Alter Mann, was tust du?
Lear
Aribert Reimann
Premiere
Ein Sturm zieht auf! Aribert Reimanns überwältigende Klassiker-Vertonung Lear kehrt zurück an die Komische Oper Berlin, wo schon Harry Kupfer und Hans Neuenfels den großen Stoff vom alten König inszenierten. Im Flughafen Tempelhof zeigt nun Barrie Kosky bildgewaltig, wie sich über Shakespeares erschütternder Vaterfigur ein Gewitter der Machtgeilheit entlädt.
König Lear schleppt sich dem Tod entgegen. Sein Reich will er unter seinen drei Töchtern aufteilen, wobei jene den größten Teil erhalten soll, die den Vater am meisten liebt. Während Goneril und Regan einander in Liebesschwüren übertrumpfen, kämpft Cordelia, die jüngste, nicht um ihren Anteil. Sie, die den Vater ehrlich liebt, verweigert den Wettstreit und trifft ihn gerade damit schwer.
König Lear schleppt sich dem Tod entgegen. Sein Reich will er unter seinen drei Töchtern aufteilen, wobei jene den größten Teil erhalten soll, die den Vater am meisten liebt. Während Goneril und Regan einander in Liebesschwüren übertrumpfen, kämpft Cordelia, die jüngste, nicht um ihren Anteil. Sie, die den Vater ehrlich liebt, verweigert den Wettstreit und trifft ihn gerade damit schwer.
Lear verstößt seine Lieblingstochter. Ohne Mitgift verheiratet er Cordelia an den König von Frankreich, der wenig später Lears Lande überfallen wird. Kaum ist das Reich geteilt, verbünden sich Goneril und Regan auch schon in offener Verachtung für den greisen Vater. Begleitet nur von seinem Narren, irrt der alte König nachts auf offenem Feld durch Regen und Sturm …
Aribert Reimanns 1978 uraufgeführte Oper Lear verdichtet Shakespeares monumentales Drama in elf – teils simultan erklingenden – Szenen zu einem zeitlosen Meisterwerk von unvergleichlicher stimmlicher und instrumentaler Ausdruckskraft. Barrie Kosky inszeniert den Klassiker des modernen Musiktheaters als Endspiel eines Königs, der weiß, wie wenig Zeit ihm bleibt, und doch die Wahrheit nicht hören will. Der geliebt wird – und doch alleine sterben muss.
I.
König Lear will sein Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen und fordert dafür von jeder eine öffentliche Liebeserklärung. Während Goneril und Regan einander in Schmeicheleien überbieten, kämpft Cordelia, die jüngste, nicht um ihren Anteil. Sie, die den Vater ehrlich liebt, verweigert den Wettstreit und trifft ihn gerade damit schwer. Lear verstößt seine Lieblingstochter und verheiratet sie ohne Mitgift an den König von Frankreich. Der Graf von Kent wird verbannt, als er versucht, Lear zur Vernunft zu bringen. Unterdessen intrigiert Edmund, der uneheliche Sohn des Grafen von Gloster, gegen seinen bevorteilten Halbbruder Edgar. Durch eine List gelingt es ihm, seinen Vater gegen Edgar aufzubringen. Edgar flieht und gibt sich fortan als verrückter Bettler Tom aus.
König Lear will sein Reich unter seinen drei Töchtern aufteilen und fordert dafür von jeder eine öffentliche Liebeserklärung. Während Goneril und Regan einander in Schmeicheleien überbieten, kämpft Cordelia, die jüngste, nicht um ihren Anteil. Sie, die den Vater ehrlich liebt, verweigert den Wettstreit und trifft ihn gerade damit schwer. Lear verstößt seine Lieblingstochter und verheiratet sie ohne Mitgift an den König von Frankreich. Der Graf von Kent wird verbannt, als er versucht, Lear zur Vernunft zu bringen. Unterdessen intrigiert Edmund, der uneheliche Sohn des Grafen von Gloster, gegen seinen bevorteilten Halbbruder Edgar. Durch eine List gelingt es ihm, seinen Vater gegen Edgar aufzubringen. Edgar flieht und gibt sich fortan als verrückter Bettler Tom aus.
Kaum ist das Reich geteilt, verbünden sich Goneril und Regan in ihrer Machtgier gegen Lear. Sie verweigern seinem Gefolge die Gastfreundschaft und überlassen ihn sich selbst, als ein gewaltiger Sturm aufzieht. In hilfloser Wut irrt Lear, nur von seinem Narren und dem vermummten Kent begleitet, durch die Nacht. Auf der Suche nach Zuflucht begegnen sie dem »armen Tom«. Der Graf von Gloster erscheint, um Lear in Sicherheit zu bringen.
II.
Frankreich zieht gegen Britannien in den Krieg. Weil Gloster für einen französischen Spion gehalten wird, blenden ihn Regan und ihr Gatte, der Herzog von Cornwall, zur Strafe. Während der grausamen Tat kommt Cornwall selbst ums Leben. Gloster muss erkennen, dass nicht Edgar, sondern Edmund ihn verraten hat. Gebrochen macht er sich auf den Weg nach Dover, um sich dort von den Klippen zu stürzen. »Tom« erklärt sich dazu bereit, den blinden Vater zu führen. Die beiden stoßen auf den völlig entrückten Lear.
Lear wird ins Lager der Franzosen gebracht und bittet dort Cordelia um Vergebung. Als das britische Heer unter der Führung Edmunds siegt, geraten Vater und Tochter in Gefangenschaft. Edmund, der sowohl Goneril als auch Regan seine Liebe versprochen hat, gibt den Befehl, Cordelia hinzurichten. Plötzlich erscheint Edgar und tötet seinen Bruder im Zweikampf. Regan stirbt am Gift Gonerils, die sich nach Edmunds Tod selbst das Leben nimmt. Lear bricht beim Anblick der toten Cordelia das Herz.
Oper in zwei Teilen nach William Shakespeare
eingerichtet von Claus H. Henneberg [1978]
eingerichtet von Claus H. Henneberg [1978]
Premiere am 16. September 2026
Kurzeinführung 45 min vor Vorstellungsbeginn im überdachten Outdoor-Foyer
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11. September 2026
Welt ohne Mütter
Regisseur Barrie Kosky im Gespräch über Patriarchen, männliche Arroganz und das verhängnisvolle Nichts
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4. September 2026
Archaisches Elementartheater
Mich fasziniert, wie Reimann mit diesen zeitlosen Themen des Stoffs umgeht: eine dysfunktionale heteronormative Familie als Metapher für die ganze Welt, Macht, Machtmissbrauch, Krieg, Wahnsinn. In Lear geht es um enge zwischenmenschliche Beziehungen. Deshalb konzentriere ich mich auf die Körper, die Emotionen, die Stimmen. […] Es wird ein archaisches Elementartheater: konzentriert, ohne Schnickschnack. Der Hangar 4 ist das Bühnenbild. Wenn nur zwei Menschen in Hysterie und voller Angst über diese große Fläche laufen – das alleine ist schon Theater.
Barrie Kosky, Regisseur Lear, in: Siegessäule 09/26, Ecki Ramón Weber: Sturm in Hangar 4
#KOBLear


