Foto: Iko Freese / drama-berlin.de
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Claudio Monteverdi / Elena Kats-Chernin

Orpheus

Favola in musica in einem Prolog und fünf Akten (1607/2012)
Libretto von Alessandro Striggio d. J. Deutsche Textfassung von Susanne Felicitas Wolf
Barockoper in deutscher Sprache Auftragswerk der Komischen Oper Berlin
Jun '17
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Barrie Koskys kraftvolle und farbenfrohe Inszenierung des Orpheusbeginnt als ausgelassenes Fest der Musik und der Liebe in einem paradiesischen Arkadien und erzählt Orpheus’ Reise durch die Unterwelt als Reise zu sich selbst. Farbenfroh ist auch die ungewöhnliche Neuinstrumentierung der usbekisch-australischen Komponistin Elena Kats-Chernin, die die zeitlose Modernität des vierhundert Jahre alten Werkes voll und ganz zur Geltung bringt.

Am Anfang der Geschichte der Musik steht ein Mythos: die Sage vom thrakischen Sänger Orpheus, der mit seinem Gesang nicht nur die belebte, sondern auch die unbelebte Natur zu rühren imstande ist. Mit der Kraft seiner Musik wagt er denn auch den für Sterbliche gefahrvollen Weg in die Unterwelt, um seine geliebte Eurydike zurückzugewinnen. Liebe und Musik sind untrennbar miteinander verbunden im diesem Ur-Mythos einer Künstlergestalt: Ist es die bedingungslose Liebe zu seiner Eurydike, die die Herrscher der Unterwelt rührt, oder die betörende Kraft seines Klagegesangs? Ist es übermäßige Liebe, die zu Orpheus’ Scheitern auf dem Rückweg aus der Unterwelt führt, oder ist es die unerträgliche Stille einer musiklosen Welt, die ihn den fatalen Blick zurück machen lässt?

Am Anfang der Oper Orpheus erscheint „Die Musik“ höchstpersönlich, um die tragische Liebesgeschichte des Titelhelden zu präsentieren. Oder ist es nicht doch vielleicht die Musik gewordene Liebe selbst? Zwei Akte lang werden in Tänzen und Liedern, Chören und Sologesängen Natur und Liebe zugleich gefeiert – bis die Nachricht von Eurydikes Tod die arkadische Ausgelassenheit urplötzlich zum Schweigen bringt. Doch die Musik verstummt nur für einen kurzen Augenblick. Denn wie sie vorher Ausdruck des Glücks und der Ausgelassenheit war, so stimmt sie nun Töne der Klage und der Trauer an, wird zur Hoffnung auf Orpheus’ Weg in die Unterwelt und behält auch ganz am Ende, nach dem erneuten tragischen Verlust der geliebten Eurydike, das letzte Wort oder vielmehr: den letzten, tröstenden Ton.

Im Repertoire seit 16. September 2012
Dauer: 1 Stunde, 45 Minuten (ohne Pause) 
Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Foyer
»Eine sehr verspielte, sexy, aber trotzdem hochkonzentrierte Inszenierung für alle Altersklassen«
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»Zu preisen ist Barrie Kosky, einer der musikalischsten Regisseure heutzutage«
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In Gestalt der Musik kündigt Gott Amor an, die Geschichte des berühmten Sängers Orpheus zu erzählen …

In heiterer Stimmung wird die lang ersehnte Hochzeit von Orpheus und Eurydike gefeiert. In Tanzen und Liedern, Chören und Sologesängen werden Natur und Liebe zugleich besungen – bis Sylvia mit ihrer Nachricht, dass Eurydike durch einen Schlangenbiss getötet wurde, die arkadische Ausgelassenheit urplötzlich zum Verstummen bringt.

Orpheus’ Klagen währen nicht lange. Er beschließt, durch die Kraft seiner Musik die Götter der Unterwelt zu erweichen, mit seiner Liebe Eurydike dem Hades zu entreißen. Amor ist seine Hoffnung, die ihn bis zu den Toren der Unterwelt geleitet. Charon, der jedem Sterblichen den Zutritt zum Reich der Toten verwehrt, wird durch Orpheus’ Gesang besänftigt und schläft schließlich ein.

Mit seiner Musik kann Orpheus tatsächlich die Götter der Unterwelt rühren: Er darf die geliebte Eurydike vom Tod befreien, sie jedoch auf dem Weg zurück ins Leben auf keinen Fall ansehen. Überglücklich die Macht der Musik preisend macht sich Orpheus auf den Rückweg. Doch die Liebe zu Eurydike lässt ihn den folgenschweren Blick tun, und die Geliebte entschwindet für immer. Nur das Echo antwortet dem einsamen und verlassenen Orpheus auf seine verzweifelten Klagen.

Da verspricht eine Stimme Tröstung im Jenseits. Von seiner Liebessehnsucht geleitet, folgt ihr Orpheus singend …

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Katrin Lea Tag
Kostüme
Katharina Tasch
Dramaturgie
Choreografie
Licht
Alexander Koppelmann

Besetzung

Eurydike
Julia Novikova, Talya Lieberman
Amor
Sylvia/Proserpina
Theresa Kronthaler, Maria Fiselier
Pluto
Alexey Antonov, Önay Köse
Figuren Orpheus und Eurydike
Tänzer
Meri Ahmaniemi, Sonia Bartucelli, Alessandra Bizzari, Martina Borroni, Alexson Capelesso, Zoltan Fekete, Suleika Fichtner, Paul Gerritsen, Axel Baer, Nikos Fragkou, Marcell Pret

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An vier Terminen bieten wir spezielle Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen an (17.10.2015, 23.01.2016, 16.4.2016, 25. 6.2016). Weitere Informationen ...
Ein ganzes Wochenende wird die Vielfalt türkischer Musik gefeiert. Von anatolischer Folklore bis zu zeitgenössischen türkischen Kompositionen.
»Umwerfend. Überwältigend. Überrumpelnd. Es gibt keine anderen Bezeichnungen, um die Neuproduktion der Komischen Oper in Berlin zu beschreiben.« [Die Welt]