Solist - Bass
Tijl Faveyts
Zitat einfügen oder Element löschen - EN nicht vergessenHüpfen, springen, spielen und tief singen!
Im Ensemble der Komischen Oper
Berlin seit 2019.
HEIMAT
Belgien
STUDIUM
Königliches Konservatorium Brüssel und Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Berlin seit 2019.
HEIMAT
Belgien
STUDIUM
Königliches Konservatorium Brüssel und Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
CDs
Franz Schreker: Der Schatzgräber (Challenge)
Giacomo Meyerbeer: Le prophète (Oehms Classcis)
Richard Strauss: Elektra (Challenge)
Martinu Ariane (Supraphon)
WICHTIGE REGISSEUR:INNEN
Mariame Clément
Luc Bondy
Frank Castorf
Stéphane Braunschweig
Guy Joosten
Dietrich Hilsdorf
Barrie Kosky
Stefan Herheim
Hans Neuenfels
Kasper Holten
Tatjana Gürbaca
Vincent Boussard
WICHTIGE DIRIGENTEN
Daniel Harding
Jiří Kout
Kazushi Ōno
Fabio Luisi
Esa-Pekka Salonen
Carlo Rizzi
Antonio Fogliani
Tomáš Netopil
Marc Albrecht
Christian Thielemann
Frank Beermann
Daniel Harding
Kent Nagano
Giacomo Sagripanti
VORHERIGE ENGAGEMENTS
Theater St. Gallen
Aalto-Theater Essen
WICHTIGE STATIONEN
Festival d’Aix-en-Provence
Theater Bonn
Wiener Festwochen
Theater an der Wien
Théâtre Royal de la Monnaie
Vlaamse Opera
Grand Théâtre de Genève
Oper Stuttgart
Oper Leipzig
Oper Köln
Bayerische Staatsoper München
Semperoper Dresden
NCPA Peking
Nederlandse Opera Amsterdam
Gärtnerplatztheater München
Israeli Opera Tel Aviv
WICHTIGE PARTIEN AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN
Sarastro/Sprecher (Die Zauberflöte)
Fürst Gremin (Jewgeni Onegin)
Sparafucile (Rigoletto)
Joe (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny)
Komtur (Don Giovanni)
Pluto (Orpheus)
WICHTIGE PARTIEN ANDERSWO
Sarastro (Die Zauberflöte)
König Marke (Tristan und Isolde)
Daland (Der fliegende Holländer)
König Treff (Die Liebe zu den drei Orangen)
Re/Ramfis (Aida)
Fasolt (Das Rheingold)
Sparafucile (Rigoletto)
Don Basilio (Il barbiere di Siviglia)
Orest (Elektra)
Fürst Gremin (Jewgeni Onegin)
Oroveso (Norma)
Osmin (Die Entführung aus dem Serail)
Doktor (Wozzeck)
Hunding (Die Walküre)
Graf des Grieux (Manon)
Ein Nachtwächter (Die Meistersinger von Nürnberg)
Dass es den groß gewachsenen Belgier einmal an die Komische Oper Berlin und nicht in die Charlottenburger Jazzclubs verschlagen würde, war zu Kindheitstagen nicht unbedingt zu erwarten: Das Schlagzeug hatte ihn als Instrument in den Bann gezogen. Und damit ist nicht das klassische Orchesterschlagwerk gemeint, sondern es waren Jazz, Pop und Rock, die den jungen Tijl Faveyts faszinierten. Für die erste Berührung mit Oper sorgte kein Geringerer als Theaterlegende Gerard Mortier, Intendant des Opernhauses in Brüssel, der Salzburger Festspiele und der Ruhrtriennale.
Mortier war ein guter Freund von Tijls Latein- und Griechisch-Lehrer und sorgte dafür, dass dessen Klasse in den 1990er Jahren als eine der ersten die Schul-Abos im Theater La Monnaie in Brüssel nutzen konnte. Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantismachte den Anfang und hinterließ schweren Eindruck, ebenso wie Die Zauberflöte in der bildgewaltigen Inszenierung von Karl-Ernst und Ursel Herrmann. Es sollte nicht die letzte Begegnung mit diesem Werk bleiben …
Der entscheidende Moment war aber ein Sommer-Camp der Jeunesses Musicales, an dem Tijl Faveyts als Big-Band-Schlagzeuger teilnehmen wollte. Am Ende der zehn Tage war auch eine Aufführung von Mozarts Die Zauberflötegeplant. Bei der ersten Orchesterprobe saß Tijl – scheinbar unbeobachtet – im Nebenraum und trällerte das komplette Werk parallel mit. Von Taminos Bildnis-Arie über die Koloraturen der Königin der Nacht bis zu den Drei Damen (alle gleichzeitig!). Der Dirigent war tief beeindruckt und sorgte dafür, dass Tijl in letzter Minute noch bei der Aufführung mitwirken konnte. Und nicht etwa als Schlagwerker, nein: quasi über Nacht hatte Tijl völlig unbeabsichtigt seine Sängerkarriere begonnen und sang mit 17 Jahren seinen ersten Sarastro, eine Partie, die ihn bis heute nicht mehr loslässt – egal ob in Brüssel oder Berlin.
