Andrii Zubchevskyi
NAME
Andrii Zubchevskyi
HEIMAT
Ukraine
STUDIUM
»Virsky« National Folk Dance Company der Ukraine
Andrii Zubchevskyi
HEIMAT
Ukraine
STUDIUM
»Virsky« National Folk Dance Company der Ukraine
MEISTERKURSE BEI
Broadway Dance Center (NY)
Pineapple Dance Studios (London)
The Place (London)
Richard Alston Dance Company (London)
WETTBEWERBE/PREISE
2008 Gast Performance IFMC (International Festival of Modern Choreography)
2013 Teilnehmer der International Ballet Competition Moscow (Kategorie: Contemporary Dance)
WICHTIGE PARTIEN ANDERSWO
Virsky National Folk Dance Company (Ukraine 2004–2007)
Soul-B Dance Theater (Ukraine 2007–2009)
Das Phantom der Oper (Deutschland 2015–2016)
AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN ALS TÄNZER
Yiddish Revue
Echnaton
Nächste Termine und Besetzung
Magazin
14. September 2026
Lauter! viel, viel lauter!
Dirigent Nicholas Carter im Gespräch über Hektik, Eckigkeit und den Sturm im Kopf
#KOBLear
11. September 2026
Welt ohne Mütter
Regisseur Barrie Kosky im Gespräch über Patriarchen, männliche Arroganz und das verhängnisvolle Nichts
#KOBLear
10. September 2026
Der nächste Coup von Barrie Kosky steigt im Flughafen-Hangar
Zum vierten Mal startet die Komische Oper mit einer großen Inszenierung im Flughafen Tempelhof in die Saison. Die Aufführungen an der ungewöhnlichen und spektakulären Location sind längst Highlights im Konzert- und Opern-Kalender. Barrie Kosky nimmt sich diesmal Aribert Reimanns Shakespeare-Oper »Lear« an.
Mit viel Respekt, aber auch jeder Menge Freude geht Barrie Kosky an diese Mammutaufgabe heran. Aribert Reimanns Oper nach dem Shakespeare-Klassiker »Lear« gilt als eine der wichtigsten Opern der jüngeren Geschichte. »Reimann und sein Librettist Claus Henneberg haben dieses große Werk von Shakespeare transformiert. Sie haben die Sprache zu Musik gemacht, zu etwas, das nach Shakespeare riecht und schmeckt und trotzdem nicht Shakespeare ist«, sagt Kosky. »Sie haben es so lange eingekocht, bis etwas sehr Pures herauskam«, schwärmt er.
Schon die Theaterfassung hat es dem gebürtigen Australier angetan. »Es ist eines meiner Lieblingstheaterstücke, ich habe es bestimmt zehn bis zwölf Mal gesehen«, sagt er. Zwei Mal hat er den »Lear« auch inszeniert. »Einmal als Student in Melbourne, als ich 19 oder 20 war. Und dann in den 1990er Jahren für das Staatstheater in Sydney.« Drei Themenkomplexe sind Kosky wichtig. »Es gibt die beiden Familien, den König Lear und seine Töchter und Gloster mit seinen beiden Söhnen. Und was diese beiden Männer gegen ihre Kinder unternehmen, und wie die Kinder darauf reagieren, ist toxische patriarchale Blindheit«, sagt er. Gloster käme dabei etwas besser weg als Lear (Scott Hendricks). Aber auch der suche im Konfliktfall nicht das Gespräch mit seinem Sohn Edgar, sondern jage ihn einfach weg.
Zweiter Aspekt ist, dass in diesem Stück die Mütter fehlen. »Es ist eine Welt ohne Mutter. Das ist unglaublich. Aber es gibt keine Königin neben Lear. Es gibt auch keine Frau Gloster. Und Lears Töchter reagieren alles andere als mütterlich. Man hat das Gefühl, dass die Instabilität und der Wahnsinn im Stück auch daher kommen, dass die Mütter fehlen«, überlegt Kosky. Er führt auch keine Mutterfigur ein, selbst wenn der Narr bei ihm mit der großartigen Dagmar Manzel besetzt ist. »Aber das ist keine mütterliche Figur. Das haben wir von Anfang an so entschieden. Sie ist ein gebrochener Clown, da gibt es keinen Tropfen Mütterlichkeit«, betont er. Eine Mutterinstanz entdeckt er trotzdem in dem Stück. »Es ist Mutter Natur. Der Sturm im Stück ist auf der einen Seite ein meteorologisches Ereignis. Auf der anderen Seite kommt der Sturm durch die Seele und die Körper der Menschen. Es ist das, was schreit. Ich finde das von einer psychologischen Perspektive her sehr interessant.«
Der Sturm in Reimanns Oper ist aber auch ein gewaltiges musikalisches Moment. »Es ist eine atemberaubende Szene mit dem Schlagwerk. Normalerweise hat man in einem Orchester ja zwei oder drei Schlagwerker. Hier braucht man eine ganze Menge«, sagt Kosky. Bis zu 17 sind es. Die passen meist gar nicht in den Orchestergraben, sondern werden per Livestream von einer Nebenbühne eingespielt. Der Spielort im Hangar im Flughafen Tempelhof indes erlaubt, dass immerhin sieben Schlagwerker und ein Paukist auf einem eigens gebauten Turm direkt mit dabei sind. Die musikalische Leitung hat Nicholas Carter.
