Presseservice
Hier wird's Ereignis!
Tausend in Tempelhof
»Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt.« So sprach Gustav Mahler über seine 8. Sinfonie. Das Ausnahmewerk wird gern als »Sinfonie der Tausend« bezeichnet, denn Mahlers Besetzungsanforderungen sind riesig: zwei gemischte Chöre, ein Knabenchor, acht Solist:innen, ein Riesenorchester, eine Orgel und eine Extra-Bläser-Gruppe. Da überrascht es wenig, dass von allen Werken Gustav Mahlers die 8. Sinfonie dem Komponisten bei ihrer Uraufführung den größten Erfolg bescherte.
Vor gut 3.200 Menschen spielte laut Ankündigungszettel bei der Uraufführung im September 1910 die beachtliche Zahl von 1.030 Mitwirkenden – das würde selbst heute noch mühelos als Großspektakel durchgehen.
»Veni, creator, spiritus!«: Mit diesem Pfingsthymnus – der Anrufung des Heiligen Geistes – beginnt Teil 1 der Sinfonie. Für Teil 2 verwendet Mahler die Schluss-Szene aus Goethes Faust II: »Gerettet ist das edle Glied der Geisterwelt vom Bösen«, die den Weg von Fausts Seele in den Himmel beschreibt. Es heben Engel und weiteres himmlisches Flug-Personal die aus den Klauen des Teufels gerettete Seele Fausts hinauf in die Sphären des »Ewig-Weiblichen«. Die Musik steigert sich zu einer gewaltigen Apotheose,
in der die gesamte Besetzung – bis hin zur Orgel des Anfanges – zum
Einsatz kommt. Im finalen Orchesternachspiel wird das »Veni«-Thema aus
dem 1. Teil von einem Fernorchester gespielt – der Wunsch nach Erleuchtung
hat sich erfüllt. Faust, der Frühindustrielle und Sphären-Erweiterungs-Techniker, passt bestens in das industrielle Bauwerk Tempelhof. Da wird Mahlers 8. Sinfonie ganz einmalig »tönen und klingen« können; zumal Generalmusikdirektor James Gaffigan höchstselbst am Pult stehen und den Flug durch Mahlers Universum steuern wird.
This Jesus Must Dance!
Jesus Christ Superstar
Gesangstexte von Tim Rice
Musik von Andrew Lloyd Webber
Musik von Andrew Lloyd Webber
Zu Beginn der Spielzeit öffnet der Hangar 4 im Flughafen Tempelhof abermals seine Tore für ein Großereignis der Superlative: Nach hunderten Chorsänger:innen bei Händels »MESSIAS« in der vergangenen Spielzeit erwarten das Publikum bei »Jesus Christ Superstar« nun mehrere hundert Tänzer:innen! Regisseur Andreas Homoki und Bühnenbildner Philipp Stölzl verwandeln den Raum in eine monumentale Rockshow-Kulisse, genau passend für einen richtigen Superstar ...
War Jesus der Messias? Hat er die Menschheit erlöst? Und warum suchte er sich ausgerechnet das besetzte Israel vor über 2000 Jahren als Wirkungsstätte aus? – Es sind durchaus nachvollziehbare Fragen, die sich Judas im Song »Superstar« stellt. Für die 1970 noch unbekannten Musicalgrößen Tim Rice und Andrew Lloyd Webber war das Lied Ausgangspunkt für ein Konzeptalbum, das sich bald zu einem weltweiten Bühnenerfolg entwickelte. Die überlebensgroße Rockoper ist geprägt von gefühlvollen Balladen, schrillen Revue-Einlagen, aber auch Elementen aus Rock, Pop, Gospel, Folk, und gipfelt in einem Gitarrenriff für die Ewigkeit.
Eindrucksvoll thematisiert »Jesus Christ Superstar« die Wirkung von Massenmedien und Starkulten. Folgerichtig konzeptioniert Regisseur Andreas Homoki im Flughafen-Hangar ein gigantisches Rockkonzert. Die Charaktere sind also einerseits selbst Teil einer Show, greifen aber auch immer wieder in die Handlung ein. Die Tänzer:innen der Komischen Oper Berlin werden von 350 Freizeittänzer:innen unterstützt. In dieser Größenordnung wurde »Jesus Christ Superstar« vermutlich noch nie gespielt – für jeden Fan des Großspektakels ein absolutes Muss!
This Jesus Must Dance!
