Lebe – für abermillionen Jahre!
Echnaton (Akhnaten)
Philip Glass
Mit Echnaton setzte Minimal-Music-Pionier Philip Glass einer der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte ein Denkmal. Barrie Kosky inszeniert den Aufstieg und Fall des Pharaos gleichermaßen bildschön wie bewegungsintensiv.
Theben um 1300 vor unserer Zeit: Amenophis III. ist tot. Sein Sohn Amenophis IV., der sich später Echnaton nennt, wird zum König gekrönt. Der junge Pharao kündigt den Beginn einer neuen Ära an – er zerstört den Tempel der polytheistischen Religion der Amun-Priester und erklärt den Sonnengott Aton zur einzigen Gottheit. Doch Echnatons Herrschaft ist nicht von Dauer. Die Amun Priester stellen die alte Ordnung wieder her, und Echnaton wird als Begründer der ersten monotheistischen Religion gestürzt.
Barrie Kosky verzichtet in seiner Inszenierung auf ägyptische Referenzen. Stattdessen erleben wir einen weißen Bühnenraum mit abstrakten Bildern und ritualisierten Bewegungssequenzen, die Philip Glass’ hypnotische Musik wie ein Mantra erfahrbar machen.
Theben um 1300 vor unserer Zeit: Amenophis III. ist tot. Sein Sohn Amenophis IV., der sich später Echnaton nennt, wird zum König gekrönt. Der junge Pharao kündigt den Beginn einer neuen Ära an – er zerstört den Tempel der polytheistischen Religion der Amun-Priester und erklärt den Sonnengott Aton zur einzigen Gottheit. Doch Echnatons Herrschaft ist nicht von Dauer. Die Amun Priester stellen die alte Ordnung wieder her, und Echnaton wird als Begründer der ersten monotheistischen Religion gestürzt.
Barrie Kosky verzichtet in seiner Inszenierung auf ägyptische Referenzen. Stattdessen erleben wir einen weißen Bühnenraum mit abstrakten Bildern und ritualisierten Bewegungssequenzen, die Philip Glass’ hypnotische Musik wie ein Mantra erfahrbar machen.
1. AKT
Der alte Pharao Amenophis III. ist tot. Ein Chronist, der im Laufe der Oper verschiedene Rollen einnimmt, verkündet sein Ableben. Die Beerdigung wird durch ein riesiges Ritual vollzogen, an dem das Volk von Theben teilnimmt. Anschließend wird der Sohn von Amenophis III. zeremoniell durch seinen Berater Aye, seinen General Haremhab und den Hohepriester des Amun zum neuen Pharao gekrönt. Sein Königsname lautet zunächst noch Amenophis IV. (»Amun ist erfreut«) – ein Name, der den wichtigsten Gott Amun des vielfältigen ägyptischen Pantheons ehrt.
Der alte Pharao Amenophis III. ist tot. Ein Chronist, der im Laufe der Oper verschiedene Rollen einnimmt, verkündet sein Ableben. Die Beerdigung wird durch ein riesiges Ritual vollzogen, an dem das Volk von Theben teilnimmt. Anschließend wird der Sohn von Amenophis III. zeremoniell durch seinen Berater Aye, seinen General Haremhab und den Hohepriester des Amun zum neuen Pharao gekrönt. Sein Königsname lautet zunächst noch Amenophis IV. (»Amun ist erfreut«) – ein Name, der den wichtigsten Gott Amun des vielfältigen ägyptischen Pantheons ehrt.
Schon kurz nach seiner Thronbesteigung ändert der neue Pharao seinen Namen zu Echnaton (»Der Aton dient«) und äußert in einem Glaubensbekenntnis zusammen mit seiner Mutter Teje und seiner Frau Nofretete die Absicht, eine neue monotheistische Religion zu Ehren des Gottes Aton zu gründen. Alte Götter wie Amun oder Re sollen ab sofort von Aton, dem Gott der Sonnenscheibe und des Lichtes, ersetzt werden. Echnaton befiehlt dem Volk, fortan nur noch ihn persönlich als leibhaftigen Sohn Atons anzubeten.
2. AKT
Echnatons Regierung treibt die religiöse Transformation Ägyptens weiter voran und lässt die alten Kulte notfalls mit Gewalt unterdrücken. Zusammen mit Teje und einigen Anhängern stürmt und zerstört Echnaton einen Tempel, in dem gerade ein Ritual zu Ehren Amuns durchgeführt wird. Im folgenden Duett erklären sich Nofretete und Echnaton ihre innige Liebe zueinander. Um die Macht der Amun-Priester endgültig zu brechen, entscheidet sich Echnaton, Theben zu verlassen und eine neue Hauptstadt zu gründen: Achet-Aton (»Horizont des Aton«). Nun, wo seine Revolution vollendet zu sein scheint, spricht er ein Gebet an Aton: seinen von ihm selbst verfassten Aton-Hymnus. Daran schließt sich der Chor mit dem Psalm 104 des Alten Testaments an, der Ähnlichkeiten mit dem Hymnus aufweist.
