Foto: Jan Windszus Photography
Foto: Jan Windszus Photography

Maria Fiselier

Mezzosopran
Im Ensemble der Komischen Oper Berlin seit 2016.


Bei einer derartigen familiären »Vorbelastung« ist es eigentlich kein Wunder, dass Maria Fiselier Sängerin geworden ist: Vater, Mutter, Onkel und Tante frönen allesamt auf beruflichen Pfaden ihrer sängerischen Leidenschaft! Den Keim dafür hat bereits der Großvater gesät. Der führte ursprünglich einen Elektroladen, war aber als Laie der Musik verfallen, genauer gesagt dem Orgelspiel und dem Gesang. Eines Tages fuhr er heimlich nach Amsterdam, um dem Chor der Nederlandse Opera vorzusingen – und von heute auf morgen musste die gesamte Familie vom kleinen Losser im Osten der Niederlande in die Metropole Amsterdam umziehen, denn Opa Fiselier hatte zur Überraschung aller einen neuen Job – als Sänger im Opernchor!

Von da an hat sich die Singleidenschaft offenbar ins Erbmaterial der Fiseliers gebrannt. Die kleine Maria wollte schon als Baby Sängerin werden. In der Schule stand sie in zahlreichen Musicals wie Cats und Les Miserables und auch bereits als Evita auf der Bühne. »Hauptsache nichts Klassisches, damals wollte ich nicht unbedingt in die Fußstapfen meiner Eltern treten!« Bereits zu Schulzeiten nahm sie Gesangsunterricht – und landete irgendwann dann doch beim klassischen Operngesang. Der eigene Vater, ein solistisch erfolgreicher Bassbariton, gab ihr schließlich Unterricht, bis sie an der Musikhochschule Den Haag ihr Gesangsstudium aufnahm. Wen wundert es noch, dass Marias Schwestern ebenfalls Gesang studiert haben, auch wenn sie am Ende andere Wege gegangen sind: Die ältere arbeitet im Hotelfach als Banqueting Sales Managerin, die jüngere frönt ihrer Liebe zur leichteren Muse und tritt in Cabaret-Programmen und Chanson-Abenden auf.

Marias erste Opernrolle auf der Bühne war die Nancy in Benjamin Brittens Albert Herring, die sie beim Aldeburgh Festival in England sang. Da wurde sie auch mit dem »London-Virus« infiziert. »Was für eine faszinierende, lebendige Stadt!« Sie schaffte es, ins National Opera Studio in London aufgenommen zu werden, und lebte ein ganzes Jahr in der pulsierenden Metropole. Und doch ist die junge Holländerin sehr heimatverbunden. Auf die Frage, wo sie am liebsten leben würde, antwortet sie, ohne zu überlegen, mit der Nennung ihrer Heimatstadt Amsterdam. Aber nun freut sie sich auch sehr auf Berlin, wo sie seit der Spielzeit 2016/2017 neues Mitglied im Ensemble der Komischen Oper ist. Bereits in der Spielzeit 2015/2016 war sie in Der Vampyr nach Heinrich Marschner als Opfer des bekannten Blutsaugers zu erleben. Nun warten spannende Partien wie die Magdalene in Die Meistersinger von Nürnberg oder Otho in Die Krönung der Poppea auf sie.

Gefragt nach Wunschpartien für die Zukunft nennt sie die großen Paraderollen ihres Stimmfachs – Carmen, Octavian, Charlotte (Werther)–, um dann aber sofort hinzuzufügen: »Ich will alles ausprobieren. Du weißt eigentlich erst, ob eine Rolle für dich ist, wenn du sie gesungen hat. Jede Rolle, egal wie klein oder groß sie ist, bedeutet eine Herausforderung.« So zum Beispiel die Hosenrolle des Orest in Jacques Offenbachs La Belle Hélène, die sie in Genf gesungen hat: »Ich sah aus wie Conchita Wurst, was mir am Anfang ehrlich gesagt ein bisschen peinlich war. Aber dann habe ich Conchita in Videos auf youtube sehr genau studiert. Und am Ende hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht, die Rolle auf diese Weise zu interpretieren. Ich sah Conchita Wurst übrigens sehr ähnlich!«

Die französische Oper des 19. Jahrhunderts – Bizet, Massenet, Gounod, Berlioz, Saint-Saëns – liebt die Mezzosopranistin sehr. Zuhause aber hört sie ganz andere Musik: Michael Jackson beispielsweise, oder Jeff Buckley. »Ich war immer fasziniert von Michael Jacksons Bühnenpräsenz, die ja auch beiseinem Publikum nicht ohne Wirkung blieb. Seine Videoclips sind für mich kleine Kunstwerke. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als er starb: Ich erfuhr von seinem Tod in einer Piano Bar in Amsterdam. Irgendwie war ich so berührt von dieser Nachricht, dass ich sofort einen Song von ihm hören wollte. Also ging ich zum Barpianisten und bat ihn, etwas von Michael Jackson zu spielen.«

Ähnlichkeiten zwischen den »Jackson Five« und den »Fiselier Five«? – Nicht wirklich. Mit ihren Schwestern ist Maria nie öffentlich aufgetreten, nur auf Hochzeiten und Partys, wohl aber mit ihrem Vater, mit ihrer Mutter und unlängst auch mit ihrem Onkel, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist und im Chor der Nederlandse Opera Amsterdam singt: In Tschaikowskis Pique Dame standen sie gemeinsam auf der Bühne. Lust darauf, das Sänger-Gen irgendwann auch mal weiterzugeben? »Ja, ich möchte eine große Familie mit Kindern, die singen! – Aber jetzt noch nicht. Jetzt erst einmal Berlin, Magdalena, Otho und weitere spannende Partien, die auf mich warten ...«

Carmen

Mercedes
Mär '17
Sa
Fr
Apr '17
Do
Mai '17
Fr
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Jun '17
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Die Krönung der Poppea

Otho
Apr '17
Sa
Mai '17
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Jun '17
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Orpheus

Sylvia/Proserpina
Jun '17
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Jul '17
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Petruschka / L’Enfant et les Sortilèges

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Di

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