Jesus Christ Superstar - Zusatzvorstellungen!
Gesangstexte von Tim Rice
Musik von Andrew Lloyd Webber
Musik von Andrew Lloyd Webber
Wie auch bei anderen Superstars ist der Run auf Tickets für »Jesus Christ Superstar« bereits enorm – und weil die Nachfrage so groß ist, gibt es zwei zusätzliche Vorstellungen am 7. und 8. Oktober! Tickets für diese Termine sind ab sofort telefonisch unter +49 (0) 30 47 99 74 00, an der Opernkasse Unter den Linden und online erhältlich.
Premiere: 19. September @ Hangar 4, Flughafen Tempelhof
Weitere Vorstellungen am 20., 21., 27., 28., 30. September, 1., 2., 3., 4., 5., 7. Oktober, letzte Vorstellung am 8. Oktober.
Premiere: 19. September @ Hangar 4, Flughafen Tempelhof
Weitere Vorstellungen am 20., 21., 27., 28., 30. September, 1., 2., 3., 4., 5., 7. Oktober, letzte Vorstellung am 8. Oktober.
Das Chorkonzert unter den Sinfoniekonzerten
Stimmen
Die Komische Oper Berlin verfügt über einen Opernchor der Sonderklasse. Auszeichnungen der Fachzeitschrift »Opernwelt« als Opernchor des Jahres belegen dies, aber eigentlich muss man sie in ihrer vollen Wucht einfach erleben, die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin!
Normalerweise brillieren sie in Produktionen vom Händel-Oratorium bis zur Berliner Jazz-Operette ebenso munter tanzend wie hochprofessionell spielend. In diesem Konzert nun sind alle Kräfte fokussiert auf die Kernkompetenz: exquisiter Chorklang der Extraklasse. Mit großen romantischen Werken des Genres von Alexander Zemlinsky und Erich Wolfgang Korngold bis zu selten Gehörtem von Franz Schreker unter der Leitung von Chordirektor David Cavelius.
Normalerweise brillieren sie in Produktionen vom Händel-Oratorium bis zur Berliner Jazz-Operette ebenso munter tanzend wie hochprofessionell spielend. In diesem Konzert nun sind alle Kräfte fokussiert auf die Kernkompetenz: exquisiter Chorklang der Extraklasse. Mit großen romantischen Werken des Genres von Alexander Zemlinsky und Erich Wolfgang Korngold bis zu selten Gehörtem von Franz Schreker unter der Leitung von Chordirektor David Cavelius.
Die beiden 1896 entstandenen Gedichtsvertonungen »Frühlingsglaube« und »Frühlingsbegräbnis« von Alexander Zemlinsky eröffnen dieses besondere Chorkonzert. Die Vertonung des Gedichts »Frühlingsglaube« von Ludwig Uhland kam aufgrund widriger Umstände allerdings erst 1988 in Köln zur Uraufführung.
Das Gedicht »Frühlingsbegräbnis« von Paul Heyse erzählt von Elfenscharen, die klagend den Frühling betrauern, Zemlinskys Werk für Sopran- und Baritonsolo, gemischten Chor und großes Orchester ist aber statt nur dem des Frühlings auch dem Andenken des vom Komponisten hochverehrten Johannes Brahms gewidmet.
Auch Franz Schreker bewunderte Brahms‘ romantischen Klassizismus. Schrekers 1901 uraufgeführte Vertonung des 116. Psalms ist an Brahms‘ Tonsprache angelehnt und weist dieselbe Besetzung wie Brahms »Deutsches Requiem« auf – möglicherweise, um eine gemeinsame Aufführung der beiden Werke anzuregen…?
Die ursprüngliche Besetzung von Schrekers »Der Holdestein« bestand aus Sopran- und Basssolo, gemischtem Chor und Klavier. David Cavelius, Chordirektor der Komischen Oper Berlin, hat Schrekers Klavierbegleitung arrangiert, sodass »Der Holdestein« bei diesem Sinfoniekonzerterstmals in vollem Orchesterklang zu hören ist.
Franz Schrekers Opus 11 für gemischten Chor und Orchester»Schwanensang« wurde 1903 im Wiener Musikverein uraufgeführt. Der impressionistische, melancholische Text des spätromantischen Chorwerks stammt von der Wiener Dichterin Dora Leen.
Für seine üppige, romantizistische Filmmusik wurde Erich Wolfgang Korngold zweimal mit einem Oscar ausgezeichnet. Das Lied »Tomorrow« schuf er für den 1943 erschienenen Film »The Constant Nymph.
