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Dazwischen und außer­halb

Eine Soiree zum Phänomen Orlando
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Südengland, in den 1920er-Jahren: Voller Faszination kreist Virginia Woolf in ihrem Schreiben immer wieder um das Thema „Androgynität”. Mit der fiktiven Biografie Orlando verfasst sie eine Transgender-Geschichte avant la lettre – und ganz nebenbei eine queere Liebeserklärung an ihre Freundin Vita Sackville-West. Zur selben Zeit in Berlin forscht der Arzt und Pionier der Sexualwissenschaft Magnus Hirschfeld zu „sexuellen Zwischenstufen”, setzt sich für die Emanzipation und Antidiskriminierung von homosexuellen, inter- und transgeschlechtlichen Menschen ein und kämpft für eine Auflösung des binären Geschlechterverständnisses.

Aus Anlass des Magnus Hirschfeld Tages, des Deutschen Diversity-Tages und der Premiere von Olga Neuwirths Oper Orlando widmet sich die Komische Oper Berlin in Kooperation mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld dem Thema Genderfluidität in einer Soiree: Mit der Literaturwissenschaftlerin Karoline Strauch und dem Medizinhistoriker Rainer Herrn sprechen wir über Queer Modernism, Woolfs Klassiker und die Geschichte der frühen Sexualwissenschaft. Was hätten Virginia Woolf und Magnus Hirschfeld einander zu erzählen gehabt? Und wie wird Orlando heute gelesen? Die an der Neuproduktion beteiligten Sänger:innen Ema Nikolovska (Orlando) und Kevin(a) Taylor (Orlando’s Child) rahmen den Abend mit einer Reise durch Zeit, Stil und Identitäten musikalisch ein.

Nächste Termine und Besetzung

Schillertheater – Foyer

Bismarckstraße 110
10625 Berlin
Di
26. Mai 2026
19:00

In Kopperation mit

#KOBOrlando

30. April 2026
Im letzten Teil der Oper tritt eine Anspielung auf Donald Trump auf, doch wird er nicht wörtlich als er selbst dargestellt, sondern durch Mutanten verkörpert, die sich seiner Slogans und der Sprache der Selbstinszenierung bedienen.
Auf sehr treffende Weise zeichnet Olga Neuwirth hier ein Bild des gegenwärtigen Populismus und Nationalismus. Sie zeigt, wie gefährlich Politik wird, wenn sie sich in ein Spektakel verwandelt und beginnt, auf gesellschaftlicher Angst sowie auf der Ausgrenzung anderer zu basieren.

Regisseurin Ewelina Marciniak über ihre Neusinszinierung von Olga Neuwirths Oper Orlando, in: Corinna Kolbe: Abgesang auf das Patriarchat, Tagesspiegel Spielzeit von 24.04.2026
#KOBOrlando