Nach der überraschenden Entdeckung im Sommer-Camp und dem Wechsel von den Trommelfellen zu den Stimmbändern folgte schnell professioneller Gesangsunterricht, dann die Zulassung zum Studium am Brüsseler Konservatorium und später der Wechsel nach Wien zu Professor Ralf Döring, mit dem er bis heute zusammenarbeitet. Festengagements führten ihn danach an das Theater St. Gallen sowie ans Aalto-Theater Essen. Raimondo in Lucia di Lammermoor wurde Faveyts erste große Hauptpartie in St. Gallen – »Für die kleinen Partien gibt es ja meist gleichwertigen freundlichen Applaus, aber als junger Sänger von einem vollen Haus wirklich bejubelt zu werden, ist ein ganz besonderer Moment.« Besonders am Aalto-Theater und in zahlreichen Gastengagements manifestierte sich eine besondere Beziehung zu den Partien Richard Wagners. »Als ich zum ersten Mal Fasolt einstudiert habe, habe ich gemerkt, dass für diese Art von Partie meine Stimmtechnik wie erschaffen ist. Es passte einfach wie die Faust aufs Auge!« Das einzige Manko des Wagner-Fachs sieht Tijl Faveyts darin, dass die oft als »Stehpartie« angelegten Bass-Rollen in den Werken Wagners für den spielfreudigen Belgier szenisch (zu) wenig Herausforderung bieten.
Seit 2019 ist Tijl Faveyts Mitglied im Ensemble der Komischen Oper Berlin und damit, auch was die Spielfreude angeht, gut aufgehoben. »Ich mag es zu hüpfen, zu springen, zu spielen, herumzualbern – und dabei am besten gleichzeitig zu singen!« Und so pflegt Faveyts eine Kombination aus Gastengagements mit seinen Herzens-Partien in den Werken Richard Wagners und Rollen voller körperlichem Einsatz »in meinem Zuhause« an der Komischen Oper Berlin. Überhaupt Berlin: Nach den Metropolen Brüssel und Wien fühlt sich der Belgier hier ganz besonders wohl. Wenn nicht die Bühne an der Behrenstraße ruft, trifft man Faveyts jede Woche in einem der anderen Theater und in den Museen der Stadt. Neben der Arbeit an der Komischen Oper Berlin ist es vor allem das rege Kulturleben, das ihn an der Hauptstadt reizt: Egal ob Richard III. an der Schaubühne, Die Nacht von Lissabon am Maxim Gorki Theater, Ultraworld an der Volksbühne oder die Ausstellung über den belgischen Symbolismus in der Alte Nationalgalerie. Und vielleicht findet man Tijl Faveyts in Zukunft nicht nur auf der Bühne der Komischen Oper Berlin, sondern auch auf den Open Stages der Berliner Jazzclubs. Dann allerdings nicht am Mikro, sondern wieder mit zwei Sticks bestückt am Schlagzeug!
