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Shortcast zu »Echnaton (Akhnaten)«
Lebe – für abermillionen Jahre!

Echna­ton (Akhna­ten)

Philip Glass
Mit Echnaton setzte Minimal-Music-Pionier Philip Glass einer der rätselhaftesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte ein Denkmal. Barrie Kosky inszeniert den Aufstieg und Fall des Pharaos gleichermaßen bildschön wie bewegungsintensiv.

Theben um 1300 vor unserer Zeit: Amenophis III. ist tot. Sein Sohn Amenophis IV., der sich später Echnaton nennt, wird zum König gekrönt. Der junge Pharao kündigt den Beginn einer neuen Ära an – er zerstört den Tempel der polytheistischen Religion der Amun-Priester und erklärt den Sonnengott Aton zur einzigen Gottheit. Doch Echnatons Herrschaft ist nicht von Dauer. Die Amun Priester stellen die alte Ordnung wieder her, und Echnaton wird als Begründer der ersten monotheistischen Religion gestürzt.

Barrie Kosky verzichtet in seiner Inszenierung auf ägyptische Referenzen. Stattdessen erleben wir einen weißen Bühnenraum mit abstrakten Bildern und ritualisierten Bewegungssequenzen, die Philip Glass’ hypnotische Musik wie ein Mantra erfahrbar machen.
1. AKT

Der alte Pharao Amenophis III. ist tot. Ein Chronist, der im Laufe der Oper verschiedene Rollen einnimmt, verkündet sein Ableben. Die Beerdigung wird durch ein riesiges Ritual vollzogen, an dem das Volk von Theben teilnimmt. Anschließend wird der Sohn von Amenophis III. zeremoniell durch seinen Berater Aye, seinen General Haremhab und den Hohepriester des Amun zum neuen Pharao gekrönt. Sein Königsname lautet zunächst noch Amenophis IV. (»Amun ist erfreut«) – ein Name, der den wichtigsten Gott Amun des vielfältigen ägyptischen Pantheons ehrt.
Philip Glass
Oper in drei Akten [ 1984 ]
Libretto von Philip Glass in Zusammenarbeit mit Shalom Goldman, Robert Israel, Richard Riddell und Jerome Robbins
©1983 Dunvagen Music Publishers Inc. Used by Permission.
Premiere am 15. März 2025
Empfohlen ab Klasse 9
Ägyptisch, Akkadisch, Hebräisch, Englisch und Deutsch
3h inkl. Pause
30 min vor jeder Vorstellung findet eine Stückeinführung im Foyer statt (außer vor Premieren, Kinderopern, konzertanten Aufführungen, Silvester- und Sonderveranstaltungen)

Kooperation

Präsentiert von taz.

#KOBEchnaton

16. März 2025
Jonathan Stockhammer leitet das Orchester des Hauses mit großer Ruhe und Präzision, die Musiker stellen nimmermüd einen farbigen und differenziert gewebten Teppich her – und das ist wörtlich im Sinne von Knüpfkunst zu verstehen und nicht als Fußabtreter, dem man keine Beachtung schenkt.

Nicht weniger erstaunlich der von David Cavelius einstudierte Chor, der zugleich in aufregendster Weise bewegt wird. Zusammen mit den schwindelerregenden Pantomimen der Tänzer ergeben sich motorische Muster auf der Bühne, die die Musik kongenial ergänzen. Mit John Holiday schließlich steht ein Echnaton der Superlative auf der Bühne: Stimmlich klar und unermüdlich präsent, bildet seine ruhige, konzentrierte Darstellung den Fokus der Bühne. Klanglich wird er aufs Wohlklingendste ergänzt von der Nofretete Susan Zarrabis und der Königin Teje von Sarah Brady... Ein großartiger, wunderbarer Abend zeitgenössischen Musiktheaters.
Peter Uehling, Berliner Zeitung
Minimal Music an der Komischen Oper: Philip Glass’ »Echnaton« feiert Premiere

#KOBEchnaton
16. März 2025
John Holiday, der Countertenor, übernimmt mit wenigen Noten den Raum. Seine ruhige Präsenz und natürliche Eleganz lassen den von sich selbst berauschten Pharao am Ende als Sympathiefigur erscheinen.
Rüdiger Schaper, Der Tagesspiegel
»Echnaton« an der Komischen Oper: Triumph eines gottgleichen Tyrannen

#KOBEchnaton