Pop-up-Opera

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Der Vorhang geht auf, alles ist bereit: Bühnenbild, Tänzer:innen, Chöre, Licht und Kostüm. Orchestermusik schwillt an, dann Gesang, der über allem strahlt, den ganzen Saal verzaubert und eint. Was aber passiert, wenn diese Szene das Operngebäude verlässt und auf der Straße spielt? Sich plötzlich in einem Boxclub breit macht? Wenn Don Giovanni in der Markthalle 9 seine Arie schmettert und der Männerchor aus Rigoletto in der Uni-Bibliothek die Ruhepflicht beschwört? Die Pop-up-Opera macht Oper zum Überraschungserlebnis: für die Menschen in der Stadt und als zufällige Entdeckung zum Teilen und immer wieder Genießen als Videoclip auf YouTube.

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30. April 2026
Im letzten Teil der Oper tritt eine Anspielung auf Donald Trump auf, doch wird er nicht wörtlich als er selbst dargestellt, sondern durch Mutanten verkörpert, die sich seiner Slogans und der Sprache der Selbstinszenierung bedienen.
Auf sehr treffende Weise zeichnet Olga Neuwirth hier ein Bild des gegenwärtigen Populismus und Nationalismus. Sie zeigt, wie gefährlich Politik wird, wenn sie sich in ein Spektakel verwandelt und beginnt, auf gesellschaftlicher Angst sowie auf der Ausgrenzung anderer zu basieren.

Regisseurin Ewelina Marciniak über ihre Neusinszinierung von Olga Neuwirths Oper Orlando, in: Corinna Kolbe: Abgesang auf das Patriarchat, Tagesspiegel Spielzeit von 24.04.2026
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