Magazin
9. Juni 2026
Gepflegte Beatmusik
Die DDR-Unterhaltungsmusik zwischen Freiheit und Lenkung
#KOBMokkaHits
8. Juni 2026
»Man muss sich die Begriffe zurückholen«
Regisseur Axel Ranisch und Musikalischer Leiter Adam Benzwi über DDR-Unterhaltung, Friedenssehnsucht und die Revue als Form der Erinnerung in Mokka-Hits und Milchbar-Träume
#KOBMokkaHits
15. Juni 2026
»Eine Gratwanderung aus nostalgischem Schmelz, schräger Persiflage und melodramatischen Tönen: Axel Ranischs Revue ist eine Umarmung der DDR-Musik, die seinem begeisterten künstlerischen Naturell entspricht. Eine Verklärung ist sie aber nicht. Die Nostalgie, die einen beim Anblick der Sixties-Hotpants des Balletts befällt, die ist kein exklusives DDR-Gefühl, sie ist in dieser abgründigen Retroshow universell.«
Gunda Bartels, Der Tagesspiegel, 15.06.2026
Revue »Mokka-Hits und Milchbar-Träume«: Die Komische Oper lässt die DDR klingen und klirren
Revue »Mokka-Hits und Milchbar-Träume«: Die Komische Oper lässt die DDR klingen und klirren
#KOBMokkaHits
15. Juni 2026
»Der Soundtrack der DDR… hinreißend arrangiert, inszeniert und choreografiert. Und die Solisten geben alles, allen voran Gisa Flake und Maria-Danaé Bansen, die schon im »Messeschlager Gisela« brillierten. Aber werden auch die »Mokka-Hits« ein Sommerschlager? Darüber wird nach der Uraufführung noch vor Ort kräftig diskutiert. Aber genau das hatten Ranisch und Benzwi mit ihrer Revue ja im Sinn.«
Peter Zander, Berliner Morgenpost, 15.06.2026
Der Soundtrack der DDR: »Mokka-Hits und Milchbar-Träume«
Der Soundtrack der DDR: »Mokka-Hits und Milchbar-Träume«
#KOBMokkaHits
15. Juni 2026
Dieser Revue gelingt etwas Seltenes: die Unbeschwertheit der Hits zu feiern als die Version eines besseren Deutschlands. Und zugleich zu zeigen, dass die Realität anders aussah…
Maria-Danaé Bansen mit göriger Energie, Mirka Wagner mit Jubel-Höhen und Johannes Dunz mit Tenor-Schmelz, Nico Holonics fügt allem eine gute Prise Lebenshunger hinzu. Alfred Mayerhofer findet für jede Epoche neue sprechende Kostüme zwischen Pettycoat und Staubmantel, sehr kurzen Hosen und Einheits-Jeans, Biederkeit und Glamour.
Musikalisch hat Benzwi den Abend souverän im Griff. Was dieser Mann anfasst, wird zu Gold, ob an der Komischen Oper oder am Berliner Ensemble. Auch hier hat er sehr feine Arrangements geschaffen, lässt den Chor strahlen, entlockt dem Orchester kraftvolle Bigband-Farben, begleitet die delikatesten Momente allein am Klavier. So veredelt er auch harmlosere Ohrwürmer wie das titelgebende »In der Mokka-Milch-Eisbar« und »Heißer Sommer«. Viele Nummern aber gibt es, die einen unmittelbar anrühren in ihrer Sehnsucht, weil die Texte von heute sein könnten…
Der Abend beginnt und endet leise, nachdenklich. »Mokka-Hits und Milchbar-Träume« verneigen sich tief vor der künstlerischen Leistung, weinen aber in einer Zeit, in der die AfD die DDR zum Vorbild für ganz Deutschland erheben will, dem untergegangenen Staat keine Träne nach.
Maria-Danaé Bansen mit göriger Energie, Mirka Wagner mit Jubel-Höhen und Johannes Dunz mit Tenor-Schmelz, Nico Holonics fügt allem eine gute Prise Lebenshunger hinzu. Alfred Mayerhofer findet für jede Epoche neue sprechende Kostüme zwischen Pettycoat und Staubmantel, sehr kurzen Hosen und Einheits-Jeans, Biederkeit und Glamour.
Musikalisch hat Benzwi den Abend souverän im Griff. Was dieser Mann anfasst, wird zu Gold, ob an der Komischen Oper oder am Berliner Ensemble. Auch hier hat er sehr feine Arrangements geschaffen, lässt den Chor strahlen, entlockt dem Orchester kraftvolle Bigband-Farben, begleitet die delikatesten Momente allein am Klavier. So veredelt er auch harmlosere Ohrwürmer wie das titelgebende »In der Mokka-Milch-Eisbar« und »Heißer Sommer«. Viele Nummern aber gibt es, die einen unmittelbar anrühren in ihrer Sehnsucht, weil die Texte von heute sein könnten…
Der Abend beginnt und endet leise, nachdenklich. »Mokka-Hits und Milchbar-Träume« verneigen sich tief vor der künstlerischen Leistung, weinen aber in einer Zeit, in der die AfD die DDR zum Vorbild für ganz Deutschland erheben will, dem untergegangenen Staat keine Träne nach.
Georg Kasch, Die Deutsche Bühne, 15.06.2026
Heiteres aus 40 Jahren DDR
Heiteres aus 40 Jahren DDR
#KOBMokkaHits
12. Juni 2026
Es ist ein politischer Abend geworden – ein Abend, der hoffentlich sehr viel mit unserer heutigen Zeit zu tun hat. Adam Benzwi und ich haben uns bei allen Texten, bei allen Musikstücken immer gefragt: Welche Bögen können wir ins Heute schlagen? Mokka-Hits und Milchbar-Träume bringt deutsch-deutsche Geschichte auf die Bühne – als einen Abend, der unterhaltend ist, aber auch nachdenklich macht mit einer Prise Melancholie.
Regisseur Axel Ranisch im Interview mit Deutschlandfunk Kultur am 8. Juni 2026
#KOBMokkaHits
