Fran­zis­ka Harm

Franziska Harm studierte zuerst Architektur, dann Bühnen- und Kostümbild. Noch als Studentin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden arbeitete sie als Kostümassistentin am Staatsschauspiel Dresden. Daran schloss sich eine Bühnenbildassistenz an den Bühnen der Stadt Köln an, mit zahlreichen eigenen Ausstattungen.
Seit 2016 ist sie als freischaffende Bühnen- und Kostümbildnerin tätig und arbeitete unter anderem mit Simon Solberg und Pınar Karabulut zusammen.

Engagements führten sie ans Theater Bonn, das Staatsschauspiel Dresden, das Münchner Volkstheater, das Schauspiel Köln und an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin. Seit 2020 entwirft sie mit Philipp Stölzl Bühnenbilder für Schauspiel und Oper – so etwa für das Residenztheater München, das Wiener Burgtheater, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, die Festspiele Baden-Baden, das Theater Basel und die Staatsoper Unter den Linden Berlin. Für Das Vermächtnis am Residenztheater München wurde sie im Team von Philipp Stölzl 2023 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Für die Seebühne der Bregenzer Festspiele 2024 erarbeitete sie mit dem Regisseur Webers Der Freischütz. An der Komischen Oper Berlin entwarfen sie gemeinsam das Bühnenbild für Jesus Christ Superstar.

Magazin

17. Mai 2026
So überzeugend Alma Sadé als Erzählerin fungiert, schreitet Ema Nikolovska als Orlando mit imponierender Sicherheit alle vokalen Dimensionen ihrer Rolle aus! Die beiden führen ein Ensemble an, das sich für diese Produktion vehement ins Zeug legt. Herausragend: der Counter Eric Jurenas als Schutzengel, Anna Nekhames als Sasha, Günter Papendell als Shelmerdine bzw. Greene und als Putto der Tölzer Knabenchor Solist Benedikt Siewert und natürlich non-binary Performer Kevin(a) Taylor als Orlandos (kämpferisches) Kind.
Joachim Lange, NMZ, 17.05.2026
Im Klangwunderland – Olga Neuwirths »Orlando« an der Komischen Oper Berlin
#KOBOrlando
17. Mai 2026
Unter Dirigent Johannes Kalitzke, ohnehin einer der kompetentesten Fachleute für Gegenwartsmusik, wird das Stück spürbar schneller gespielt als unter Matthias Pintscher in Wien. Das macht die Erzählsause noch atemloser, dennoch bekommt der Hörer mehr Luft – ein musikalisches Interpretationsparadox!

Die Regisseurin Ewelina Marciniak lässt der Choreografie von Agnieszka Kryst viel Raum, und noch mehr den beiden vorzüglichen Hauptdarstellerinnen des Abends: Alma Sadé als Erzählerin und Ema Nikolovska in der Titelrolle des beziehungsweise der Orlando. Ihre Tessitur ist enorm, beginnend mit einem männlich tiefliegenden »I am alone«, um im Lauf der Oper nicht nur höher und »weiblicher« zu steigen, sondern auch in intensive Deklamation und artistisches Flackern auszuschlagen. Dabei ist Nikolovska kein(e) ätherische(r) Orlando wie Tilda Swinton in Sally Potters bekannter Romanverfilmung von 1992, sondern eine bodenständige, manchmal fast burschikose Bühnenerscheinung, quasi grundtonsicher im bodenlos grundtonfreien Raum.

Neuwirths lustvoll eklektizistische Partitur ist grundlegend out of tune, abrupt die stilistischen Schnitte, schichtenreich die musikalische Collage: Das alles wird von Sängern und Riesenorchester mit Bravour absolviert.
Albrecht Selge, Nachtkritik, 17.05.2026
Binär ins Offene

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