Selam Opera!

Das interkulturelle Projekt der Komischen Oper Berlin

Die Komische Oper Berlin versteht sich als ein offenes Opernhaus und setzt auf Vielfalt. Daher möchte sie verstärkt ein türkischstämmiges Publikum für Oper begeistern und sich als einen Ort des regen gesellschaftlichen Dialogs aller Kulturen etablieren.

Seit der Spielzeit 2012/13 fährt der »Operndolmuş« (der Name spielt mit der Bezeichnung für Sammeltaxis in der Türkei), ein Kleinbus, mit dem Sänger und Musiker der Komischen Oper Berlin regelmäßig Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen besuchen und vor Ort ein musikalisches Vermittlungsprogramm präsentieren. Außerdem wurde der »Operndolmuş« in der aktuellen Spielzeit um ein Programm für Kinder und deren Familien ergänzt, das in Schulklassen, Elterncafés und interkulturellen Familienzentren aufgeführt wird.

Mit Unterstützung der Deutsche Bank Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin besteht darüber hinaus ein umfangreiches Vermittlungsangebot mit Workshops und informativen Veranstaltungen der verschiedensten Art. Das zentrale Element des Projekts »Selam Opera!« ist der Dialog, die Gelegenheit zu einem offenen Austausch.

Heimatabend – Heimatlieder aus Deutschland

Ein ganz besonderer Heimatabend

Foto: Valerie Schmidt
Als Opernhaus, das sich gelebte Vielfalt auf seine Fahnen geschrieben hat, wird die Komische Oper Berlin zum Aufführungsort eines ganz besonderen »Heimatabends«: Heimatlieder aus Deutschland – Musik, die es immer schon gab und die jetzt in Berlin in einem ganz neuen Kontext aufgeführt wird.

Die Künstler: 120 Musiker/innen aus 13 Nationen, alle in Berlin verwurzelt. Sie gehören zu den Nationen, die von der DDR und der BRD im Rahmen von Gegenseitigkeitsabkommen in den 50er, 60er und 70er Jahren nach Deutschland eingeladen wurden: Griechenland, Italien, Kuba, Kroatien, Marokko, Mosambik, Polen, Portugal, Serbien, Spanien, Südkorea, Türkei und Vietnam. Mehr Infos und Karten

Das deutsch-türkische Onlinemagazin renk. berichtet von einer Tour mit dem Operndolmuş

Fotograf: Michael Kuchinke-Hofer
»Marat, der die Aufführung mit konzentrierter Stirnfalte in den hinteren Reihen verfolgt hat, zeigt sich als Fan klassischer Musik. »Ich liebe Die Hochzeit des Figaro. Es war spannend, die Szene in diesem engen Raum begrenzt zu sehen, bemessen auf so kurze Zeit«, sagt er. Seine Mitschülerin Cetita Combé ist hin und weg: »Sie haben meine Erwartungen übertroffen. Alle. Der Tenor war unglaublich, die Akustik und die Pointen saßen. Auch die Carmen auf Türkisch war so besonders«.

Jetzt zu bestellen: die Publikation »Selam Opera! Interkultur im Kulturbetrieb«

Mustafa Akça
Projektleiter »Selam Opera!«
Mitarbeiter für Dramaturgie
Telefon (030) 202 60 492
E-MAIL

Oliver Brandt
Referent PR & Interkulturelle Kommunikation
Telefon (030) 202 60 386
E-MAIL
»›Jawoll‹ ruft es aus dem Publikum. So nah ist man den Sängern sonst nie, selbst wenn man in der Oper in der ersten Reihe säße ... Eine sagt: ›Also, mein Herz habt ihr erobert.‹ Das Operndolmus scheint zu funktionieren.«
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Die Komische Oper Berlin ist das erste Opernhaus der Welt, das Untertitel in vier Sprachen anbietet. Jeder Sitzplatz ist mit einer Übersetzungsanlage ausgestattet, durch die sich der gesungene Text während der Vorstellung individuell mitverfolgen lässt: auf Deutsch, Englisch, Französisch – und Türkisch!
Im Rahmen von »Selam Opera!« bietet die Komische Oper Berlin ein umfangreiches Vermittlungsprogramm rund um die aufregende Welt des Musiktheaters an. Zu allen Produktionen können Workshops besucht werden, in denen die Opern spielerisch erkundet werden. Auch interkulturelle Themen stehen dabei im Fokus. Die Workshops richten sich an alle Altersgruppen von jung bis alt.
Seit der Spielzeit 2012/13 fährt der »Operndolmuş« (der Name spielt mit der Bezeichnung für Sammeltaxis in der Türkei), ein Kleinbus, mit dem Sänger und Musiker der Komischen Oper Berlin regelmäßig Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen besuchen und vor Ort ein musikalisches Vermittlungsprogramm präsentieren. Außerdem wurde der »Operndolmuş« in der Spielzeit 2014/15 um ein Programm für Kinder und deren Familien ergänzt, das in Schulklassen, Elterncafés und interkulturellen Familienzentren aufgeführt wird.
Chorsingen verbindet: Etwa 80 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 16 Jahren singen im Kinderchor der Komischen Oper Berlin. Sie bekommen kostenlos professionellen Schauspiel- und Gesangsunterricht und sind in zahlreichen Opernaufführungen auf der Bühne zu erleben. Zur Spielzeit 2012/13 konnten 25 Kinder mit türkischen Wurzeln in den Kinderchor aufgenommen werden.
»Sesam, öffne dich!« – Die deutsch-türkische Kinderoper Ali Baba und die 40 Räuber aus der Feder des in Berlin lebenden türkisch-kurdischen Komponisten Taner Akyol wurde im Oktober 2012 im Rahmen von »Selam Opera!« uraufgeführt. Türkische Instrumente wie Zurna und Kaval trafen dabei auf Oboe und Querflöte, türkische Textpassagen auf deutsche, orientalische Melodien auf Operngesang.
Um auch zukünftig Kinder, Jugendliche, Erwachsene mit türkischen Wurzeln für die faszinierende Welt des Musiktheaters zu begeistern, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen: Engagieren Sie sich als Förderer bei diesem Projekt, das wir langfristig fortsetzen und ausweiten möchten.

»Dolmuş« (übersetzt: »voll«) ist in der Türkei die Bezeichnung für einen Kleinbus. Der mit zwei Sängern, drei Musikern und einem Dramaturgen der Komischen Oper Berlin voll besetzte Bus fährt ab sofort Begegnungsstätten, Migrantenorganisationen oder auch Bildungseinrichtungen in Stadtteilen mit einem besonders hohen Anteil an Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen an.
Bei der Verleihung der International Opera Awards am 26. April 2015 in London wurde die Komische Oper Berlin als »Opera Company of the year« ausgezeichnet