Omen!
Belshazzar
Georg Friedrich Händel
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit!
Regierende Rüpel sind wieder in Mode und an der Macht. Dieser Typus Mann räumt auf, stürzt um, greift durch, nimmt aus; und er fühlt sich dabei toll, jung und heiterdestruktiv. Auch König Belshazzar war ein Rüpel, ein Monsterregent im Nahen Osten in biblischen Zeiten …
Im Rausch eines höfischen Festes verhöhnt König Belshazzar den jüdischen Gott Jehova: »Ich bin der König von Babylon!« Gegen Mitternacht flimmert an der Wand eine Rätsel-Schrift auf: MENE, MENE, TEKEL UPHARSIN. Niemand kann die Zeichen deuten. Die kluge Königinmutter will den jüdischen Propheten Daniel befragen. Er wird geholt – deutet die Zeichen. MENE: Der Gott, den du gelästert, hat deine Tage gezählt und endet sie. TEKEL: Du bist gewogen und für zu leicht befunden worden. UPHARSIN: Dein Reich wird aufgeteilt zwischen Medern und Persern. Das Oratorium endet wie prophezeit – mit dem Tod des Rüpel-Königs und der beglückenden Befreiung des babylonischen und jüdischen Volkes aus dessen Herrschaft.
Im Rausch eines höfischen Festes verhöhnt König Belshazzar den jüdischen Gott Jehova: »Ich bin der König von Babylon!« Gegen Mitternacht flimmert an der Wand eine Rätsel-Schrift auf: MENE, MENE, TEKEL UPHARSIN. Niemand kann die Zeichen deuten. Die kluge Königinmutter will den jüdischen Propheten Daniel befragen. Er wird geholt – deutet die Zeichen. MENE: Der Gott, den du gelästert, hat deine Tage gezählt und endet sie. TEKEL: Du bist gewogen und für zu leicht befunden worden. UPHARSIN: Dein Reich wird aufgeteilt zwischen Medern und Persern. Das Oratorium endet wie prophezeit – mit dem Tod des Rüpel-Königs und der beglückenden Befreiung des babylonischen und jüdischen Volkes aus dessen Herrschaft.
Herbert Fritsch – wieder da! – findet in diesem Stoff ein ideales Material. Die legendäre Geschichte von König Belshazzar wird bei Fritsch aus dem oratorienhaften Habitus in einen wilden Tanz überführt. Sein entfesseltes Theater jagt die Figuren in diverse Wechselbäder der Gefühle: Stolz und Freude, Liebe und Hass, Hoffnung und Hybris, Horror und Panik. All diese Affekt-Räume sind in Händels Oratorium zu hören. Aus den der barocken Komposition fein abgelauschten Partikeln filtert Fritsch die Motive für sein horrendes Körperspiel. »Alles muss haarscharf in eine tobende Ordnung gebracht werden.« Dieses Motto von Antonin Artaud könnte dem Händel-Fritsch-Abend an der Komischen Oper Berlin gut vorstehen. Man darf gespannt sein – Fritsch ist es auch.
Während die Stadt Babylon vom medisch-persischen Heer belagert wird, klagt eine Mutter über das Schicksal ihres Sohnes – Königin Nitocris sieht den Niedergang des babylonischen Reiches heraufdämmern, dessen Merkmale von ihrem Sohn Belshazzar verkörpert werden: Eitelkeit, Korruption, Treulosigkeit und Unterdrückung.
Der assyrische Adlige Gobrias ist seit der Ermordung seines Sohnes durch Belshazzar von Rachedurst erfüllt und fest entschlossen, Vergeltung zu üben.
Gemeinsam mit Cyrus, dem Anführer des persischen Heeres, schmiedet er Pläne, Babylon von der Herrschaft Belshazzars zu befreien und einen Machtwechsel herbeizuführen. Da das Fest des babylonischen Weingottes Sesach bevorsteht, bietet sich die perfekte Gelegenheit für eine Kriegslist: Der Euphrat soll umgeleitet werden, um am Festtag in die Stadt einzudringen. Der jüdische Prophet Daniel begrüßt diese Pläne, denn gemäß den Prophezeiungen Jesajas und Jeremias nähert sich der Untergang Babylons, was auch die Befreiung des jüdischen Volkes bedeuten würde.
Der assyrische Adlige Gobrias ist seit der Ermordung seines Sohnes durch Belshazzar von Rachedurst erfüllt und fest entschlossen, Vergeltung zu üben.
Gemeinsam mit Cyrus, dem Anführer des persischen Heeres, schmiedet er Pläne, Babylon von der Herrschaft Belshazzars zu befreien und einen Machtwechsel herbeizuführen. Da das Fest des babylonischen Weingottes Sesach bevorsteht, bietet sich die perfekte Gelegenheit für eine Kriegslist: Der Euphrat soll umgeleitet werden, um am Festtag in die Stadt einzudringen. Der jüdische Prophet Daniel begrüßt diese Pläne, denn gemäß den Prophezeiungen Jesajas und Jeremias nähert sich der Untergang Babylons, was auch die Befreiung des jüdischen Volkes bedeuten würde.