Zu hören sind:
ALEXANDER ZEMLINSKY
Frühlingsglaube
Frühlingsbegräbnis
FRANZ SCHREKER
Der 116. Psalm
Der Holdestein (Orchesterfassung von David Cavelius)Schwanensang
ERICH WOLFGANG KORNGOLD
Tomorrow
Stab
Musikalische Leitung: David Cavelius
Besetzung
Sopran: Penny Sofroniadou
Alt: Ulrike Helzel
Bariton: Hubert Zapiór
Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin.
Goldener Vorhang für Katharine Mehrling
Die Besucherorganisation Berliner Theaterclub e. V. verleiht seit über 45 Jahren jährlich die Auszeichnung Goldener Vorhang an die beliebteste Bühnendarstellerin und den beliebtesten Bühnendarsteller Berlins. Bereits zum achten Mal fiel die Wahl der mehr als 18.000 Mitglieder auf Katharine Mehrling! Sie bekommt den Preis in diesem Jahr für ihre Darstellung der Roxie Hart in »Chicago« (Regie: Barrie Kosky) an der Komischen Oper Berlin sowie ihr Brecht-Programm »Fremder als der Mond« am Berliner Ensemble.
Erst im vergangenen Jahr wurde Katharine Mehrling für ihre facettenreiche Darstellung im Kurt-Weill-Liederabend »…und mit morgen könnt ihr mich!« ausgezeichnet. Den ersten Goldenen Vorhang erhielt sie 2010 mit dem Ensemble von »Ewig jung« am Renaissance-Theater. Als alleinige Preisträgerin wurde sie danach als beliebteste Bühnendarstellerin in den Jahren 2013, 2015, 2016, 2018, 2019 und 2023 ausgezeichnet. Das beweist ihre große Vielseitigkeit, da sie den Goldenen Vorhang bereits für Darstellungen in zahlreichen Genres — darunter Musical, Operette und Liederabend — erhielt.
Als beliebtester Bühnendarsteller wurde Boris Aljinović bereits am 27. Mai für seine Darstellungen in »Onkel Wanja« am Schlosspark-Theater und »Cluedo — Das Mörderspiel« in der Komödie am Kurfürstendamm geehrt.
Die Verleihung der Goldenen Vorhangs an Katharine Mehrling findet am 14. Juni im Schillertheater im Anschluss an die Vorstellung von »Lonely House« statt.
Ein Sinfoniekonzert nicht nur mit Mozart
Frühlingsgefühle
Es liegt eine bittersüße Note in der Musik Wolfgang Amadeus Mozarts, die zu beschreiben sich die Menschen seit Jahrhunderten die Zähne ausbeißen. Ist es die Fröhlichkeit in der Tiefe? Oder das Melancholische in der Süße? Parallel zu Don Giovanni/Requiem entsteht mit dem Klavierkonzert Nr. 22 ein Werk, das eben genau jenen Charakterton in sich trägt und dessen sich der norwegische Pianist Christian Ihle Hadland annimmt: packend und tänzerisch – und nicht eine Sekunde banal.
Ebenso leichtfüßig wie Mozart eröffnet Elena Kats-Chernins Dance of the Paper Umbrellas das Programm. Für dieses lebensbejahende Werk hatte die usbekisch-australische Komponistin eine klare Vision: »Ich stellte mir eine Torte vor, die mit bunten Papierschirmen verziert war. In meinem Kopf entstand ein Tanz, der mit einem Muster aus Harfe, Marimba, gezupften Streichern und Flöten begann.«
Grażyna Bacewiczs rasante Ouvertüre für Orchester, die während des Zweiten Weltkrieges 1943 im von den Nazis besetzten Warschau entstand, bildet mit ihren zahlreichen Tempowechseln die damals aufkeimenden heroischen Widerstandsimpulse ab und zieht die Hörer:innen mit in diese frenetische Atmosphäre, die niemals stillsteht.
Ravels Märchen-Zyklus Ma mère l’oye rundet den Abend effektvoll ab. Er vereint bekannte Märchenstoffe in Miniaturszenen, die kindlich schlicht daherkommen, dabei aber zu jeder Zeit ein geistreiches impressionistisches Klangbild offenbaren. Von Dornröschen über den kleinen Däumling zur Schönen und dem Biest… Eine Achterbahn der (Frühlings-)Gefühle!
