Kirill Serebrennikov

Gastregisseur / Gastbühnenbildner
Kirill Serebrennikov ist Theater-, Opern-, Film- und Fernsehregisseur. Seit 2012 leitet er das Gogol-Center in Moskau, ein genreübergreifendes Theaterlabor und eine der wenigen inoffiziellen alternativen Spielstätten der russischen Kulturlandschaft. Als studierter Physiker führt er seit 1994 Regie, zunächst in seiner Heimatstadt Rostow am Don, dann in Moskau. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn dort mit dem Tschechow-Künstlertheater. Im Bereich Musiktheater inszenierte Kirill Serebrennikov u. a. Salome, Der goldene Hahn und Falstaff. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Nationalfernsehpreis Russlands für Regie (1999), East of West Award beim Karlovy Vary Filmfestival (2005) sowie der russische Theaterpreis Goldene Maske (2012). Sein Film Ismena (Untreue) wurde 2012 mit dem Grand Prix des Filmfestivals in Rom ausgezeichnet und für den Goldenen Löwen beim Filmfestival in Venedig nominiert. Mit seinem Film Uchenik (Der Schüler) sorgte er 2016 bei den Filmfestspielen in Cannes für Aufsehen. Seine Theaterinszenierungen werden zu den Wiener Festwochen, an die Schaubühne Berlin und zum Theaterfestival in Avignon eingeladen. Nach der Inszenierung der der Uraufführung von Olga Neuwirths American Lulu (2012, nach Alban Berg) kehrte er vergangene Spielzeit mit Il barbiere di Siviglia an die Komische Oper Berlin zurück.
Freiheit für Kirill Serebrennikov!
Kirill Serebrennikov, der Regisseur von »Il barbiere di Siviglia« befindet sich bis 19. Januar 2018 unter Arrest in seiner russischen Heimat Moskau. Zahlreiche Medien haben bereits über seine Festnahme berichtet und auch das Ensemble der Komischen Oper Berlin ist bestürzt.
Mit einer Online-Petition protestieren bisher fast 40.000 Menschen gegen seine Verhaftung in Moskau, darunter Theaterschaffende wie Jürgen Flimm, Nina Hoss, Elfriede Jelinek, Thomas Ostermeier, Barrie Kosky und Jossi Wieler als Erstunterzeichner*innen.
Ende August, kurz vor Beginn der Proben von Hänsel und Gretel an der Staatsoper Stuttgart, ist der Regisseur verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, 68 Millionen Rubel (knapp eine Million Euro) staatlicher Gelder unterschlagen zu haben. Bis zum Prozessbeginn am 19. Oktober 2017 steht er unter Hausarrest. Er muss eine Fußfessel tragen, darf seine Wohnung im Moskauer Stadtzentrum nicht verlassen, kein Internet verwenden oder Post verschicken. Deutsche und internationale Künstler*innen und Kulturschaffende appellieren mit einer Unterschriftenaktion an die russische Justiz und deutsche Politiker.

Sein »barbiere« spielt wieder am ...


Berliner Morgenpost
Georg Kasch, 11.10.2016
Mit Figaro im Chatroom
»… Kirill Serebrennikovs Inszenierung von "Il barbiere di Siviglia", die beides [ist] ...: irrsinnig komisch und zutiefst traurig. Denn der russische Regisseur macht an der Komischen Oper aus Gioachino Rossinis Bühnenhit von 1816 eine bitterbös-witzige Abrechnung sowohl mit den Ewiggestrigen als auch mit den Jungen, diesen New-Media-Aufmerksamkeitsgestörten.«
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Der Tagesspiegel
Udo Badelt, 10.10.2016
Schneller geht immer – Fulminant und schlüssig: Kirill Serebrennikos „Barbier von Sevilla“ an der Komischen Oper
»Mit der Verpflichtung von Regisseur Kirill Serebrennikov beweist Intendant Barrie Kosky einmal mehr seine Qualitäten als Spürhund. ... Und Serebrennikov liefert: nämlich Berlins erste Smartphone-Oper. ... Der Erfolg des Abends ruht aber auf vielen Schultern. Allen voran Antonello Manacorda, der im Moment noch die Kammerakademie Potsdam leitet, … mit seinem zügigen, extrem aufmerksamen, athletischen Dirigat (nach der Pause dann sogar im Frack) ... Und da ist natürlich das fantastische Ensemble, das alle Zumutungen der Regie begeistert mitmacht.«
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