3. AKT
Echnaton, Nofretete und die gemeinsamen Töchter leben zunehmend isoliert von der Außenwelt. Hilfegesuche von Vasallen des Pharaos aus dem Norden, deren Herrschaft von lokalen Warlords akut bedroht wird, bleiben unbeantwortet und die Regierungsgeschäfte werden vernachlässigt. Eine unzufriedene Menge, angeführt von Aye, Haremhab und dem Hohepriester des Amun, stürmt den Pharaonenpalast und tötet Echnaton. Die Regierung des neuen Pharaos Tutanchamun führt die alte polytheistische Religion wieder ein. Echnaton geht als »Großer Verbrecher« in die Geschichte ein und die Überbleibsel des Aton-Kults werden zerstört. In einer Überleitung in die Gegenwart erzählt der Chronist nun in Gestalt eines Touristenführers von der Ausgrabungsstätte in Tell el-Amarna, wo sich die Überreste von Achet-Aton befinden. Im Epilog singen Echnaton, Nofretete und Teje aus dem Jenseits.
Philip Glass
Oper in drei Akten [ 1984 ]
Libretto von Philip Glass in Zusammenarbeit mit Shalom Goldman, Robert Israel, Richard Riddell und Jerome Robbins
©1983 Dunvagen Music Publishers Inc. Used by Permission.
Oper in drei Akten [ 1984 ]
Libretto von Philip Glass in Zusammenarbeit mit Shalom Goldman, Robert Israel, Richard Riddell und Jerome Robbins
©1983 Dunvagen Music Publishers Inc. Used by Permission.
Premiere am 15. März 2025
Empfohlen ab Klasse 9
Ägyptisch, Akkadisch, Hebräisch, Englisch und Deutsch
3h inkl. Pause
30 min vor jeder Vorstellung findet eine Stückeinführung im Foyer statt (außer vor Premieren, Kinderopern, konzertanten Aufführungen, Silvester- und Sonderveranstaltungen)
#KOBEchnaton
26. September 2025
Komische Oper Berlin hat »Chor des Jahres«
Die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin mit ihrem Chorleiter David Cavelius sind in der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Opernwelt« als »Chor des Jahres« der Spielzeit 2024/25 ausgezeichnet worden! Der Titel geht damit zum dritten Mal nach 2007 und 2015 an die Komische Oper Berlin.
Auszeichnung
16. März 2025
Jonathan Stockhammer leitet das Orchester des Hauses mit großer Ruhe und Präzision, die Musiker stellen nimmermüd einen farbigen und differenziert gewebten Teppich her – und das ist wörtlich im Sinne von Knüpfkunst zu verstehen und nicht als Fußabtreter, dem man keine Beachtung schenkt.
Nicht weniger erstaunlich der von David Cavelius einstudierte Chor, der zugleich in aufregendster Weise bewegt wird. Zusammen mit den schwindelerregenden Pantomimen der Tänzer ergeben sich motorische Muster auf der Bühne, die die Musik kongenial ergänzen. Mit John Holiday schließlich steht ein Echnaton der Superlative auf der Bühne: Stimmlich klar und unermüdlich präsent, bildet seine ruhige, konzentrierte Darstellung den Fokus der Bühne. Klanglich wird er aufs Wohlklingendste ergänzt von der Nofretete Susan Zarrabis und der Königin Teje von Sarah Brady... Ein großartiger, wunderbarer Abend zeitgenössischen Musiktheaters.
Nicht weniger erstaunlich der von David Cavelius einstudierte Chor, der zugleich in aufregendster Weise bewegt wird. Zusammen mit den schwindelerregenden Pantomimen der Tänzer ergeben sich motorische Muster auf der Bühne, die die Musik kongenial ergänzen. Mit John Holiday schließlich steht ein Echnaton der Superlative auf der Bühne: Stimmlich klar und unermüdlich präsent, bildet seine ruhige, konzentrierte Darstellung den Fokus der Bühne. Klanglich wird er aufs Wohlklingendste ergänzt von der Nofretete Susan Zarrabis und der Königin Teje von Sarah Brady... Ein großartiger, wunderbarer Abend zeitgenössischen Musiktheaters.
Peter Uehling, Berliner Zeitung
Minimal Music an der Komischen Oper: Philip Glass’ »Echnaton« feiert Premiere
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16. März 2025
John Holiday, der Countertenor, übernimmt mit wenigen Noten den Raum. Seine ruhige Präsenz und natürliche Eleganz lassen den von sich selbst berauschten Pharao am Ende als Sympathiefigur erscheinen.
Rüdiger Schaper, Der Tagesspiegel
»Echnaton« an der Komischen Oper: Triumph eines gottgleichen Tyrannen
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11. März 2025
History's so strong
Über undurchsichtige Museen, Große königliche Gemahlinnen und die Macht musikalischer Endlosschleifen
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10. März 2025
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Ein Gespräch mit Dirigent Jonathan Stockhammer über Donald Trump, musikalische Marathonläufe und lange Berghainbesuche
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Interview
10. März 2025
Sandkörnchen in der Wüste
Ein Gespräch mit Regisseur Barrie Kosky über einen einzigartigen Komponisten, einen rätselhaften Pharao und archäologische Sandkastenliebe
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