Julien Aléonard

Julien Aléonard studierte am Pariser Konservatorium und spezialisierte sich auf Musik- und Tontechnik. Zunächst war er als Toningenieur am Forschungs- und Musikzentrum IRCAM in Paris tätig, begann ab 2015 allerdings freiberuflich zu arbeiten und ist vor allem im Bereich zeitgenössischer Musik, elektroakustischer Produktionen und experimenteller Klangprojekte aktiv. Aléonard gastierte bereits bei zahlreichen Orchestern und Ensembles, darunter das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Orchester der Wiener Staatsoper und das Orchestre National de France. Auch mit Komponist:innen wie Olga Neuwirth, Luca Francesconi und Magnus Lindberg arbeitete er zusammen. Nachdem Aléonard bereits die Uraufführung von Neuwirths Oper Orlando an der Wiener Staatsoper als Klangregisseur betreute, arbeitet er in der Spielzeit 2025/26 an der Komischen Oper Berlin in Zusammenarbeit mit Ewelina Marciniak an der deutschen Erstaufführung von Orlando.

Stand: Mai 2026

Magazin

4. September 2026

Archaisches Elementartheater

Mich fasziniert, wie Reimann mit diesen zeitlosen Themen des Stoffs umgeht: eine dysfunktionale heteronormative Familie als Metapher für die ganze Welt, Macht, Machtmissbrauch, Krieg, Wahnsinn. In Lear geht es um enge zwischenmenschliche Beziehungen. Deshalb konzentriere ich mich auf die Körper, die Emotionen, die Stimmen. […] Es wird ein archaisches Elementartheater: konzentriert, ohne Schnickschnack. Der Hangar 4 ist das Bühnenbild. Wenn nur zwei Menschen in Hysterie und voller Angst über diese große Fläche laufen – das alleine ist schon Theater.
#KOBLear