Zu hören sind:
ELENA KATS-CHERNIN [*1957]
Dance of the Paper Umbrellas
WOLFGANG AMADEUS MOZART [1756–1791]
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 22 in Es-Dur KV 482
GRAŻYNA BACEWICZ [1909–1969]
Ouvertüre für Orchester
MAURICE RAVEL [1875–1937]
Ma mère l’oye. Cinq Pièces enfantines
Stab
Musikalische Leitung: James Gaffigan
Besetzung
Klavier: Christian Ihle Hadland
Es spielt das Orchester der Komischen Oper Berlin.
Heilig? Ist ihm nichts!
Don Giovanni/Requiem
Wolfgang Amadeus Mozart
Dramma giocoso in zwei Akten [1787]
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Requiem in d-Moll KV 626 [1791]
Introitus, Kyrie, Sequenz
Dramma giocoso in zwei Akten [1787]
Libretto von Lorenzo Da Ponte
Requiem in d-Moll KV 626 [1791]
Introitus, Kyrie, Sequenz
In seinem furchtlosen Zugriff auf das Meisterwerk zeigt Serebrennikov die abseitigen Vergnügungen des Lebemanns Don Giovanni als Vorbereitungen auf das Jenseits und lässt dazu auf dessen Höllenfahrt Mozarts Totenmesse folgen.
In seiner Inszenierung verbindet Kirill Serebrennikov das Requiem mit dem tausende Jahre alten Tibetischen Totenbuch, das eine Art Leitfaden für die Seele des Sterbenden darstellt. Es lehrt, dass der Tod nicht das Ende sei, sondern, dass der Mensch auch nach dem Tod noch Entscheidungen treffen könne und das eigene Schicksal selbst in der Hand habe. Die Verbindung entstand, da die beiden Werke einander in ihrer Funktion ähneln: Sowohl im Requiem als auch im Tibetischen Totenbuch geht es vorrangig tatsächlich um den Verstorbenen selbst – weniger um das Trösten der Hinterbliebenen.
Mit diesen Änderungen aber nicht genug: Statt einer Donna Elvira gibt es in dieser Neuinszenierung einen Don Elviro – und was für einen! Der brasilianische Male Soprano Bruno de Sá gibt in dieser fulminanten Partie sein Debüt an der Komischen Oper Berlin.
Für die Wiener Erstaufführung von »Don Giovanni« im Frühjahr 1788 überarbeiteten Mozart und Da Ponte die Fassung wesentlich und schufen eigens für Wien drei neue Nummern: die Arien »Dalla sua pace« (Don Ottavio) und »Mi tradì« (Donna Elvira) sowie ein Duett für Zerlina und Leporello, das heute üblicherweise gestrichen wird. Alle drei Nummern sind in dieser Produktion zu hören!
Am Schillertheater vollendet Kirill Serebrennikov seinen Mozart-Da-Ponte-Zyklus mit der wohl abgründigsten der drei komischen Opern, in der Don Giovanni höchstselbst das Publikum mit auf eine Tour durch die überlebensgroße Sammlung seiner Errungenschaften und Erinnerungen nimmt. Die Musikalische Leitung übernimmt, wie bereits bei »Le nozze di Figaro«, Generalmusikdirektor James Gaffigan.
Das literarische Sinfoniekonzert
Klang der Stille
Florian Illies liest Auszüge aus »Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten«: In seinem Roman blickt der studierte Kunsthistoriker Florian Illies weit zurück in die deutsche Romantik und zeichnet anhand des Lebens des Malers Caspar David Friedrich eine Epoche der deutschen Geschichte nach, die in sich den Keim der Moderne trägt. Er präsentiert Friedrich als Maler gottesfürchtiger Innerlichkeit am Rande des Abgrunds zum Abstrakten. Das Sinfoniekonzert »Klang der Stille« liefert den Soundtrack und zeigt, dass Friedrich nicht der Einzige war, der diesen künstlerischen Weg ging.
