Agustín Gómez
Als meine Band mich nebenbei mal singen hörte, sagten sie mir: Du singst gut! Versuch mal einen unserer Songs zu singen.
Im Ensemble der Komischen Oper Berlin seit 2024
HEIMAT
Rio Gallegos / Argentinien
STUDIUM
Studium der Komposition an der Päpstlichen Katholischen Universität in Buenos Aires
Operngesangsausbildung am Superior Art Institute des Teatro Colón in Buenos Aires
Master im Fach musikalischer Interpretation an der Musikhochschule Reina Sofía Madrid
MEISTERKURSE BEI
Sherill Milnes im Zuge des Savannah VOICE Festivals 2015
PREISE
Sieger des XXV. Concurs Mirna Lacambra
1. Preis beim VII. Wettbewerb für junge Sänger und Instrumentalisten der Asociación Wagneriana in Madrid
HEIMAT
Rio Gallegos / Argentinien
STUDIUM
Studium der Komposition an der Päpstlichen Katholischen Universität in Buenos Aires
Operngesangsausbildung am Superior Art Institute des Teatro Colón in Buenos Aires
Master im Fach musikalischer Interpretation an der Musikhochschule Reina Sofía Madrid
MEISTERKURSE BEI
Sherill Milnes im Zuge des Savannah VOICE Festivals 2015
PREISE
Sieger des XXV. Concurs Mirna Lacambra
1. Preis beim VII. Wettbewerb für junge Sänger und Instrumentalisten der Asociación Wagneriana in Madrid
FESTE ENGAGEMENTS
Teatro Colón in Buenos Aires
AUSFLÜGE
Teatro Real in Madrid
WICHTIGE PARTIEN ANDERSWO
Lucano (L’incoronazione di Poppea)
Artemidoro (La grotta di Trofonio)
Erneston (Don Pasquale)
Europäisches Operndebüt: Conte d’Almaviva (Il babiere di Siviglia) an der Òpera a Catalunya
AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN
Titelpartie in Robinson Crusoé
Im Gegensatz zu vielen anderen Tenören hatte Agustín Gómez in seiner Kindheit keinen direkten Kontakt zur klassischen Musik. In seiner Familie wurde Musik, wenn überhaupt, nur passiv gehört. Sozialisiert durch die Rockmusik von Charly García, spürte der junge Agustín jedoch, dass er mehr wollte als nur zuzuhören. Anders als der Rest seiner Familie wurde er musikalisch aktiv – sein Interesse galt zunächst dem Klavier.
Mit 14 fragte ihn ein Schulfreund, ob er nicht als Pianist in einer Rockband mitspielen wolle. »Als meine Band mich nebenbei mal singen hörte, sagten sie mir: Du singst gut! Versuch mal einen unserer Songs zu singen.« Gesagt, getan – aber alles andere als leicht: »Bereits nach zwei, drei Songs war meine Stimme komplett weg. Ich wusste nicht, wie man richtig atmet und den Körper beim Singen einsetzt. Ich suchte nach einer Lösung, wie ich nicht mehr heiser sein würde.« Hilfe fand er bei einer Chorleiterin, die ihn in ihren Chor aufnahm – als Bass! Erstmals machte er nun auch Bekanntschaft mit klassischem Repertoire.
Mit 14 fragte ihn ein Schulfreund, ob er nicht als Pianist in einer Rockband mitspielen wolle. »Als meine Band mich nebenbei mal singen hörte, sagten sie mir: Du singst gut! Versuch mal einen unserer Songs zu singen.« Gesagt, getan – aber alles andere als leicht: »Bereits nach zwei, drei Songs war meine Stimme komplett weg. Ich wusste nicht, wie man richtig atmet und den Körper beim Singen einsetzt. Ich suchte nach einer Lösung, wie ich nicht mehr heiser sein würde.« Hilfe fand er bei einer Chorleiterin, die ihn in ihren Chor aufnahm – als Bass! Erstmals machte er nun auch Bekanntschaft mit klassischem Repertoire.
