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Memento mori
Echnaton (Akhnaten)
Philip Glass
Oper in drei Akten [ 1984 ]
Libretto von Philip Glass in Zusammenarbeit mit Shalom Goldman, Robert Israel, Richard Riddell und Jerome Robbins
©1983 Dunvagen Music Publishers Inc. Used by Permission.
Oper in drei Akten [ 1984 ]
Libretto von Philip Glass in Zusammenarbeit mit Shalom Goldman, Robert Israel, Richard Riddell und Jerome Robbins
©1983 Dunvagen Music Publishers Inc. Used by Permission.
2017 feierte »Satyagraha« an der Komischen Oper Berlin seine umjubelte Premiere. Nun erscheint ein weiteres Werk der Opern-Trilogie des Minimal-Music-Pioniers Philip Glass, in deren Zentrum je eine Persönlichkeit steht, die die Welt veränderte: Diesmal ist es der ägyptische Pharao Echnaton. Regie führt Barrie Kosky, der nicht nur mit »Moses und Aron« gezeigt hat, wie bildmächtig und nahbar der Mythos in zeitgenössischen Klängen wirken kann.
»Echnaton« besteht aus elf Szenen, die zusammen keine lineare Handlung bilden, sondern die Lückenhaftigkeit der historischen Quellenlage widerspiegeln. Die drei Akte zeichnen grob die Idee des »Rise«, »Reign« und »Fall« Echnatons nach. Der gesamte Text wurde aus historischen Quellen übernommen und wird überwiegend in den Sprachen der Originalquellen gesungen (Ägyptisch, Akkadisch, Althebräisch) und nur vereinzelt in die Sprache des Publikums übersetzt.
In Philip Glass’ Arbeit nimmt die große Form der Oper eine zentrale Stellung ein. Mit »Einstein on the Beach«, »Satyagraha« und »Echnaton« schuf er ein Triptychon, das sich in den zwei ersten Teilen mit Albert Einstein und Mahatma Gandhi zwei prägenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts widmet. Der titelgebende ägyptische Pharao Echnaton lebte hingegen 3500 Jahre früher und gilt als Begründer der ersten monotheistischen Religion. Eine Religion, die sich nie gänzlich durchsetzte, nach Echnatons Tod zugrunde ging und doch als wichtige Wegbereiterin der monotheistischen Religionen – des Judentums, des Christentums und des Islam – gilt.
Pferd frisst Hut –
Zusatzvorstellungen am 28. Mai, 04. und 06. Juni
Der doppelte Herbert geht durch die Decke! Nach dem Erfolg der Premiere und der vier ausverkauften Folgevorstellungen im Rahmen des Festivals »Schall&Rausch« gibt es gute Neuigkeiten für alle Fritsch- und Grönemeyer-Fans, die bisher noch nicht die Chance hatten, oder aber von der absurden Slapstick-Komödie einfach nicht genug bekommen können: Im Mai und Juni wird es drei Zusatzvorstellungen geben!
In der Fassung von Herbert Grönemeyer (Musik) und Herbert Fritsch (Inszenierung) bekommt das gesellschaftskritische Erfolgsstück »Ein Florentinerhut« von Eugène Labiche eine neue Aktualität. In schneller Abfolge von albernen und absurden Szenen entsteht ein anarchisches Musiktheater, das sich nicht in eine Schublade stecken lässt und ein eigenes Genre erfindet. Herbert Grönemeyer kehrt zu seinen Wurzeln als Theatermusiker zurück und komponiert ein gutgelauntes, mitunter herzschmerzendes Musiktheater für großes Ensemble, in dem Songs mit Ohrwurm-Potenzial auf Orchesterpassagen und Wortkaskaden auf nostalgische Momente treffen. Eine Riesengaudi mit doppelt-unverkennbar Herbert’scher Handschrift!
Am 28. Mai sowie am 04. und 06. Juni kann das Publikum diesen opulenten, komischen, ebenso absurden wie gewitzten Klamauk über Eugène Labiches Verwechslungskomödie »Ein Florentinerhut« @ Schillertheater erleben. Tickets sind ab sofort an der Opernkasse, online oder telefonisch erhältlich. Interessierte sollten schnell sein, denn für die bereits angekündigten Vorstellungen im Mai gibt es nur noch eine Handvoll Tickets.
