Stefan Soltesz

Dirigent
© Jonas Holthaus
© Jonas Holthaus
Der österreichische Dirigent Stefan Soltész wurde in Ungarn geboren und lebt in Berlin. An der Komischen Oper Berlin dirigiert er nach Les Contes d’Hoffmann und Die Zirkusprinzessin Franz Schrekers Die Gezeichneten. Außerdem leitet er in dieser Saison die Wiederaufnahme von Jacques Offenbachs Die schöne Helena.

Stefan Soltész studierte an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst Dirigieren bei Hans Swarowsky sowie Komposition und Klavier. Nach Stationen in Wien und Graz und als Assistent von Karl Böhm, Christoph von Dohnányi und Herbert von Karajan bei den Salzburger Festspielen war er von 1983 bis 1985 als ständiger Dirigent der Hamburgischen Staatsoper und in gleicher Position von 1985 bis 1997 an der Deutschen Oper Berlin tätig. Als Generalmusikdirektor wirkte er von 1988 bis 1993 am Staatstheater Braunschweig und ist dort heute Ehrendirigent. Von 1992 bis 1997 hatte er die Position des Chefdirigenten der Flämischen Oper Antwerpen/Gent inne. Anschließend leitete er bis 2013 in Doppelfunktion als Generalmusikdirektor und Intendant die Essener Philharmoniker sowie das Aalto-Musiktheater, eine von zahlreichen Preisen und Ehrungen begleitete Ära.

Stefan Soltész ist regelmäßig als Gast an der Wiener Staatsoper sowie an den großen Opernhäusern Deutschlands tätig, u. a. den Staatsopern in München, Hamburg, Berlin und Dresden sowie den Opernhäusern von Frankfurt am Main und Köln. Ebenfalls gastierte er an der Pariser Oper, der Nederlandse Opera Amsterdam, an der Römischen Oper, der Staatsoper Budapest, am Bolschoi Theater in Moskau, am Teatr Wielki Warschau, an der Washington und der San Francisco Opera, am Opernhaus Zürich, am Grand Théâtre de Genève, am New National Theatre in Tokyo sowie bei den Festivals in Montpellier, Aix-en-Provence, Savonlinna (Finnland), Taipei, Tongyeong, Pisa sowie beim Richard-Strauss-Festival in Garmisch und den Pfingstfestspielen in Baden-Baden.

Sinfoniekonzerte und Rundfunkaufnahmen führten Stefan Soltész quer durch Europa und den fernen Osten. Seine CD-Aufnahme von Alban Bergs Lulu-Suite und Hans Werner Henzes Appassionatamente plus mit den Essener Philharmonikern wurde für den Grammy nominiert. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen wurde Stefan Soltész der Titel des Professors honoris causa vom Land Nordrhein-Westfalen verliehen.
Der Tagesspiegel
Udo Badelt, 25.03.2018
Ein Karren voller Wunder
»Stefan Soltesz … liefert mit dem Orchester der Komischen Oper einen zauberhaften, schlanken, hellwachen Offenbach-Sound. ... Herheim und Meier-Dörzenbach setzen sich auf eine Weise mit der Vorgängerinszenierung auseinander, wie man es noch nicht gesehen hat, liefern quasi ein Update, ein Felsenstein 2.0. … Am spektakulärsten und schönsten wirft sich Peter Renz in die Rolle des Königs Bobèche. Zornig bis rumpelstilzchenhaft, O-Beine, das Zepter stets als Waffe in der Hand, bereit zum Schlag – es ist alles wie bei Felsenstein. «
Zur Kritik
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 24.01.2018
Wir fahrn, fahrn, fahrn in der Geisterbahn
»Gerade die Hypertrophie von Schrekers oszillierender Orchestersprache kann Stefan Soltesz mit dem Orchester der Komischen Oper durch die klare Disposition und einen sensiblen Umgang mit arrangierten Klängen grandios bewältigen.«
Zur Kritik