Der Blick in die Zukunft

Sanierung und Erweiterung ab 2023
7. MAI 2021

kadawittfeldarchitektur übernimmt die Generalplanung

Aus dem offenen zweiphasigen Realisierungswettbewerb waren sie bereits als 1. Preisträger hervorgegangen – nun hat sich das Architektur- und Generalplanungsbüro kadawittfeldarchitektur auch bei der Vergabe der Generalplanung für die Sanierung, den Umbau und die Erweiterung der Komischen Oper Berlin durchgesetzt. Das Generalplanungsteam wird noch im Mai seine Arbeit aufnehmen. Der Fokus bei den Aufgaben, die jetzt als nächstes anstehen, richtet sich auf die Vorbereitung der sogenannten Vorplanungsunterlagen (VPU), in die erste konkrete Planungen einfließen werden.

Nach Abschluss des Ende Oktober 2020 entschiedenen Wettbewerbs wurde – wie bei Projekten dieser Art und Größenordnung vorgesehen – ein formalisiertes Verhandlungsverfahren durchgeführt, bei dem es neben dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit um weitere Kriterien wie die Qualifikation des Schlüsselpersonals sowie konkrete Personaleinsatz- und Umsetzungskonzepte ging.

Nach Auszug des Ensembles der Komischen Oper Berlin aus dem historischen Stammhaus in der Behrenstraße im Sommer 2023 ist vorgesehen, das Bestandsgebäude für vertiefte Bestandsuntersuchungen freizugeben und für die dringend notwendigen Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen vorzubereiten.

4. JAN 2021

Ausstellung aller Wettbewerbs-Arbeiten

Der erste Preis des Wettbewerbs zur Sanierung und Erweiterung der Komischen Oper Berlin ging Ende Oktober 2020 an kadawittfeldarchitektur, deren »Haus der Metamorphosen« die Jury überzeugte. Pandemiebedingt musste die geplante Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten leider abgesagt werden. Nun sind auch alle Vorschläge der 63 Mitbewerber*innen als Online-Präsentation zu sehen: https://www.wettbewerbe-aktuell.de/ergebnis/sanierung-grundinstandsetzung-erweiterung-komische-oper-berlin-116335.

27. OKT 2020

Die Gewinner des Realisierungswettbewerbs für die Sanierung und Erweiterung der Komischen Oper Berlin ab 2023 stehen fest

»Obwohl oder gerade weil wir derzeit in einer Pandemie leben, ist es sehr wichtig, über die Zukunft nachzudenken und von ihr zu träumen. Daher freut es mich überaus, dass wir mit dem Siegerentwurf bereits heute die Zukunft der Komischen Oper Berlin gestalten können. Dieser wunderbare, sinnliche und zugleich funktionale Entwurf von kadawittfeldarchitektur erfüllt alle für die Komische Oper Berlin wesentlichen Kriterien:

Er präsentiert sich als vielfältiges Chamäleon, als ein Haus der Metamorphosen, der Diversität und der Innovation. Er tritt in Dialog mit der Geschichte der Komischen Oper Berlin und lässt drei Jahrhunderte wie ein Kontrapunkt in- und auseinanderfließen: den Zuschauerraum des Metropol-Theaters, die Nachkriegsarchitektur von Felsensteins Komischer Oper und das 21. Jahrhundert. Und er schafft einen Ort für das Musiktheater des 21. Jahrhunderts: Einladend, zugewandt und offen – nach innen und in die Straßen der Stadt hinein.

Mit diesem Entwurf erhalten die Komische Oper Berlin, ihr Publikum und die Stadt Berlin neue Proben- und Arbeitsräume, Foyers, Restaurants und Terrassen und damit einen Begegnungsort für Künstler*innen und Zuschauer*innen an einer der prominentesten Adressen der Stadt. Der Siegerentwurf war von Anfang an unser Favorit und ich freue mich sehr über dieses Ergebnis. Herzlichen Glückwunsch, kadawittfeldarchitektur!« – Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur
Aus der Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis des Architekturwettbewerbs zum Um- und Neubau der Komischen Oper Berlin ab 2023 von kadawittfeldarchitektur, Aachen:

Das Projekt setzt auf einen plastisch gegliederten und in Materialisierung differenzierten Gebäudekörper, der von der Behrenstrasse bis Unter den Linden greift. Die verschiedenen Vor- und Rücksprünge aktivieren die bislang unterbewertete Glinkastraße, indem eine Reihe von Eingängen angeordnet sind: Café-, Bühnen- und Mitarbeiterrestauranteingang. Besonders überzeugend ist die Anordnung und Gestaltung der Tageskasse an Unter den Linden: Ein schmaler gläserner Körper öffnet sich einladend zur Straße, die Komische Oper erhält dadurch eine prominente Adresse an einer der bedeutendsten Straßen Berlins. Das Motiv für diese hohe Plastizität finden die Verfasser im Bestandsgebäude, genauer im Eingangsportal der Komischen Oper, die über den Materialwechsel von Sandsteinplatten zu dunklem Zinkblech eine starke Markierung erfährt. Die genannten Vor- und Rücksprünge enthalten im Innern von Norden nach Süden: das Café und die Tageskasse, die Probebühne I sowie den Orchesterprobenraum und schließlich das Mitarbeiterrestaurant. Diese Anordnung ist funktional überzeugend, da der Anbau jeweils an bestehende Nutzungen im Bestandsgebäude anschließen kann.

Die Bürogeschosse sind als eigenständiger Baukörper mit Pfosten-Riegel-Fassade ausgebildet und schließen die volumetrische Komposition nach oben hin ab.

Insgesamt ist ein inhaltlich reicher und anregender Entwurf gelungen, der eine hohe Sinnlichkeit aufweist. Lobenswert ist die Vielzahl der öffentlichen Orte mit hoher Aufenthaltsqualität: Neben dem Vorplatz an Unter den Linden sind dies die Außenräume entlang der Glinkastraße sowie der erweiterte Straßenraum an der Behrenstrasse. Besonders sind auch die beiden Terrassen zu erwähnen, die das Raumangebot der Komischen Oper Berlin für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen bereichern.