Gott­fried Breit­fuss

NAME
Gottfried Breitfuß

HEIMAT
Österreich

STUDIUM
Schauspiel und Regie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst »Mozarteum« in Salzburg

WETTBEWERBE/PREISE
2024 Nominierung »Bester Schauspieler« Preis der deutschen Filmkritik
2003 Brand, Bayerischer Theaterpreis

WICHTIGE REGISSEUR:INNEN
Frank Castorf
Christoph Marthaler
Barbara Frey
Jürgen Gosch
Niklaus Helbling

FESTE ENGAGEMENTS
1985 Residenztheater München
1986–1987 Schillertheater Berlin, Freie Volksbühne Berlin
1987–1988 Staatstheater Stuttgart
1988–1993 Theater Basel
1993–2005 Staatstheater Stuttgart
Seit 2005 Ensemblemitglied Schauspielhaus Zürich

WICHTIGE PARTIEN ANDERSWO
Titelrolle in Woyzeck (Residenztheater München)
Kreon (Antigone, Schillertheater Berlin)
Juan (Yerma, Staatstheater Stuttgart)
Titelrolle in Yvonne, die Burgunderprinzessin (Schauspielhaus Zürich)
Brabantio (Othello, Schauspielhaus Zürich)

FILM UND FERNSEHEN
Dr. Blumberg (Die Theorie von Allem)
Pavel Kaiser (Sterben lernen)
David Ben Gurion (Die Spaltung der Welt)
Gidon Winternitz (Tatort Luzern)

AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN
Vezinet/Baron von Champigny (Pferd frisst Hut)

Nächste Termine und Besetzung

Magazin

17. Mai 2026
So überzeugend Alma Sadé als Erzählerin fungiert, schreitet Ema Nikolovska als Orlando mit imponierender Sicherheit alle vokalen Dimensionen ihrer Rolle aus! Die beiden führen ein Ensemble an, das sich für diese Produktion vehement ins Zeug legt. Herausragend: der Counter Eric Jurenas als Schutzengel, Anna Nekhames als Sasha, Günter Papendell als Shelmerdine bzw. Greene und als Putto der Tölzer Knabenchor Solist Benedikt Siewert und natürlich non-binary Performer Kevin(a) Taylor als Orlandos (kämpferisches) Kind.
Joachim Lange, NMZ, 17.05.2026
Im Klangwunderland – Olga Neuwirths »Orlando« an der Komischen Oper Berlin
#KOBOrlando
17. Mai 2026
Unter Dirigent Johannes Kalitzke, ohnehin einer der kompetentesten Fachleute für Gegenwartsmusik, wird das Stück spürbar schneller gespielt als unter Matthias Pintscher in Wien. Das macht die Erzählsause noch atemloser, dennoch bekommt der Hörer mehr Luft – ein musikalisches Interpretationsparadox!

Die Regisseurin Ewelina Marciniak lässt der Choreografie von Agnieszka Kryst viel Raum, und noch mehr den beiden vorzüglichen Hauptdarstellerinnen des Abends: Alma Sadé als Erzählerin und Ema Nikolovska in der Titelrolle des beziehungsweise der Orlando. Ihre Tessitur ist enorm, beginnend mit einem männlich tiefliegenden »I am alone«, um im Lauf der Oper nicht nur höher und »weiblicher« zu steigen, sondern auch in intensive Deklamation und artistisches Flackern auszuschlagen. Dabei ist Nikolovska kein(e) ätherische(r) Orlando wie Tilda Swinton in Sally Potters bekannter Romanverfilmung von 1992, sondern eine bodenständige, manchmal fast burschikose Bühnenerscheinung, quasi grundtonsicher im bodenlos grundtonfreien Raum.

Neuwirths lustvoll eklektizistische Partitur ist grundlegend out of tune, abrupt die stilistischen Schnitte, schichtenreich die musikalische Collage: Das alles wird von Sängern und Riesenorchester mit Bravour absolviert.
Albrecht Selge, Nachtkritik, 17.05.2026
Binär ins Offene

#KOBOrlando