Solist - Tenor
Tansel Akzeybek
Zitat einfügen oder Element löschen - EN nicht vergessenIch wusste nicht einmal, wo das Opernhaus in Izmir steht. Und nun sagte mir jemand, dass ich das möglicherweise zu meinem Beruf machen könnte!
HEIMAT
Berlin, aufgewachsen in Izmir/Türkei
STUDIUM
Konservatorium IzmirMusikhochschule Lübeck
Berlin, aufgewachsen in Izmir/Türkei
STUDIUM
Konservatorium IzmirMusikhochschule Lübeck
CDs
Donizetti: Lucrezia Borgia (Unitel Classica),
D’Albert: Der Golem (Mdg ̶ New Arts International)
Ernesto Wolf-Ferrari: I quattro rusteghi (Rubicon)
DVDs
Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Deutsche Grammophon)
Tristan und Isolde sowie Parsifal (Bayreuther Festspiele)
Leoncavallo: Pagliacci (Sony Classical)
MEISTERKURSE BEI
Lia Lantieri
Katia Ricciarelli
René Kollo
WICHTIGE DIRIGENTEN
Christian Thielemann
Vasily Petrenko
Thomas Hengelbrock
Evelino Pido
Marek Janowski
Andris Nelsons
Hartmut Haenchen
WICHTIGE REGISSEUR:INNEN
Achim Freyer
Laurent Pelly
Daniele Abbado
Christine Mielitz
Jürgen Rose
Vera Nemirova
Frank Castorf
Barrie Kosky
Katharina Wagner
Pablo Larrain
VORHERIGE ENGAGEMENTS
Staatsoper Izmir
Theater Dortmund
Theater Bonn
WICHTIGE PARTIEN AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN
Paris (Die schöne Helena)
Lysander (Ein Sommernachtstraum)
Tony (West Side Story)
Pylades (Iphigenie auf Tauris)
Rinuccio (Gianni Schicchi)
Titelpartie in Fantasio, Almaviva (Il barbiere di Siviglia)
Orpheus (Orpheus in der Unterwelt)
Prinz Lilo-Taro (Die Blume von Hawaii)
Tamino (Die Zauberflöte)
ANDERSWO
Lindoro (L'italiana in Algeri)
Nemorino (L’elisir d’amore)
Don Ramiro (La Cenerentola)
Almaviva (Il barbiere di Siviglia)
Steuermann (Der fliegende Holländer)
Lysander (A Midsummernight’s dream)
Ernesto (Don Pasquale)
Froh (Das Rheingold)
AUSFLÜGE
Salzburger Osterfestspiele
Bayreuther Festspiele, Opéra Comique
Opéra National Lyon
Théâtre du Capitole Toulouse
Théâtre des Champs-Élysées
Lettische Nationaloper Riga
Teatro Municipal Santiago de Chile
Théâtre Royal de la Monnaie
Suntory Hall Tokyo
Seoul Art Center
Oper Graz, Shanghai Operahouse
Semperoper Dresden
Grand Théâtre de Genève
Weil es die Eltern Mitte der 80er Jahre nach über 20 Jahren in Deutschland wieder zurück in ihre türkische Heimat zog, verließ Tansel Akzeybek als Kleinkind seine Geburtsstadt Berlin in Richtung Izmir. Damals dachte noch niemand daran, dass Tansel einmal mit Singen sein Geld verdienen könnte. Fußball-Profi oder Zahnarzt – das waren die Optionen, die der junge Tansel für seine Zukunft sah. Bereits im Alter von sieben Jahren wurde er in die Jugendmannschaft von Altay Izmir aufgenommen. Aber eine Verletzung mit zwölf bremste dann doch die jugendliche Leidenschaft für den Fußball.
Schon in der Mittelschule hatte Tansel Akzeybek allerdings auch begonnen zu singen, einfach so, weil Freunde ihn immer mal wieder aufforderten, irgendeinen Popsong zu trällern. »Das Beste daran war, dass man die Mädels damit sehr beeindrucken konnte«, bekennt er grinsend. Ein Bekannter seiner Mutter war Musiklehrer an einer privaten Musikschule. Bei ihm erhielt Tansel seinen ersten richtigen Gesangsunterricht. »Du bist Tenor!«, sagte ihm der Lehrer geradeheraus und ermutigte ihn, weiterzumachen und zu studieren. »Operntenor – das war in der Vorstellung von meinen Freunden und mir ein dicker, schwitzender Mann, über den man allenfalls Witze gemacht hat. Ich wusste nicht einmal, wo das Opernhaus in Izmir steht. Und nun sagte mir jemand, dass ich das möglicherweise zu meinem Beruf machen könnte!« Aber nach nur drei Monaten Gesangsunterricht gab er schon erste Konzerte und schaffte kurz darauf auch die Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Izmir. Bereits während der Studienzeit erhielt er eine Stelle im Chor der Staatsoper Izmir und sang dort auch erste kleine Solopartien.