Carl Maria von Webers Ouvertüre zu »Oberon« bildet mit dem Ruf des Zauberhorns eine langsame romantische Einleitung und eröffnet dem Publikum eine Welt voller Fantasie und Abenteuer. Bekannt als früheste sinfonische Dichtung brachte die Ouvertüre dem Komponisten sogar die Verehrung Richard Wagners ein. Während Franz Schubert mit seinen Ouvertüren »im italienischen Stile« 1818 den Beweis führte, dass ihm auch der spielerisch-dramatische Tonfall eines Rossini leicht von der Hand ging, stellt die Melancholie in seiner Musik zum Schauspiel »Rosamunde« wieder die Verbindung zu der Stimmung vieler Werke Caspar David Friedrichs her. Der postromantische Minimalismus von Wojchech Kilars 1986 komponiertem Werk »Orawa« wurzelt seinerseits in der Naturverbundenheit des 19. Jahrhunderts, die sich auch in vielen Werken des Malers zeigt. Sein Titel bezieht sich auf den namensgleichen polnisch-slowakischen Fluss. Mit Arnold Schönbergs »Verklärter Nacht« beschließt den Abend ein Meilenstein der spätromantischen Musik. In dieser eindrucksvollen Komposition für Streichorchester entfaltet sich eine tiefgründige emotionale Reise, die die Sehnsucht der Epoche in sich vereint.
Florian Illies hatte bereits mit seinem Erstling »Generation Golf« den großen Durchbruch als Chronist der deutschen Befindlichkeit. In jüngster Zeit begeisterten seine feuilletonistischen Kompilationen »1913« und »Liebe in Zeiten des Hasses« das Publikum. Diese Werke lassen schlaglichtartig die Epochen kurz vor den Weltkriegen lebendig werden.
Zu hören sind:
CARL MARIA VON WEBER [1786–1826]
Ouvertüre aus Oberon
FRANZ SCHUBERT [1797–1828]
Ouvertüre »im italienischen Stile« D 591
Musik zum Schauspiel Rosamunde, Fürstin von Zypern D 797
WOJCIECH KILAR [1932–2013]
Orawa
ARNOLD SCHÖNBERG [1874–1951]
Verklärte Nacht op. 4 für Streichorchester
Florian Illies liest Auszüge aus Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten.
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2025/26 startet mit Spendenoptionen für die Sanierung beim Ticketkauf
Heute, am Dienstag, 25. März 2025, 11 Uhr beginnt der exklusive Vorverkauf für OpernCard 25-Inhaber:innen, Abonnent:innen und Förderkreismitglieder. Karten können online, telefonisch oder direkt an der Opernkasse Unter den Linden gebucht werden – bereits eine Woche vor dem allgemeinen Vorverkaufsstart am Montag, 31. März 2025!
Die Spielzeit 2025/26 startet erneut im Hangar 4 in Tempelhof, dieses Mal mit Andrew Lloyd Webbers Rock-Oper Jesus Christ Superstar. Im Schillertheater beginnt die Saison kurz darauf mit der Uraufführung der Kinderoper Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse, bevor im November Evgeny Titov Richard Strauss’ Salome inszeniert. Barrie Kosky bringt im Januar Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk auf die Bühne. Herbert Fritsch setzt mit Belshazzar die Reihe der Händel-Oratorien in der Komischen Oper Berlin fort und im Mai folgt die deutsche Erstaufführung von Olga Neuwirths Orlando, die auf Virginia Woolfs gleichnamigem Roman beruht. Zum Saisonabschluss stellt Axel Ranisch eine flotte Revue aus dem „Heiteren Musiktheater der DDR“ unter dem Titel Mokka-Hits und Milchbar-Träume zusammen. Mit von der Partie sind auch in der kommenden Spielzeit die konzertante Weihnachtsoperette im Schillertheater und das Festival Schall&Rausch in einer Limited Edition. - Alle weiteren Informationen zum gesamten Programm finden Sie hier: https://www.komische-oper-berlin.de/spielplan/spielzeit-2025-26.
Die Einsparungen im Berliner Kulturetat treffen auch die Komische Oper Berlin hart. Deshalb hat sich der Förderkreis der Komischen Oper Berlin e. V. zum Ziel gesetzt, eine Million Euro für die Sanierung des Stammhauses der Komischen Oper Berlin in der Behrenstraße zu sammeln. Die Spenden werden für konkrete Sanierungs- und Baumaßnahmen verwendet, wie die Restaurierung der Figuren im Saal oder die Installation von Stahlträgern und Kabeln.
Mit dem Ticketverkauf für die Spielzeit 2025/2026 werden für das Publikum Spendenoptionen beim Ticketkauf eingerichtet. Auch kleine Beträge können in der Summe eine große Hilfe sein.