Nach der Schule entschied sich Agustín für ein Musikstudium. Eine Karriere als klassischer Pianist konnte er schnell ausschließen: »Wenn man klassisches Klavier studieren möchte, muss man entweder sehr talentiert oder sehr fleißig sein. Ich war nichts von beidem«. Agustín beschloss stattdessen, ein Kompositionsstudium in Buenos Aires zu absolvieren – der Gesang blieb dabei stets präsent. Ein Kommilitone meinte zu ihm, dass er eine gute Tenorstimme habe und empfahl ihm seine Gesangslehrerin, die Agustín nun im richtigen Stimmfach klassisch ausbildete. Ab sofort hatte Agustín nur noch den Gesang vor Augen und schaffte es schließlich in die Akademie des Teatro Colón. Er verkörperte erste große Rollen wie Artemidoro in der Salieri-Oper La grotta di Trofonio oder Lucano in Monteverdis L’incoronazione di Poppea. Die Orchestersitzprobe der Poppea ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: »Als das Orchester erstmals zusammen mit uns musizierte, spürte ich eine Emotion, die alles übertraf, was ich bisher kannte. Da wusste ich, dass ich das bis zum Rest meines Lebens machen möchte.«
Der Traum vom Leben als Opernsänger brachte jedoch auch Opfer mit sich – schweren Herzens entschloss sich der Sänger dazu, seine Heimat hinter sich zu lassen: »Ich liebe Argentinien über alles, aber es gibt dort kaum Möglichkeiten, sich als Opernsolist zu entwickeln. Wir haben viele große Stimmen, aber nicht viele Theater.« Es zog ihn nach Europa, wo er einen Master an der Escuela Reina Sofía in Madrid absolvierte und anschließend ein Engagement im Opernstudio der Wiener Staatsoper erhielt. Das zu bewältigende Arbeitspensum in Österreich war beachtlich und wirkte sich sogar auf seinen Vorsing-Termin an der Komischen Oper Berlin aus: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion musste er per Flixbus zurück nach Wien fahren, um todmüde eine Probe am nächsten Morgen zu bewältigen. Die Strapazen haben sich gelohnt: Heute ist Agustín Gómez stolzes Mitglied im Ensemble der Komischen Oper Berlin. Die Partien Tamino und Don Ottavio, die er in Berlin vorsingen sollte, verkörperte er sogleich in seiner Premierensaison.
Berlin hat es Agustín angetan – vor allem die vielen grünen Oasen der Stadt. In seiner Freizeit zieht es ihn ins Kino oder in einen der zahlreichen Parks. Seine frühere Leidenschaft fürs Gaming wird allerdings zunehmend von der Stimme der Vernunft übertönt, die ihn an seine beruflichen Pflichten erinnert: »Jedes Mal, wenn ich anfange zu spielen, meldet sich der Gedanke, dass ich eigentlich üben und etwas Sinnvolleres tun sollte. Aber man muss natürlich auch wissen, wann es Zeit ist, abzuschalten.«
Magazin
6. November 2026
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
Ádám Fischer ist ein unglaublich vielseitiger Dirigent, der Konzert und Oper gleichermaßen gut kann, das passt zu einem Opernorchester, das regelmäßig Sinfoniekonzerte spielt. Und er hat ein breites Repertoire, genau wie das Orchester der Komischen Oper: Alte Musik, Gegenwart, Operette, Musical – eines der vielseitigsten Orchester.
Fischer hat alle Werke des Abends auswendig dirigiert, und sorgte erstmal für die notwendige düstere Intensität. Aber dann kommt Beweglichkeit rein, wenn es aufgeregt ist, wenn es aufgewühlt ist. Diese Steigerung: Da geht er in die Hocke und feuert alles so richtig an, da konnte ich selber kaum stillsitzen. Also er kostet die Spannung aus und wenn es am Ende explodiert, hat es aber immer noch eine Wärme.
Bei »Der wunderbare Mandarin« hat Ádám Fischer etwas ganz Großartiges gemacht. Er hat diese Wahnsinnsemotionen am Beginn eiskalt abstürzen lassen. Er selbst war auch kaum in Bewegung am Pult. Er weiß, das macht die Musik schon von selbst, denn Bartók hat in diesem Stück seinen ganzen Zauberkasten an Klängen ausgekippt. Großartig. Und das Orchester der Komischen Oper war gestern in Topform, die spielen ja auch sonst oft verrücktes Zeug, wenn sie im Orchestergraben sind. Das hat richtig Spaß gemacht.
Ganz stark waren die Soli in der Sinfonie von Brahms, gerade die Bläser, die wunderbare Solo-Oboe. Das hatte eine melodische Intensität, aber eben auch eine Klangintensität, die den ganzen Raum gefüllt hat. Einmal war es sogar so dicht, da hatte ich das Gefühl, da geht plötzlich die Rückwand im Konzerthaus auf und dahinter ist ein unendlicher Raum. Und Ádám Fischer spart den Höhepunkt wirklich für den allerletzten Schluss auf. Das ist durchdacht, aber auch emotional und mitreißend.
Alle haben hörbar hart gearbeitet, aber alle hatten auch hörbar richtig Spaß an der Sache. Und man merkt, wie wichtig es ist, für ein Opernorchester regelmäßig Sinfoniekonzerte zu geben.
Fischer hat alle Werke des Abends auswendig dirigiert, und sorgte erstmal für die notwendige düstere Intensität. Aber dann kommt Beweglichkeit rein, wenn es aufgeregt ist, wenn es aufgewühlt ist. Diese Steigerung: Da geht er in die Hocke und feuert alles so richtig an, da konnte ich selber kaum stillsitzen. Also er kostet die Spannung aus und wenn es am Ende explodiert, hat es aber immer noch eine Wärme.