Das Sinfoniekonzert zum Valentinstag
Date
Das perfekte Date zum Valentinstag mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin im Rahmen unseres Festivals »Schall&Rausch«: zauberhafte Liebestänze Manuel de Fallas und die Eroica, die alle Herzen erobernde 3. Sinfonie des Weltveränderers Ludwig van Beethoven! Jene Sinfonie, um deren Titel sich viele Theorien ranken... Für wen oder was steht die Eroica, das Heroische, wirklich? Verarbeitet Beethoven einen antiken Helden oder doch sein eigenes Ringen mit dem künstlerischen Schaffen und der fortschreitenden Ertaubung? Kampf und Heldentum vermittelt die Sinfonie allemal. Bei der Komposition seiner 3. Sinfonie, der Eroica, setzte Beethoven den Grundstein der großen klassisch-romantischen Sinfonie: länger, dynamischer, monumentaler als je zuvor!
In zwei Balletten destilliert Manuel de Falla die musikalische Essenz der andalusischen Seele: Der Dreispitz erzählt die Geschichte einer Müllerin, die sich gemeinsam mit ihrem Ehemann über den in sie verliebten Landvogt lustig macht. Eigentlich sollte das Werk 1917 uraufgeführt werden, doch die Wirren des Ersten Weltkriegs verhinderten dies, da der Auftraggeber der russischen Ballettkompagnie, Serge Diaghilev, aufgrund der politischen Situation nicht einreisen konnte. Erst 1919 konnte der Dreispitz in London mit einem Bühnenbild von Pablo Picasso zur Aufführung kommen.
Liebeszauber handelt von der Witwe Candelas, die mit ihrem Geliebten den Geist ihres verstorbenen Mannes exorziert und mit dem berühmt-berüchtigten rituellen Feuertanz in die Arme ihrer Freundin Lucía tanzt. Auf der Suche nach einer Alternative zur traditionellen Oper kombiniert de Falla spanische Folklore mit Klängen und Flamenco-Tanzrhythmen, die das dramatische Geschehen auf der Bühne unterstreichen und die emotionalen Konflikte zwischen den Charakteren verstärken.
Marzena Diakun kehrt nach ihrem Erfolg in der Konzertsaison 2023/24 zurück ans Pult des Orchesters der Komischen Oper Berlin. Gemeinsam bringen sie de Fallas und Beethovens Meisterwerke im Vollgutlager zum Klingen: Wer könnte sich bei dieser Musik nicht verlieben?
Zu hören sind:
MANUEL DE FALLA [1876–1946]
Der Dreispitz
Der Liebeszauber
LUDWIG VAN BEETHOVEN [1770–1827]
Sinfonie Nr. 3 Eroica in Es-Dur op. 55
Musikalische Leitung: Marzena Diakun
Besetzung
Solistin: Mayte Martín
Orchester der Komischen Oper Berlin
Sinfoniekonzert »Date« am 14. Februar, 19.30 Uhr, Komische Oper Berlin @ Vollgutlager (Rollbergstraße 26, 12053 Berlin)
Der doppelte Herbert!
Pferd frisst Hut
Im Rahmen des Festivals »Schall&Rausch«!
Herbert Fritsch kehrt nach »Don Giovanni« und »Der fliegende Holländer« an die Komische Oper Berlin zurück, diesmal im Doppelpack mit der deutschen Pop-Ikone Herbert Grönemeyer und einem opulenten, komischen, ebenso absurden wie gewitzten Klamauk über Eugène Labiches Verwechslungskomödie »Ein Florentinerhut« im Rahmen unseres Festivals »Schall&Rausch«!
Das Pferd des reichen Müßiggängers Fadinard frisst frecherweise den Strohhut von Madame Beauperthuis, während diese sich im Wald mit dem Polizisten Tavernier vergnügt. Das scheint erstmal nicht weiter tragisch, doch der Imbiss hat dramatische Folgen! Denn wenn Madame ohne Hut nach Hause kommt, erfährt ihr eifersüchtiger Gatte vom heimlichen Techtelmechtel mit ihrem Polizisten. Die in flagranti ertappten Geliebten fordern sofortigen Hut-Ersatz. So rast Fadinard ausgerechnet am Tag seiner Hochzeit auf der Suche nach einem identischen Ersatzhut durch ganz Paris. Nicht nur seine eigene tölpelhafte Verwandtschaft macht ihm dabei immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Die ständige Anwesenheit Madame Beauperthuis’, die sichergehen will, dass er sein Versprechen hält, weckt wiederum die Eifersucht seiner Braut Hélène, und als nicht nur der gehörnte Ehemann auftaucht, sondern ihn auch noch der Polizist Tavernier zum Duell fordert, ist die Verwicklung perfekt.