Schon die Theaterfassung hat es dem gebürtigen Australier angetan. »Es ist eines meiner Lieblingstheaterstücke, ich habe es bestimmt zehn bis zwölf Mal gesehen«, sagt er. Zwei Mal hat er den »Lear« auch inszeniert. »Einmal als Student in Melbourne, als ich 19 oder 20 war. Und dann in den 1990er Jahren für das Staatstheater in Sydney.« Drei Themenkomplexe sind Kosky wichtig. »Es gibt die beiden Familien, den König Lear und seine Töchter und Gloster mit seinen beiden Söhnen. Und was diese beiden Männer gegen ihre Kinder unternehmen, und wie die Kinder darauf reagieren, ist toxische patriarchale Blindheit«, sagt er. Gloster käme dabei etwas besser weg als Lear (Scott Hendricks). Aber auch der suche im Konfliktfall nicht das Gespräch mit seinem Sohn Edgar, sondern jage ihn einfach weg.
Zweiter Aspekt ist, dass in diesem Stück die Mütter fehlen. »Es ist eine Welt ohne Mutter. Das ist unglaublich. Aber es gibt keine Königin neben Lear. Es gibt auch keine Frau Gloster. Und Lears Töchter reagieren alles andere als mütterlich. Man hat das Gefühl, dass die Instabilität und der Wahnsinn im Stück auch daher kommen, dass die Mütter fehlen«, überlegt Kosky. Er führt auch keine Mutterfigur ein, selbst wenn der Narr bei ihm mit der großartigen Dagmar Manzel besetzt ist. »Aber das ist keine mütterliche Figur. Das haben wir von Anfang an so entschieden. Sie ist ein gebrochener Clown, da gibt es keinen Tropfen Mütterlichkeit«, betont er. Eine Mutterinstanz entdeckt er trotzdem in dem Stück. »Es ist Mutter Natur. Der Sturm im Stück ist auf der einen Seite ein meteorologisches Ereignis. Auf der anderen Seite kommt der Sturm durch die Seele und die Körper der Menschen. Es ist das, was schreit. Ich finde das von einer psychologischen Perspektive her sehr interessant.«
Der Sturm in Reimanns Oper ist aber auch ein gewaltiges musikalisches Moment. »Es ist eine atemberaubende Szene mit dem Schlagwerk. Normalerweise hat man in einem Orchester ja zwei oder drei Schlagwerker. Hier braucht man eine ganze Menge«, sagt Kosky. Bis zu 17 sind es. Die passen meist gar nicht in den Orchestergraben, sondern werden per Livestream von einer Nebenbühne eingespielt. Der Spielort im Hangar im Flughafen Tempelhof indes erlaubt, dass immerhin sieben Schlagwerker und ein Paukist auf einem eigens gebauten Turm direkt mit dabei sind. Die musikalische Leitung hat Nicholas Carter.
#KOBLear
4. September 2026
Archaisches Elementartheater
Mich fasziniert, wie Reimann mit diesen zeitlosen Themen des Stoffs umgeht: eine dysfunktionale heteronormative Familie als Metapher für die ganze Welt, Macht, Machtmissbrauch, Krieg, Wahnsinn. In Lear geht es um enge zwischenmenschliche Beziehungen. Deshalb konzentriere ich mich auf die Körper, die Emotionen, die Stimmen. […] Es wird ein archaisches Elementartheater: konzentriert, ohne Schnickschnack. Der Hangar 4 ist das Bühnenbild. Wenn nur zwei Menschen in Hysterie und voller Angst über diese große Fläche laufen – das alleine ist schon Theater.
Barrie Kosky, Regisseur Lear, in: Siegessäule 09/26, Ecki Ramón Weber: Sturm in Hangar 4
#KOBLear
28. August 2026
Innenarchitektur des Infozentrums UdL 41 nominiert
Ein Stück vom tiefroten Bühnenvorhang, samt bezogene Sitzbänke, mit Aufklebern übersäte Spinde der Bühnenmitarbeiter:innen, Uhren ohne Lauf: wie eine Art Ensemble angehaltener Zeit erinnern sie an unser Stammhaus in der Behrenstraße. Im ehemaligen Souvenirgeschäft Unter den Linden 41 sind sie als Zeitkapseln vergangener Opernabende zu bewundern und rahmen gleichzeitig die Bühne für die Zukunft des Opernhauses: Seit 2024 gastiert hier das Infozentrum UdL41 mit Einblicken zur Sanierung des Haupthauses der Komischen Oper Berlin.
Entworfen hat das ausgefeilte Konzept aus Erinnerungstücken und Zukunftsblick die Innenarchitektin Hella Schindel. UdL41 ist nun Begegnungsort mit unserer vielleicht kleinsten Bühne für Vorträge und Konzerte und Startpunkt für Baustellenführungen. Zusammen mit Sitzmöblierung für unserer Interimsspielstätten ist die Gestaltung des Infozentrums nominiert für den Deutschen Innenarchitekturpreis 2026.
Foto: © Philipp Funke
Entworfen hat das ausgefeilte Konzept aus Erinnerungstücken und Zukunftsblick die Innenarchitektin Hella Schindel. UdL41 ist nun Begegnungsort mit unserer vielleicht kleinsten Bühne für Vorträge und Konzerte und Startpunkt für Baustellenführungen. Zusammen mit Sitzmöblierung für unserer Interimsspielstätten ist die Gestaltung des Infozentrums nominiert für den Deutschen Innenarchitekturpreis 2026.
Foto: © Philipp Funke
#KOBSanierung
26. August 2026
IN MEMORIAM
Anny Schlemm
22. Februar 1929 – 20. August 2026
22. Februar 1929 – 20. August 2026
Die Komische Oper Berlin trauert um ihr Ehrenmitglied Anny Schlemm. Sie verstarb am 20. August 2026 im Alter von 97 Jahren in Graz.