Bei »Der wunderbare Mandarin« hat Ádám Fischer etwas ganz Großartiges gemacht. Er hat diese Wahnsinnsemotionen am Beginn eiskalt abstürzen lassen. Er selbst war auch kaum in Bewegung am Pult. Er weiß, das macht die Musik schon von selbst, denn Bartók hat in diesem Stück seinen ganzen Zauberkasten an Klängen ausgekippt. Großartig. Und das Orchester der Komischen Oper war gestern in Topform, die spielen ja auch sonst oft verrücktes Zeug, wenn sie im Orchestergraben sind. Das hat richtig Spaß gemacht.
Ganz stark waren die Soli in der Sinfonie von Brahms, gerade die Bläser, die wunderbare Solo-Oboe. Das hatte eine melodische Intensität, aber eben auch eine Klangintensität, die den ganzen Raum gefüllt hat. Einmal war es sogar so dicht, da hatte ich das Gefühl, da geht plötzlich die Rückwand im Konzerthaus auf und dahinter ist ein unendlicher Raum. Und Ádám Fischer spart den Höhepunkt wirklich für den allerletzten Schluss auf. Das ist durchdacht, aber auch emotional und mitreißend.
Alle haben hörbar hart gearbeitet, aber alle hatten auch hörbar richtig Spaß an der Sache. Und man merkt, wie wichtig es ist, für ein Opernorchester regelmäßig Sinfoniekonzerte zu geben.
Andreas Göbel, radiodrei, 06.11.2026
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
Komische Oper im Konzerthaus: »Bitte mit B«
#KOBSiko
4. November 2026
Choreografie im Unsichtbaren
Essbare Augen, zerbrechende Geigen und eine Torte, die nicht krümeln darf: André Ottens-Körbl ist Erster Requisiteur an der Komischen Oper Berlin. Ein Gespräch über die Arbeit an der perfekten Illusion, die Kunst des Verschwindens und die Frage, was ein Stuhl auf der Bühne können muss.
#KOBLear
#KOBOrpheus-Unterwelt
30. Oktober 2026
Stärke und Verletzlichkeit
Die koreanische Sängerin Gloria Jieun Choi hat sich mit ihrem leuchtenden Sopran und ihrer intensiven Bühnenpräsenz einen Namen gemacht. An der Komischen Oper ist sie nun als Titelheldin in Puccinis »Madama Butterfly« zu erleben. Sie will nicht nur die Tragik der verlassenen Geisha zeigen, sondern auch ihre innere Stärke zum Ausdruck bringen.
Corina Kolbe, Der Tagesspiegel – Spielzeit (11/2026)
Stärke und Verletzlichkeit
Stärke und Verletzlichkeit
#KOBButterfly
30. Oktober 2026
Dafür sind Proben da!
Als Jewgeni Onegin lebt man gefährlich... seht selbst!
#KOBOnegin
18. September 2025
Alles ist am Brodeln
Jewgeni Onegin ist eine Oper, in der die großen Gefühle und Leidenschaften unter der Oberfläche köcheln, die inneren Stürme zurückgehalten werden. Und die Musik? Sie erzählt, was die Figuren einander nicht sagen können. Traumwandlerisch präzise hat Pjotr Tschaikowski diese Spannung zwischen Fassade und Innenleben in seine Partitur gegossen, unter den kühlen Worten seiner Figuren tanzt das Orchester. Alles ist am Brodeln, kurz vor dem Ausbruch, aber der kommt meist zu spät. Das ist die eigentliche Tragödie dieses Werks: nicht Schicksal, sondern verpasster Moment. Ein Gespräch über Intimität und Pathos mit dem Dirigenten Henrik Nánási über Tschaikowskis Jewgeni Onegin.
#KOBOnegin
28. Mai 2025
Modernes Schicksal, verpasste Liebe
Die Geburtsstunde des Musikdramas Jewgeni Onegin fällt auf einen Nachmittag im Mai 1877: Pjotr Iljitsch Tschaikowski sitzt in einem Restaurant, speist und grübelt. Er sucht nach einem Stoff für eine Oper, die es mit George Bizets Carmen aufnehmen kann. Dann hallt eine Empfehlung in seinem Kopf nach. Er läuft zum nächsten Buchladen und verschlingt in einer Nacht den Roman Jewgeni Onegin von Alexander Puschkin. Nicht einmal ein Jahr später schreibt Tschaikowski Operngeschichte mit einem Gegenentwurf zu Wagner und Verdi – still, psychologisch, modern. Seit dem gilt sein gleichnamiges Opern- und Zivilisationsdrama als erstes realistisches Werk über Einsamkeit, Sinnsuche und Liebeserfüllung im Spiel von Sehnsucht und Egoismus.
#KOBOnegin
