Gabriel Feltz

Dirigent
Gabriel Feltz (geboren 1971 in Berlin) ist seit Beginn der Saison 2013/2014 Generalmusikdirektor der Stadt Dortmund und Chefdirigent der Dortmunder Philharmoniker. Nach drei überaus erfolgreichen ersten Jahren wurde sein Vertrag dort vorzeitig bis 2023 verlängert. Zusätzlich wird der Künstler ab der Saison 2017/2018 der neue Chefdirigent des Belgrad Philharmonic Orchestra. 

Nach dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera (2001-2005) und den Stuttgarter Philharmonikern (2004-2013) ist dies seine dritte Position als Generalmusikdirektor eines deutschen Orchesters in Folge. Bei allen drei Klangkörpern konnte Gabriel Feltz innerhalb kurzer Zeit einen deutlichen Publikumszuwachs, interessante Programme und überzeugende musikalische Leistungen erarbeiten.
2007 erhielten die Stuttgarter Philharmoniker unter Leitung von Gabriel Feltz den „Prix Rachmaninow“ der „Fundation Sergej Rachmaninow“ - in Würdigung des bis heute umfangreichsten Aufführungszyklus der Werke Rachmaninows im deutschsprachigen Raum.

Von 2008 bis zum Sommer 2013 war er zudem 1. Gastdirigent am Theater Basel, welches in dieser Zeit zweimal als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet wurde (Saison 2008-2009 und 2009-2010). Die von Gabriel Feltz geleiteten Produktionen hatten daran maßgeblichen Anteil.

Seine künstlerische Ausbildung erhielt Feltz von 1989 bis 1994 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, anschließend wurde er Assistent von Gerd Albrecht an der Hamburgischen Staatsoper. Erste Festengagements führten ihn an die Städtischen Bühnen Lübeck sowie an das Bremer Theater.

Die Liste der von Feltz dirigierten Klangkörper im In- und Ausland ist lang, als Beispiele seien hier genannt: die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker, die Rundfunkklangkörper des NDR (Hamburg und Hannover), des WDR und des MDR sowie des Saarländischen Rundfunks, das Bayerische Staatsorchester, das Gürzenich-Orchester Köln, das Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester, die Belgrader Philharmoniker, das National Orchestra of Taiwan, das Sinfonieorchester Basel, die Grazer Philharmoniker, das KBS Symphony Orchestra Seoul, das Radiosinfonieorchester Wien, das Sinfonieorchester des dänischen Rundfunks, das National Symphony Orchestra of Irland (RTE) und viele mehr.

2013/2014 gab Feltz mit der Premiere von Bernd Alois Zimmermanns DIE SOLDATEN sein umjubeltes Debüt an der Komischen Oper Berlin, in der Saison 2015/2016 folgten Dirigate von Barrie Koskys furioser Inszenierung der ZAUBERFLÖTE sowie 2016/2017 eine Wiederaufnahme von Wagners DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG. An der Oper Zürich leitete Feltz 2015/2016 eine Neuproduktion von Wolfgang Rihms HAMLETMASCHINE. An der Bayerischen Staatsoper München betreute er die Wiederaufnahme von Wagners FLIEGENDEM HOLLÄNDER. An der Oper Köln leitete der Künstler in der Saison 2015/2016 eine Neuproduktion von IL PRIGIONNIERO sowie von ARABELLA und wurde für die Saison 2016/2017 für eine Wiederaufnahme von Bartoks BLAUBARTS BURG wiedereingeladen.
In der Konzertsaison 2014/2015 markierte die festliche Aufführung von Gustav Mahlers 8. Sinfonie anlässlich des 200. Bestehens des Grazer Musikvereins, einem Konzert mit über 550 Mitwirkenden für knapp 4000 Zuhörer, einen Höhepunkt.

Die Diskographie des Künstlers reicht von Mozart und Beethoven über Rachmaninow, Elgar, Prokofjew, Skrijabin und Richard Strauss bis zu Nono und Ligeti und ist eine der umfangreichsten, die ein Dirigent seiner Generation aufweisen. Gabriel Feltz begann 2007 mit der Einspielung aller Sinfonien Gustav Mahlers  mit den Stuttgarter Philharmonikern. Der bei dem Label Dreyer-Gaido veröffentlichte Zyklus umfasst zum jetzigen Zeitpunkt die Symphonien 1-7 und  9 sowie die zehnte als Fragment. Die Internetkritik „INFODAD.COM“ bezeichnete die Aufnahmen als den „ungewöhnlichsten und kontroversesten Zyklus“ der letzten Jahre“  und vergab 4 von 4 möglichen Bewertungssternen. 
2013 erschien, ebenfalls mit den Stuttgarter Philharmonikern, dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brno, der Mezzosopranistin Stella Doufexis und der Schauspielerin Julia Jentsch als Sprecherin, die Weltersteinspielung der gesamten Ballettmusik von Ottorino Respighis „Belkis – Regina di Saba“ auf Blu-Ray und DVD. Der von Feltz geleitete Live-Mitschnitt war die erste vollständige Wiedergabe dieses von ihm besonders geschätzten Werkes seit der Uraufführung an der Scala di Milano 1932. Die im Oktober 2010 von ihm dirigierte AIDA AM RHEIN aus Basel, europaweit vom Schweizer Fernsehen, 3sat, RAI und dem ZDF-Theaterkanal live übertragen und auch als DVD erhältlich, erregte ebenfalls großes Aufsehen.

Künftige Engagements werden Gabriel Feltz neben seinen Dortmunder Verpflichtungen unter anderem zu Konzerten und Opernproduktionen nach Berlin, Zürich, Belgrad, Taipei (Taiwan), Köln, Sendai (Japan) und San Antonio (USA) führen.
Berliner Zeitung
17.06.2014
Gekreuzigte Unschuld
»Die Aufführung ist in jeder Hinsicht großartig! […] Enorm präsent ist die Musik […], Dirigent Gabriel Feltz entfesselt eine bedrohliche Aggressivität, präsentiert aber auch die sensiblen Passagen mit ihren einsamen Geigenlinien und Schlagzeugakzenten als differenzierte musikalische Charaktere. [...] Diese Produktion der Komischen Oper Berlin ist – wieder einmal – ein Pflichttermin.«
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