In der Fassung von Herbert Grönemeyer (Musik) und Herbert Fritsch (Inszenierung) bekommt das gesellschaftskritische Erfolgsstück »Ein Florentinerhut« von Eugène Labiche eine neue Aktualität. In schneller Abfolge von albernen und absurden Szenen entsteht ein anarchisches Musiktheater, das sich nicht in eine Schublade stecken lässt und ein eigenes Genre erfindet. Herbert Grönemeyer kehrt zu seinen Wurzeln als Theatermusiker zurück und komponiert ein gutgelauntes, mitunter herzschmerzendes Musiktheater für großes Ensemble, in dem Songs mit Ohrwurm-Potenzial auf Orchesterpassagen und Wortkaskaden auf nostalgische Momente treffen. Eine Riesengaudi mit doppelt-unverkennbar Herbert’scher Handschrift!
Knusper, Knusper, Knäuschen...
Hänsel und Gretel
Märchenspiel in drei Bildern [1893]
Libretto von Adelheid Wette
Libretto von Adelheid Wette
Engelbert Humperdincks große Märchenoper für die ganze Familie ist zurück auf der Bühne der Komischen Oper Berlin! In der Neuinszenierung von Dagmar Manzel erblüht die Geschichte der Geschwister im Wald zu neuem Leben: voller kindlicher Fantasie, poetischem Witz und ganz viel Zauber
Es ist der Albtraum aller Eltern: Gerade noch mit den Kindern geschimpft – und plötzlich sind sie verschwunden! Hänsel und Gretel wachsen »von der Hand in den Mund« auf. Kein Wunder, dass man da schon mal in den Wald geschickt wird, um Beeren zu sammeln. Doch genau dabei gehen Hänsel und Gretel nach einem Streit mit den Eltern prompt verloren. Auf sich allein gestellt mit ihren Ängsten und Gedanken – aber auch mit ihrer unendlichen Fantasie – entdecken die beiden Kinder die Welt des Waldes für sich. Als sie dann noch auf ein mit Köstlichkeiten nur so um sich werfendes Hexenhaus stoßen, scheinen sich Sorgen und Hunger für immer aufzulösen. Wenn da nicht die Sache mit der Hexe wäre … denn der schmecken ihre Pfefferkuchen erst so richtig gut, wenn Kinder auf der Zutatenliste stehen. Doch in größter Not beweisen Hänsel und Gretel ihre ungeheure Stärke und besiegen gemeinsam das Böse.
»Hänsel und Gretel« ist bis heute nicht nur eines der berühmtesten Märchen der Brüder Grimm, sondern auch Engelbert Humperdincks bekannteste Oper: farbenreich und effektvoll wie Richard Wagner, packend wie eine Abenteuergeschichte und voller Raum für Fantasie und Zauber. 1893 in Weimar uraufgeführt, wurde das Werk zu einem sofortigen Erfolg. Das Geheimrezept: die enge Zusammenarbeit mit Humperdincks Schwester Adelheid Wette, die Schriftstellerin war und das Märchen von Hänsel und Gretel für ihre eigenen Kinder in Form eines Singspiels mit kindgerechter Bearbeitung aufgeschrieben hatte. Mit der Verbindung zwischen der Volksliedtradition, die im Text angeklungen war, und Humperdincks eigener romantischer Musiksprache, schuf das Geschwisterpaar ein Werk, das sowohl zugänglich als auch tiefgründig war – eine Oper, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen ansprechen konnte.
Nach dem großen Erfolg ihrer Inszenierung von Pippi Langstrumpf nimmt sich Dagmar Manzel einen weiteren Klassikerstoff der Kinderliteratur vor. Sie erweckt den Zauber des deutschen Märchens mit all seinen unerklärlichen Facetten, unheimlichen Adern und dem unbesiegbaren Glauben an das Gute zu neuem Leben. Musikalisch zur Seite steht ihr dabei die Dirigentin Yi-Chen Lin, die Humperdincks Klangzauber aus dem Waldboden steigen lässt.