Nach zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortlichen konnte ein Baustopp in der Behrenstraße abgewendet werden, und auch die Finanzierung ist für dieses Jahr gesichert. Aktuell hat die Komische Oper mit den dem Berliner Senat vereinbart, dass die Opernstiftung die Baurate von 15 Millionen Euro im kommenden Jahr selbst aufbringt. Dabei hilft der Förderkreis der Komische Oper Berlin tatkräftig mit. Zum einen müssen hohe Summen aus dem laufenden Etat eingespart werden und zusätzlich die Baurate 2026 für die Sanierung des Stammhauses aufgebracht werden. Susanne Moser und Philip Bröking: „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die Herausforderung gemeinsam meistern werden. Mit der Unterstützung unseres Publikums können wir den Umbau unseres Stammhauses erfolgreich vorantrieben und die Zukunft unseres Opernhauses sichern. Wir haben über unseren Förderkreis bereits einen ersten sechsstelligen Betrag eingesammelt. Damit zeigen die Berliner Bürger:innen ihre Verbundenheit und ihren Einsatz zu ihrer Oper, der Komischen Oper Berlin.“
Alle weiteren Informationen zu den Spendenmöglichkeiten finden Sie hier: https://www.komische-oper-berlin.de/entdecken/ihre-spende-baut-mit.
Komische Oper Berlin: Spielzeit 2025/26
Von »My Fair Lady« bis »Lady Macbeth von Mzensk« von Händel bis Hänsel, von »Salome« bis »Selemo« und vieles, vieles mehr
Bereits zwei Spielzeiten hat die Komische Oper Berlin jenseits ihres eigentlichen Stammhauses in der Mitte der Stadt absolviert und gezeigt, dass sie auch unter widrigen Umständen zu künstlerischen Höchstleistungen im Stande ist. Doch trotz des anhaltenden Erfolgs ist und bleibt das Schillertheater ein Schauspielhaus und keine Oper. Das zeigt sich nicht nur an den ebenfalls sanierungsbedürftigen Arbeitsbereichen hinter der Bühne, sondern auch an den äußerst herausfordernden akustischen und räumlichen Verhältnissen. Wenig Platz, weniger Repertoire, weniger Abwechslung auf, – mehr Stress hinter der Bühne. Ursprünglich sollten die Sanierungsmaßnahmen fünf Jahre andauern und die Komische Oper Berlin machte klar: Wir schaffen das. Aber dann: Im Sommer 2024 stand der Umbau des Stammhauses in der Behrenstraße plötzlich zur Disposition. Die Komische Oper Berlin im Schillertheater zu belassen, führt zu einem künstlerischen und finanziellen Ausbluten. Jegliche Bauverzögerung oder gar ein Baustopp der bereits begonnenen Sanierung führen zu einer Kostenexplosion: Bestehende Verträge müssen ausbezahlt werden und Planungsleistungen gehen komplett verloren. Ohne ihre historische Heimat und den Genius Loci ihres Geburtsortes in der Behrenstraße in Berlin-Mitte hat die Komische Oper Berlin keine zukunftsfähige Perspektive: All das sind Argumente für eine Fortführung des Umbaus, die im zähen Ringen mit den politischen Verantwortlichen vermittelt werden mussten. Inzwischen konnte der entgleiste Umbauzug wieder auf die Spur gebracht und seine Reise in die richtige Richtung fortgesetzt werden. Allerdings mit reduzierter Geschwindigkeit, weshalb das Ringen um jeden Euro und jedes Jahr Bauzeit weitergeht. Der engagierte Kampf vieler zeigt, wie sehr die Komische Oper Berlin ein nicht wegzudenkender Bestandteil des kulturellen Lebens dieser Stadt ist.
Nicht zuletzt dank der kontinuierlichen Unterstützung des Publikums blickt die Komische Oper Berlin trotzdem gestärkt und mit Vorfreude auf die Spielzeit 2025/26:
Der Auftakt findet nun bereits zum dritten Mal im ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. Nach »Das Floß der Medusa« und »MESSIAS« erstmals mit einer Rock-Oper! Andrew Lloyd Webbers »Jesus Christ Superstar«, inszeniert von Andreas Homoki, im Bühnenbild des Filmregisseurs Philipp Stölzl und dirigiert von Koen Schoots, ist nur vom 19. September bis zum 5. Oktober 2025 zu erleben. Auf dieses Großereignis mit einem handverlesenen, internationalen Cast und über 350 Tänzer:innen aus der ganzen Stadt Berlin folgt gleich das nächste Highlight: Am 25. und 26. September erklimmt das Orchester der Komischen Oper Berlin gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Rundfunkchor Berlin und dem Vocalconsort Berlin den Mount Everest der sinfonischen Literatur, Gustav Mahlers »Sinfonie der Tausend«, seine 8. Sinfonie für Solisten, zwei große Chöre plus Kinderchor – alles unter der Leitung von Generalmusikdirektor James Gaffigan.
