester der Komischen Oper: Alte Musik, Gegenwart, Operette, Musical – eines der vielseitigsten Orchester.

Fischer hat alle Werke des Abends auswendig dirigiert, und sorgte erstmal für die notwendige düstere Intensität. Aber dann kommt Beweglichkeit rein, wenn es aufgeregt ist, wenn es aufgewühlt ist. Diese Steigerung: Da geht er in die Hocke und feuert alles so richtig an, da konnte ich selber kaum stillsitzen. Also er kostet die Spannung aus und wenn es am Ende explodiert, hat es aber immer noch eine Wärme.

Bei »Der wunderbare Mandarin« hat Ádám Fischer etwas ganz Großartiges gemacht. Er hat diese Wahnsinnsemotionen am Beginn eiskalt abstürzen lassen. Er selbst war auch kaum in Bewegung am Pult. Er weiß, das macht die Musik schon von selbst, denn Bartók hat in diesem Stück seinen ganzen Zauberkasten an Klängen ausgekippt. Großartig. Und das Orchester der Komischen Oper war gestern in Topform, die spielen ja auch sonst oft verrücktes Zeug, wenn sie im Orchestergraben sind. Das hat richtig Spaß gemacht.

Ganz stark waren die Soli in der Sinfonie von Brahms, gerade die Bläser, die wunderbare Solo-Oboe. Das hatte eine melodische Intensität, aber eben auch eine Klangintensität, die den ganzen Raum gefüllt hat. Einmal war es sogar so dicht, da hatte ich das Gefühl, da geht plötzlich die Rückwand im Konzerthaus auf und dahinter ist ein unendlicher Raum. Und Ádám Fischer spart den Höhepunkt wirklich für den allerletzten Schluss auf. Das ist durchdacht, aber auch emotional und mitreißend.

Alle haben hörbar hart gearbeitet, aber alle hatten auch hörbar richtig Spaß an der Sache. Und man merkt, wie wichtig es ist, für ein Opernorchester regelmäßig Sinfoniekonzerte zu geben.
Andreas Göbel, radiodrei, 06.11.2026
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
#KOBSiko