Während des Militärdienstes entschloss er sich, seine Studien in Deutschland fortzusetzen. »Allerdings hatte ich mittlerweile all mein Deutsch verlernt. Es kam glücklicherweise sehr schnell zurück.« Nach Abschluss des Studiums in Lübeck ging dann alles recht schnell: Einem ersten Engagement bei den Festspielen in Eutin folgten Engagements am Theater Dortmund und dann an der Oper Bonn. Seit 2012 lebt er nun wieder in seiner alten Heimat. »Bald nach meinem Umzug war ich im Grünlingsweg in Britz-Süd, wo ich als Kind gelebt habe. Nach und nach kamen die Bilder aus meiner frühesten Kindheit zurück. Das ist schön!«
Magazin
6. November 2026
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
Ádám Fischer ist ein unglaublich vielseitiger Dirigent, der Konzert und Oper gleichermaßen gut kann, das passt zu einem Opernorchester, das regelmäßig Sinfoniekonzerte spielt. Und er hat ein breites Repertoire, genau wie das Orchester der Komischen Oper: Alte Musik, Gegenwart, Operette, Musical – eines der vielseitigsten Orchester.
Fischer hat alle Werke des Abends auswendig dirigiert, und sorgte erstmal für die notwendige düstere Intensität. Aber dann kommt Beweglichkeit rein, wenn es aufgeregt ist, wenn es aufgewühlt ist. Diese Steigerung: Da geht er in die Hocke und feuert alles so richtig an, da konnte ich selber kaum stillsitzen. Also er kostet die Spannung aus und wenn es am Ende explodiert, hat es aber immer noch eine Wärme.
Bei »Der wunderbare Mandarin« hat Ádám Fischer etwas ganz Großartiges gemacht. Er hat diese Wahnsinnsemotionen am Beginn eiskalt abstürzen lassen. Er selbst war auch kaum in Bewegung am Pult. Er weiß, das macht die Musik schon von selbst, denn Bartók hat in diesem Stück seinen ganzen Zauberkasten an Klängen ausgekippt. Großartig. Und das Orchester der Komischen Oper war gestern in Topform, die spielen ja auch sonst oft verrücktes Zeug, wenn sie im Orchestergraben sind. Das hat richtig Spaß gemacht.
Ganz stark waren die Soli in der Sinfonie von Brahms, gerade die Bläser, die wunderbare Solo-Oboe. Das hatte eine melodische Intensität, aber eben auch eine Klangintensität, die den ganzen Raum gefüllt hat. Einmal war es sogar so dicht, da hatte ich das Gefühl, da geht plötzlich die Rückwand im Konzerthaus auf und dahinter ist ein unendlicher Raum. Und Ádám Fischer spart den Höhepunkt wirklich für den allerletzten Schluss auf. Das ist durchdacht, aber auch emotional und mitreißend.
Alle haben hörbar hart gearbeitet, aber alle hatten auch hörbar richtig Spaß an der Sache. Und man merkt, wie wichtig es ist, für ein Opernorchester regelmäßig Sinfoniekonzerte zu geben.
Fischer hat alle Werke des Abends auswendig dirigiert, und sorgte erstmal für die notwendige düstere Intensität. Aber dann kommt Beweglichkeit rein, wenn es aufgeregt ist, wenn es aufgewühlt ist. Diese Steigerung: Da geht er in die Hocke und feuert alles so richtig an, da konnte ich selber kaum stillsitzen. Also er kostet die Spannung aus und wenn es am Ende explodiert, hat es aber immer noch eine Wärme.