Belshazzar hingegen sieht dem Fest voller Freude entgegen. Im Beisein der ins Exil gezwungenen Juden kündigt er ein berauschendes Gelage an; als gotteslästerlichen Gipfel plant er, den Wein aus den heiligen Gefäßen zu trinken, die sein Großvater Nebukadnezar einst in Jerusalem raubte. Vergeblich versucht Nitocris, ihren Sohn vor der Entweihung der Reliquien zu warnen. Berauscht vom Wein und im Lobpreis seiner Götzen versunken, fordert König Belshazzar den Gott Israels heraus. Doch die Antwort folgt sogleich: Eine geisterhafte Hand erscheint und schreibt flammende, unverständliche Zeichen an die Wand.
Der König verspricht demjenigen Macht und Reichtum, der die Schrift zu deuten wisse. Der Prophet Daniel wird gerufen und offenbart Belshazzar das vernichtende Urteil Gottes: Die Tage seiner Herrschaft seien gezählt, er sei gewogen und für zu leicht befunden worden, und sein Reich werde unter den Medern und Persern aufgeteilt. Nitocris ahnt das drohende Unheil, wobei Daniel ihr keinen Trost zu spenden vermag: Von Belshazzar ist keine Umkehr zu erhoffen. Cyrus, Gobrias und das Heer stürmen in den Palast, während die Juden den Fall der babylonischen Götter besingen. In der darauffolgenden Schlacht fällt Belshazzar, womit sich die Prophezeiung
erfüllt. Als Sieger verkündet Cyrus den Gott Israels als den einzigen Gott und verspricht die Heimkehr der Juden sowie den Wiederaufbau Jerusalems.
Oratorium in drei Akten [1745]
Libretto von Charles Jennens nach Bibeltexten
Libretto von Charles Jennens nach Bibeltexten
Premiere am 28. März 2026
30 min vor jeder Vorstellung findet eine Stückeinführung im Foyer statt (außer vor Premieren, Kinderopern, konzertanten Aufführungen, Silvester- und Sonderveranstaltungen)
#KOBBelshazzar
31. März 2026
»Regisseur Herbert Fritsch hat der barocken Vorlage ein kongenial schillerndes Gewand verpasst. … Das Orchester und George Petrou füllen Händels abwechslungsreiche musikalische Dramaturgie mit kontrastreichem Leben. Und am Ende muss es uns nicht mehr leidtun um die Gefangenen, sondern nun um den törichten König. Dessen Tod scheint genauso sinnlos, wie sein Leben wohl war. So muss Oper.«
Katharina Granzin, taz, 31.03.2026
Goldschleppe schlägt Goldkehlchen
Goldschleppe schlägt Goldkehlchen
#KOBBelshazzar
29. März 2026
Händel-Spezialist George Petrou hat für diese Momente der hochgespannten Dramatik ein feines Gespür. Wie da die Sprache knackt, wie der Orchesterklang plötzlich fahl wird, ausbleicht, um dann mit Verve Akzente zu setzen! Das Orchester der Komischen Oper ist aber auch jederzeit zu Trompetenjubel fähig… Wie Petrou schon in der Ouvertüre eine sehr genaue Artikulation findet, Spannungen aufbaut und auflöst, das gehört zu den Höhepunkten des Abends.
Georg Kasch, Die Deutsche Bühne, 29.03.2026
Treppenwitz
Treppenwitz
#KOBBelshazzar
29. März 2026
»Die Chorsolisten haben große Aufgaben in dieser szenischen Produktion und sie erfüllen sie spielstark. Welcher Opernchor kann schon so wunderbar tänzeln, kollektive Koloraturen vorführen und Grimassen schneiden? Das Oratorium lebt von mächtigen Chören. Hallelujah! ... Sopranistin Soraya Mafi weiß sich im Spannungsfeld zwischen ehrgeiziger Drahtzieherin und besorgter Mutter durchzusetzen. Stimmlich gelingen ihr die mächtigsten und die berührendsten Momente. Für das Mutter-Sohn-Verhältnis hat der Regisseur ein schönes Bild gefunden. Die überlange Schleppe Belshazzars ist das Führungsseil der Mutter. Die Schleppe wird zum Machtinstrument.«
Volker Blech, Berliner Morgenpost, 29.03.2026
Komische Oper: Hinter jedem König steht eine ehrgeizige Mutter
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#KOBBelshazzar
29. März 2026
»Die Komische Oper zeigt Händels Oratorium »Belshazzar« in Herbert Fritschs Regie als grellbunte Mischung aus Bibelstoff und Klamauk.«
Volker Blech, Berliner Morgenpost, 29.03.2026
Komische Oper: Hinter jedem König steht eine ehrgeizige Mutter
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#KOBBelshazzar
26. März 2026
Ein Oratorium als Menetekel
Politik und Liebe in Händels Belshazzar
#KOBBelshazzar
Einführung
23. März 2026
Das Publikum hat kein Metronom
Dirigent George Petrou im Gespräch über die Grenzen der historischen Aufführungspraxis und über Händel im 21. Jahrhundert
#KOBBelshazzar
Intwerview