Für den Kinderchor geht es dann gleich darauf im Schillertheater weiter mit der Kinderopern-Uraufführung von »Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse« von Samuel Penderbayne nach Christine Nöstlingers Kinderbuchklassiker mit einem Libretto des bewährten Duos Susanne Lütje und Anne X. Weber. Die Uraufführung am 10. Oktober 2025 ist bereits die vierzehnte der Komischen Oper Berlin in diesem Genre, in dem jedes neue Werk ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Kinderoper und für das erwachsene Publikum von morgen ist. »Konrad« ist die zweite Regiearbeit von Ruth Brauer-Kvam an der Komischen Oper Berlin, die Musikalische Leitung übernimmt Anne Hinrichsen. Ende November folgt Richard Strauss’ »Salome«, inszeniert von Evgeny Titov, dessen Regielaufbahn im Musiktheater an der Komischen Oper Berlin mit »Œdipe« ihren Anfang nahm. Die Musikalische Leitung hat James Gaffigan, der es sich auch nicht nehmen lässt, die folgende Neuproduktion, Dmitri Schostakowitschs »Lady Macbeth von Mzensk« zu dirigieren. 2025 ist Schostakowitsch-Jahr, weshalb auch seine Oper »Die Nase« wieder auf dem Spielplan steht. Beide Schostakowitsch-Inszenierungen stammen von Barrie Kosky, dessen kreative Kraft das künstlerische Gesicht der Komischen Oper Berlin weiterhin prägen.
Den Kürzungen des Berliner Kultursenats geschuldet, zieht das Festival »Schall&Rausch« nur für knackige vier pulsierende Nächte von Charlottenburg nach Neukölln. Gemeinsam mit der Neuköllner Oper feiert »Schall&Rausch« vom 12. bis 15. Februar 2026 den hereinbrechenden Frühling als Triumph des Neuen über das Alte! Die Neuproduktion »Selemo« entsteht als Koproduktion des von William Kentridge in Johannesburg, Südafrika gegründeten Centre for the Less Good Idea mit der Neuköllner Oper. Nach dem erfolgreichen Sinfoniekonzert »Bowie meets Bruckner« trifft in dieser Ausgabe unter der Leitung von Generalmusikdirektor James Gaffigan Nick Caves »Tender Prey« auf Schuberts »Winterreise«. Beim Kammerkonzert am Valentinstag verzaubert dann Meo Wolf, die »Queen of Love« das Publikum.
In der erfolgreichen Reihe von szenisch aufgeführten Oratorien von Georg Friedrich Händel folgt 2026 das nur selten zu erlebende »Belshazzar«. Der für seine Grand-Guignol-artig überzeichneten Regiearbeiten bekannte Regisseur Herbert Fritsch entlarvt in seiner Inszenierung Hybris und Dekadenz des selbstverliebt Herrschenden.
Olga Neuwirths »Orlando«, basierend auf dem gleichnamigen Roman, ist im Mai als deutsche Erstaufführung @ Schillertheater zu sehen. Virginia Woolf verleiht in ihrem Weltklassiker von 1928 dem Titelhelden nicht nur Unsterblichkeit, sondern lässt Orlando in den Jahrhunderten, die er – oder sie? – durchschreitet, vom Mann zur Frau werden. Gender fluidity avant la lettre. In dieser Produktion endet der wilde Ritt durch die Epochen aber nicht im Erscheinungsjahr des Romans, sondern erzählt die Geschichte von Orlando bis in die Gegenwart weiter. Die polnische Regisseurin Ewelina Marciniak gibt mit »Orlando« ihr Regiedebüt an der Komischen Oper Berlin, Johannes Kalitzke dirigiert.
Zum Abschluss der Saison kehrt das »Heitere Musiktheater der DDR« an die Komische Oper Berlin zurück. Regisseur Axel Ranisch stellt unter dem Titel »Mokka-Hits und Milchbar-Träume – Ein Kessel Buntes unter Druck« gemeinsam mit dem Musikalischen Leiter Adam Benzwi eine flotte Revue ganz im Geist der Vorabendshow, die zu DDR-Zeiten das Publikum an den Fernsehgeräten kleben ließ, zusammen.