Festival für brandneues Musiktheater
SCHALL&RAUSCH
vom 7. bis 16. Februar 2025
Am 7. Februar 2025 geht unser Festival für brandneues Musiktheater Schall&Rausch in die dritte Runde! Auf dem Areal der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln (SchwuZ Queer Club, KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst und Vollgutlager), im Heimathafen Neukölln und im Charlottenburger Schillertheater finden bis zum 16. Februar Musiktheater-Premieren, Uraufführungen, Performances, Playrooms, Gig Theatres, Konzerte und ein Symposium mit Künstler:innen aus Berlin und aller Welt statt.
Die türkische Aktivistin und Performerin Gaye Su Akyol trifft auf Herbert Grönemeyer und Herbert Fritsch, das ukrainische Kollektiv Opera Aperta auf die belgische Sängerin, Komponistin, Autorin und Regisseurin Liesa Van der Aa, Ensemblemitglied Alma Sadé auf die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin Anke Retzlaff. Theaterschamane Daniel Cremer führt das Publikum durch intime Playrooms von Künstler:innen der vergangenen Festivalausgaben: Generalmusikdirektor James Gaffigan, Loulou Hameleers (CLUB GEWALT und Herr Hamsterfleisch, Niederlande) sowie Nhlanhla Mahlangu (The Centre for the Less Good Idea, Südafrika). Gemeinsam mit Sänger:innen und dem Orchester der Komischen Oper Berlin kommen sie in Schall&Rausch zusammen, um in guter Komische-Oper-Tradition den Spagat zwischen Experiment und Pop, Tiefgang und funkelnder Oberfläche zu wagen!
Presseanfragen richten Sie bitte direkt an Ruth Hundsdoerfer:
Mail: Extern.Hundsdoerfer@komische-oper-berlin.de
Telefon: +49-171-2670848
Absage der Inszenierung »Mein Freund Bunbury« aufgrund der massiven Kürzungen in 2025
Aufgrund erheblicher Kürzungen und damit einhergehender Sparzwänge im laufenden Berliner Haushalt sieht sich die Komische Oper Berlin gezwungen, die für Juni 2025 geplante Inszenierung »Mein Freund Bunbury« abzusagen. Im Anschluss an die Vorstellungen der Spielzeit 2024/25 im Interimsquartier im Schillertheater war »Mein Freund Bunbury« zum Spielzeitabschluss als Neuproduktion im Zelt vor dem Roten Rathaus angesetzt.
Nach dem großen Erfolg des letzten Jahres, dem ausverkauften Publikumsliebling »Messeschlager Gisela«, sollte »Mein Freund Bunbury« an diesen Erfolg anknüpfen. Doch die Einsparungen in Höhe von knapp 4 Millionen Euro im Budget 2025 lassen die Realisierung der neuen Inszenierung leider nicht zu. Hinzu kommt die immer noch nicht abschließend geklärte Situation rund um die Umsetzung der Baumaßnahmen unseres Stammhauses in der Behrenstraße, die weitere finanzielle Unsicherheiten mit sich bringt.
„Schweren Herzens müssen wir uns von der Inszenierung »Mein Freund Bunbury« im Zelt am Roten Rathaus verabschieden. Dieser erste Einschnitt in unser Programm ist unumgänglich, um mit der enormen Zuschussabsenkung im Jahr 2025 zurecht zu kommen. Die drastische Kürzung würde zwangsläufig zu einer Verringerung des Angebotes und ein weniger an Innovation führen.
Wir bedauern die Absage sehr, besonders für alle an der Produktion beteiligten Kolleg:innen und natürlich auch für unser Publikum, das bereits Tickets für diese Produktion erworben hat.“, erklärt die Ko-Intendanz Susanne Moser und Philip Bröking.
Bezüglich der Rückerstattung bereits gekaufter Tickets werden Kund:innen direkt kontaktiert. Weitere Informationen sind erhältlich auf der Webseite unter https://www.komische-oper-berlin.de/bunbury.
Kein Baustopp für die Komische Oper Berlin!
