Arnulf Ballhorn

Kontrabass
Wo ist Ihre Heimat?
Singen am Hohentwiel (Deutschland). Meine Wahlheimat/mein Zuhause ist Berlin.

Seit wann spielen Sie im Orchester der Komischen Oper Berlin?
Seit 2001.

Ihre vorherigen Stationen?
Studium an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Zepperitz; Brandenburgische Philharmonie Potsdam.

Wie würden Sie einem Außerirdischen erklären, was ein Orchester ist?
Ta-ta-ta-taaaaaa.

Wie würden Sie Ihr Instrument charakterisieren?
Tief, dunkel, Wärme im Klang (hoffentlich). Kann durch kleine Aktionen ins Geschehen eingreifen. Die wenigen spektakulären Momente im Orchestergefüge werden meistens mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Unpraktisch zu transportieren. Ineffektive Bauform wegen physikalischer Zusammenhänge. 

Was war Ihr erstes bewusstes Musikerlebnis?
Besuch von Konzerten mit meinen Eltern, die oft mit mir den Saal verlassen mussten, weil ich bei besonders schöner Musik immer aus tiefstem Herzen lautstark weinen musste.

Was war Ihr denkwürdigstes Erlebnis im Orchestergraben der Komischen Oper Berlin?
Die Stimmung im Saal bei den Aufführungen von Mozarts Die Entführung aus dem Serail in der Inszenierung von Calixto Bieto (denkwürdig). Die Stille nach dem Schlussakkord bei Stücken wie z. B. Bernsteins West Side Story. Die direkte und unverbildete Reaktion von Kindern auf unsere Kinderopern. 

Warum Theater?
Theater ermöglicht eine Reflexion aktueller Fragen durch die simultane Betrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln - bei der Oper sind das Musik, Text, alle visuellen Komponenten wie Bühnenbild, Licht, Kostüme, Requisite, Maske und nicht zuletzt die Umsetzung durch den oder die Regisseur_in.

Welche drei CDs würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Weather Report: 8:30; die 7. Sinfonie von Anton Bruckner mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan; Astor Piazzolla: Maria de Buenos Aires

Welches Werk haben Sie noch nicht gespielt, würden es aber gerne?
Giuseppe Verdi: Otello; Andrew Lloyd Webber: Jesus Christ Superstar; Dmitri Schostakowitsch: 13. Symphonie.

Ihre bislang größte Herausforderung?
In der Oper: Der Rosenkavalier von Richard Strauss und Moses und Aron von Arnold Schönberg. Ansonsten waren das die Uraufführung von Utu An ki Lu, einem 35-minütigen Solostück für Kontrabass des italienischen Zeitgenossen Pierluigi Billone, sowie ein Tango-Konzert in Buenos Aires, bei dem Piazzollas Witwe Laura Escalada Piazzolla vier Meter von mir entfernt im Publikum saß ...

Haben Sie einen Tipp gegen Lampenfieber?
Keine Routine aufkommen lassen und die Freude an der Musik überwiegen lassen!

Was treibt Sie an?
Die Liebe zu meiner Familie, die Liebe zur Musik und die Gier, Neues zu entdecken (also neugierig zu sein). 

Wenn Sie nicht Musiker/Musikerin geworden wären ...
... wäre ich vielleicht Lokführer geworden... oder hätte Tontechnik oder Streichinstrumentenbau studiert.

Ihr Lieblingszitat?
Es gibt zu viele schlaue Sätze, die ich hier hinschreiben müsste ...