Auch die Sinfoniekonzerte bieten eine große Vielfalt: James Gaffigan präsentiert im Konzerthaus Berlin Musik von Strauss bis Respighi, Schauspieler Ulrich Matthes und Pianist Kirill Gerstein feiern das Neujahr mit Gershwin und Bernstein und Moor Mothers Avantgardemusik trifft unter der Leitung von Dirk Kaftan auf Tschaikowskis 5. Sinfonie. Dazu gibt es im Winter Schuberts »Winterreise« und im Frühling Strawinskys »Le sacre du printemps«. Die Chorsolisten sorgen mit dem Konzert »Sacre Chor« für einen krönenden Abschluss.
Viele beliebte Repertoireproduktionen werden in der kommenden Spielzeit wieder @ Schillertheater zu erleben sein. Das Weill-Jahr 2025 beschließt die Komische Oper Berlin mit den Wiederaufnahmen von »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« und dem Liederabend »…und mit morgen könnt ihr mich!«. Neben Publikumslieblingen wie »La Cage aux Folles«, »La traviata« und »My Fair Lady« kehren auch »Jewgeni Onegin«, »Don Giovanni/Requiem« und »Eine Frau, die weiß, was sie will!« auf den Spielplan zurück.
Trotz – und gerade wegen! – der Kürzungen des Etats, wird auch das erfolgreiche Musiktheatervermittlungsprogramm weitergeführt und vorangetrieben, mit zahlreichen Workshops und verschiedenen Projekten mit Schulklassen, Kindern und Jugendlichen. Beim Spielzeiteröffnungsfest am 12. Oktober 2025 können alle Interessierten bei kostenlosem Eintritt zu zahlreichen Workshops und Veranstaltungen einen Einblick nicht nur in diese Arbeit, sondern auch einen Vorgeschmack auf unsere neue Kinderoper »Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse« bekommen.
Im »resonare«-Projekt, das sich an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen richtet, gibt es bereits seit der Spielzeit 2024/25 auch eine Gruppe in türkischer Sprache, die sich ganz gezielt an türkeistämmige Berliner:innen richtet. Hier trifft das Musiktheatervermittlungsprogramm Jung – für alle! auf die nun bereits seit 14 Jahren erfolgreich in der gesamten Stadt präsente outreach-Programmschiene »Selam Opera«. Sie bringt weiterhin Oper im Miniformat direkt zu den Menschen in die Kieze und somit an Orte, wo man sie vielleicht am wenigsten erwartet.
Die Kartenpreise mussten wir aufgrund der enormen Mittelkürzungen anheben.
Dies haben wir allerdings – wie die letzten Male auch – wieder sozial verträglich gestaltet: Die Preise der Tickets in den besten Kategorien werden etwas stärker angehoben als die kostengünstigeren, die günstigsten Karten bleiben preislich unverändert.
Die Ko-Intendanz Susanne Moser und Philip Bröking ziehen nach drei Jahren im Amt Zwischenbilanz: »Trotz der Turbulenzen der letzten Monate ist die Beliebtheit unserer Inszenierungen ungebrochen. In dieser Spielzeit liegt die durchschnittliche Auslastung bisher bei 95 % (Vorjahr: 92 %). Wir sind sehr froh, dass wir trotz der Haushaltskürzungen mit der Sanierung des Stammhauses fortfahren und den Spielbetrieb im Schillertheater und anderen Spielstätten in der Exzellenz fortführen können, die Sie von uns kennen. Trotzdem werden die kommenden Jahre keine leichte Zeit für uns sein, da der Senat bereits weitere Kürzungen für die Kultur angekündigt hat. Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und freuen uns auf Sie in der Saison 2025/26!« #allesaußergewöhnlich
Am Dienstag, 25. März 2025, 11 Uhr beginnt der exklusive Vorverkauf für Stammkund:innen und solche, die es werden wollen (OpernCard 25-Inhaber:innen, Abonnent:innen und Förderkreis-Mitglieder).
Der reguläre Vorverkauf für alle Zuschauer:innen startet bereits 6 Tage später, am Montag, 31. März 2025, 11 Uhr. – Karten können online, telefonisch oder direkt an der Opernkasse gebucht werden.