Heute hat der Regierende Bürgermeister, Kai Wegner, in seiner Regierungserklärung zum Berliner Haushalt bekanntgegeben, dass er sich sicher ist, dass die Sanierung der Komischen Oper Berlin fortgesetzt wird. Die Komische Oper Berlin sei von größter Bedeutung für die Kulturmetropole Berlin und er begrüße ausdrücklich, dass die Komische Oper die Notwendigkeiten von Konsolidierungsmaßnahmen anerkennt und eigene Vorschläge gemacht hat, damit die Sanierung zügig umgesetzt werden könne.
Dazu erklären Susanne Moser und Philip Bröking:
„Wir sind froh, dass sich der Regierende Bürgermeister ausdrücklich zur Weiterführung der Sanierung bekannt hat. Jetzt gilt es, den politischen Willen finanziell darzustellen und umzusetzen.
Unser Ziel bleibt unverändert: so schnell wie möglich in unser Stammhaus in der Behrenstraße in Berlin Mitte zurückzukehren. Je schneller der Bau fertig wird, desto mehr entlastet das den Steuerzahler.
Auch im Jahr 2025 wird uns dieses Thema intensiv beschäftigen. Insbesondere, da im Frühjahr der Investitionsplan für die kommenden Jahre aufgestellt wird und sichergestellt werden muss, dass die notwendigen Mittel für die Baumaßnahmen bereitgestellt werden.“
Dazu erklären Susanne Moser und Philip Bröking:
„Wir sind froh, dass sich der Regierende Bürgermeister ausdrücklich zur Weiterführung der Sanierung bekannt hat. Jetzt gilt es, den politischen Willen finanziell darzustellen und umzusetzen.
Unser Ziel bleibt unverändert: so schnell wie möglich in unser Stammhaus in der Behrenstraße in Berlin Mitte zurückzukehren. Je schneller der Bau fertig wird, desto mehr entlastet das den Steuerzahler.
Auch im Jahr 2025 wird uns dieses Thema intensiv beschäftigen. Insbesondere, da im Frühjahr der Investitionsplan für die kommenden Jahre aufgestellt wird und sichergestellt werden muss, dass die notwendigen Mittel für die Baumaßnahmen bereitgestellt werden.“
Das Neujahrskonzert mit Klezmer, Mahler und Uri Caine
Alles auf los
Die ebenso schmissigen wie herzergreifenden Melodien der jüdischen Klezmer-Musik sind der perfekte Start ins neue Jahr – da sind wir uns sicher. Und Mahler auch. Ach ja, Mahler ist ja eigentlich Klezmer! Denn die musikalische Sprache des in Böhmen geborenen jüdischen Komponisten ist tief in der Volksmusiktradition seiner Heimat verwurzelt. Der US-Amerikaner Uri Caine und seine Klezmer-Band wissen das schon lange und lassen uns gemeinsam mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin unter der Leitung von Generalmusikdirektor James Gaffigan innerlich schluchzen und äußerlich mit den Füßen wippen.
In der Klezmermusik finden sich neben Elementen der religiösen jüdischen Musik auch Einflüsse aus der Tanzmusik der Renaissance, des Barock, des griechisch-osmanischen Raumes sowie der böhmischen Folklore. Da verwundert es kaum, dass Uri Caine und seine Band – immer im Wechsel mit dem Orchester der Komischen Oper Berlin – an diesem besonderen Abend nicht nur intime Arrangements traditioneller Stücke spielen, sondern auch Mozart und Mahler ein kammermusikalisches Update verpassen.
Ganz große Gefühle an der Schnittstelle der musikalischen Welten zum Anfang des Jahres. Einfach reinfallen lassen und gestärkt die ersten Schritte wagen ins neue Jahr 2025. Guten Rutsch!
Zu hören sind:
Traditionelle Melodien sowie Werke von Uri Caine, Gustav Mahler, Mark M. Warshawsky, Sholom Secunda, W. A. Mozart und Iosif Ivanovici
Alle Orchesterstücke wurden von Uri Caine arrangiert.