Bei »Der wunderbare Mandarin« hat Ádám Fischer etwas ganz Großartiges gemacht. Er hat diese Wahnsinnsemotionen am Beginn eiskalt abstürzen lassen. Er selbst war auch kaum in Bewegung am Pult. Er weiß, das macht die Musik schon von selbst, denn Bartók hat in diesem Stück seinen ganzen Zauberkasten an Klängen ausgekippt. Großartig. Und das Orchester der Komischen Oper war gestern in Topform, die spielen ja auch sonst oft verrücktes Zeug, wenn sie im Orchestergraben sind. Das hat richtig Spaß gemacht.
Ganz stark waren die Soli in der Sinfonie von Brahms, gerade die Bläser, die wunderbare Solo-Oboe. Das hatte eine melodische Intensität, aber eben auch eine Klangintensität, die den ganzen Raum gefüllt hat. Einmal war es sogar so dicht, da hatte ich das Gefühl, da geht plötzlich die Rückwand im Konzerthaus auf und dahinter ist ein unendlicher Raum. Und Ádám Fischer spart den Höhepunkt wirklich für den allerletzten Schluss auf. Das ist durchdacht, aber auch emotional und mitreißend.
Alle haben hörbar hart gearbeitet, aber alle hatten auch hörbar richtig Spaß an der Sache. Und man merkt, wie wichtig es ist, für ein Opernorchester regelmäßig Sinfoniekonzerte zu geben.
Andreas Göbel, radiodrei, 06.11.2026
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
#KOBSiko
4. November 2026
Choreografie im Unsichtbaren
Essbare Augen, zerbrechende Geigen und eine Torte, die nicht krümeln darf: André Ottens-Körbl ist Erster Requisiteur an der Komischen Oper Berlin. Ein Gespräch über die Arbeit an der perfekten Illusion, die Kunst des Verschwindens und die Frage, was ein Stuhl auf der Bühne können muss.
#KOBLear
#KOBOrpheus-Unterwelt
30. Oktober 2026
Stärke und Verletzlichkeit
Die koreanische Sängerin Gloria Jieun Choi hat sich mit ihrem leuchtenden Sopran und ihrer intensiven Bühnenpräsenz einen Namen gemacht. An der Komischen Oper ist sie nun als Titelheldin in Puccinis »Madama Butterfly« zu erleben. Sie will nicht nur die Tragik der verlassenen Geisha zeigen, sondern auch ihre innere Stärke zum Ausdruck bringen.
Corina Kolbe, Der Tagesspiegel – Spielzeit (11/2026)
Stärke und Verletzlichkeit
Stärke und Verletzlichkeit
#KOBButterfly
30. Oktober 2026
Dafür sind Proben da!
Als Jewgeni Onegin lebt man gefährlich... seht selbst!
#KOBOnegin
18. September 2025
Alles ist am Brodeln
Jewgeni Onegin ist eine Oper, in der die großen Gefühle und Leidenschaften unter der Oberfläche köcheln, die inneren Stürme zurückgehalten werden. Und die Musik? Sie erzählt, was die Figuren einander nicht sagen können. Traumwandlerisch präzise hat Pjotr Tschaikowski diese Spannung zwischen Fassade und Innenleben in seine Partitur gegossen, unter den kühlen Worten seiner Figuren tanzt das Orchester. Alles ist am Brodeln, kurz vor dem Ausbruch, aber der kommt meist zu spät. Das ist die eigentliche Tragödie dieses Werks: nicht Schicksal, sondern verpasster Moment. Ein Gespräch über Intimität und Pathos mit dem Dirigenten Henrik Nánási über Tschaikowskis Jewgeni Onegin.
#KOBOnegin
28. Mai 2025
Modernes Schicksal, verpasste Liebe
Die Geburtsstunde des Musikdramas Jewgeni Onegin fällt auf einen Nachmittag im Mai 1877: Pjotr Iljitsch Tschaikowski sitzt in einem Restaurant, speist und grübelt. Er sucht nach einem Stoff für eine Oper, die es mit George Bizets Carmen aufnehmen kann. Dann hallt eine Empfehlung in seinem Kopf nach. Er läuft zum nächsten Buchladen und verschlingt in einer Nacht den Roman Jewgeni Onegin von Alexander Puschkin. Nicht einmal ein Jahr später schreibt Tschaikowski Operngeschichte mit einem Gegenentwurf zu Wagner und Verdi – still, psychologisch, modern. Seit dem gilt sein gleichnamiges Opern- und Zivilisationsdrama als erstes realistisches Werk über Einsamkeit, Sinnsuche und Liebeserfüllung im Spiel von Sehnsucht und Egoismus.
#KOBOnegin