Berlin hat Besseres verdient
Offener Brief von Generalmusikdirektor James Gaffigan
„Nothing’s going to harm you, not while I’m around...” – heißt es im wunderschönen Song des amerikanischen Komponisten Stephen Sondheim. Dieses Stück bietet einen Moment der Ruhe inmitten all des Blutes und des schwarzen Humors im Musical „Sweeney Todd“, das wir gerade an der Komischen Oper spielen. Text und Musik vermitteln einen friedlichen Schein, einen Schleier der Naivität und – am allerwichtigsten – ein Gefühl der Sicherheit.
Die Kultur in Berlin hielt ich lange für sicher und geschützt. Aus meiner Sicht ist die Kultur sogar das, was diese Stadt ausmacht. Welche andere Stadt bewahrt ihre Geschichte so gut, selbst die schwierigen Aspekte, und schaut trotzdem immer nach vorn? Wenn man die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche anschaut, sieht man nicht nur die dunkle Vergangenheit, man sieht auch, wo das Licht hereinfällt. Diese Gegensätzlichkeit – Dunkelheit und Licht, Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Innovation – ist das Markenzeichen dieser Stadt. Berlin wurde immer und immer wiedergeboren und ist bis heute ein Sehnsuchtsort für die Menschen.
Als amerikanischer Dirigent aus New York City glaubte ich, Berlin sei das Paradebeispiel dafür, wie Kunst und Kultur in einer urbanen Metropole sein sollte – zugänglich für alle und immer auf höchstem Niveau. Das ist nicht nur der Grund, weshalb ich den Posten des Generalmusikdirektors an der Komischen Oper übernommen habe, sondern auch der Grund für viele professionelle Künstler und Liebhaberinnen der Künste, nach Berlin zu ziehen.
Sowohl private als auch öffentliche Finanzierung hat ihre Vor- und Nachteile. Doch die öffentliche Förderung bestätigt den Stellenwert der Kunst und Kultur in der Gesellschaft. Künstler erschaffen Neues, unterhalten, bilden, und geben so vielen Leben einen Sinn. Kulturinstitutionen schaffen Arbeitsplätze: natürlich für Musiker, Tänzer, Schauspieler, aber auch für Handwerk und Design. Kultur ist nicht nur Kunst, Kultur ist ein eigener Wirtschaftszweig für sich.
„Die Künstler sind die Wächter der Wahrheit. Wir sind die radikale Stimme der Zivilisation.“, sagte der große amerikanische Performer und Aktivist Paul Robeson. In diesen angespannten Zeiten von Künstlicher Intelligenz, Desinformation und einer Einsamkeitsepidemie ist Theater das heilende Gegenmittel. Als Kollektiv zusammenkommen und die transformative Kraft der Kunst gemeinsam erleben – das ist unersetzlich. Das verändert uns, und zwar zum Besseren.
Als Kind, das in der Mittelschicht in New York City aufwuchs, hatte ich keinen einfachen Zugang zur Kultur der Stadt. Ich ging auf eine öffentliche Schule und wohnte zwei Stunden entfernt vom Lincoln Center, wo die Metropolitan Opera und die New Yorker Philharmoniker beheimatet sind. Aber Dank Outreach-Programmen und Stipendien kam ich in Kontakt zu Musik und Kultur - und das veränderte mein Leben! Ohne diesen Zugang wäre ich jetzt nicht im Ausland tätig, geschweige denn Generalmusikdirektor eines so prestigeträchtigen Opernhauses.
Auch meine Tochter sagt, dass die Chorproben ihr Safe Space sind, ihr Rückzugsort von den Problemen, die man als Dreizehnjährige hat. Was für ein Glück! Frühkindliche kulturelle Bildung und Kulturzugang fördern Empathie, Zusammenarbeit und ein breites Weltbild. Welche Stadt wünscht sich diese Werte nicht für ihre Bürger und Bürgerinnen?
Zwar sind die Kassen in Berlin knapp und es muss gespart werden, aber genauso brauchen die Bürger und Bürgerinnen auch Lebensqualität.
Lassen Sie nicht zu, dass die Kultur durch diese selbst auferlegte Sparsamkeit in Mitleidenschaft gezogen wird. Lassen Sie nicht zu, dass die Seele Berlins kurzsichtigen finanzpolitischen Maßnahmen zum Opfer fällt.
Berlin hat Besseres verdient. Die Berliner und Berlinerinnen haben Besseres verdient. Die Welt hat Besseres verdient.