Foto: Iko Freese | drama-berlin.de
Foto: Iko Freese | drama-berlin.de
Foto: Iko Freese | drama-berlin.de
Foto: Iko Freese | drama-berlin.de

My Square Lady

Von Menschen und Maschinen. Eine Opernerkundung (2015)
Eine Opernerkundung
Ein Roboter namens Myon, die international renommierte Performance-Gruppe Gob Squad und Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Abteilungen der Komischen Oper Berlin versprechen eine spannende Entdeckungsreise durch das »Kraftwerk der Gefühle« Oper – mit vielen Fragen und offenem Ausgang …

Was macht einen Menschen zum Menschen? Wie lässt sich ein Gegenstand oder ein »einfaches Lebewesen« zu einem solchen formen? Nach George Bernhard Shaws Schauspiel Pygmalion und Frederick Loewes weltberühmtem Musical My Fair Lady suchen nun das deutsch-britische Performancekollektiv Gob Squad, das Forschungslabor Neurorobotik der Beuth Hochschule für Technik Berlin und die Komische Oper Berlin nach möglichen Antworten. Unter dem Titel My Square Lady begeben sich Gob Squad mit dem autonomen humanoiden Roboter Myon auf eine Entdeckungsreise durch die Komische Oper Berlin. Myon soll das »Kraftwerk der Gefühle« Oper in all seinen Facetten erkunden und dabei lernen, was es heißt, menschliche Gefühle zu empfinden, sie auszudrücken und bei anderen hervorzurufen. Ob Myon schließlich zum Menschen oder gar zum Opernstar taugt, wird er am Ende der Spielzeit auf der großen Bühne unter Beweis stellen.
2 Stunden 45 Minuten, eine Pause

Kostenlose Werkeinführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer (außer bei Premieren und Sonderveranstaltungen).
»Beifall brandet auf, nachdem Myon mit initiierender Unterstützung von Dirigent Arno Waschk aktiv einige Schlagfiguren abgerufen und den 3/8-Takt von Verdis »Brindisi« angeleitet hat. Die Begeisterung ist komplett, als Myon beim großen Finale blechern zwei Textzeilen intoniert: »I Sing the Body Electric« aus dem Musical »Fame«. Weit heruntergeschraubt wurden die Erwartungen an den Roboter in etlichen Frage- und Antwortrunden – aber nun kann Myon doch ein Kunststückchen vorführen. Bravo!«
»… wenn man Myon zuhört, wenn er am Ende seinen großen Auftritt hat und singt - dann tut er das ja doch vielleicht aus seinem tiefsten Inneren heraus …«
Gemeinsam mit dem Performance-Kollektiv Gob Squad begeben sich der Roboter Myon und seine Schöpfer vom Forschungslabor Neurorobotik der Beuth Hochschule für Technik Berlin seit der Spielzeit 2013/14 auf eine performative Erkundungstour durch die Komische Oper Berlin. Dabei soll die Maschine mit allen verfügbaren Registern des »Kraftwerks der Gefühle« Oper erlernen, Emotionen hervorzurufen und zur Schau zu stellen. Fragen wie »Welche Handlungen und welches Verhalten evozieren Gefühle?« oder »Was heißt es, ein Mensch zu sein?« werden mit Gob Squad, dem Forschungslabor Neurorobotik an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Mitarbeitern der unterschiedlichsten Abteilungen der Komischen Oper Berlin – von der Technik über die Verwaltung bis hin zum Sängerensemble – erörtert. Inspiration für das Experiment ist das Musical My Fair Lady,seine Vorlage Pygmalion von G.B. Shaw sowie der antike Mythos Pygmalion, in denen es in unterschiedlicher Weise darum geht, ein als nicht menschlich beziehungsweise nicht gesellschaftsfähig erachtetes Wesen »zum Leben zu erwecken«.

Solch ein Trainingsprogramm erfordert einen lernfähigen Probanden: Myon spult keine im Voraus programmierten Abläufe ab, sondern ist in dem Sinne bereits menschenähnlich konstruiert: Er kann auf äußere Reize mitunter auch unkalkulierbar reagieren und in Interaktion mit den Menschen seiner Umgebung treten. Unvorhersehbares, Momente des Nicht-Perfekten sowie des Scheiterns werden ästhetischer Teil des Projektes und stellen das Streben nach dem perfekten, emotionalen Opernmoment immer wieder in Frage. My Square Lady wird somit auch zu einer künstlerischen Reflexion über die Möglichkeiten und Bedingungen eines Opernhauses, durch das Genre Musiktheater Gefühle professionell zu produzieren und beim Publikum hervorzurufen. Schließlich mündet Myons und Gob Squads zweijährige Tour in die Bühnenproduktion My Square Lady, in der der Roboter am Ende der Spielzeit 2014/15 das Gelernte vor Publikum unter Beweis stellen muss.

»Ein Opernhaus, eine freie Performance-Gruppe und ein Institut für Neurorobotik – unterschiedlicher können die Partner eines gemeinsamen Musiktheaterprojektes kaum sein! Wir brauchen solche Experimente, um Musiktheater lebendig zu halten und neue Impulse zu geben. Wir brauchen solche Projekte aber auch, um uns selbst als Opernhaus mitsamt unserer Produktionsverfahren zu reflektieren und zu hinterfragen. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Gob Squad und dem Institut für Neurorobotik.« (Barrie Kosky)

Die zweijährige Kooperation von Gob Squad, dem Forschungslabor Neurorobotik der Beuth Hochschule für Technik Berlin und der Komischen Oper Berlin wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Schering Stiftung.

Stab

Musikalische Leitung und Arrangement
Konzept, Regie und Kostüme
Gob Squad, (Johanna Freiburg, Sean Patten, Sharon Smith, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost, Simon Will)
Bühnenbild
Gob Squad, Romy Kießling
Entwicklung und Betreuung Roboter
Dramaturgie
Ulrich Lenz, Christina Runge
Chöre
Kinderchor
Licht
Video
Kathrin Krottenthaler
Videomitarbeit
Miles Chalcraft
Kostümbildmitarbeit
Susanne Weiske
Mitarbeit und Betreuung Roboter
Torsten Siedel, Stefan Bethge, Christian Thiele, Marcus Janz, Peter Hirschfeld, Jörg Meier, Mario Weidner
Projektleitung
Rainer Simon, Christina Runge
Musikalische Studienleitung
Peter Meiser
Regieassistenz und Spielleitung
Sibylle Polster
Repetitoren
Anna Buschke, Peter Meiser, André Cipowicz
Regiehospitanz
Lea Aigner, Maria Gamsjäger, Leicy Valenzuela
Inspizienz
Sabine Franz

Besetzung

Roboter + Team
Myon
Neurorobotiker
Gob Squad
Johanna Freiburg, Sean Patten, Bastian Trost
Chor
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin, Kinderchor der Komischen Oper Berlin

Informationen zu allen Premieren, Wiederaufnahmen, Festivals, Konzerten und Sonderveranstaltungen ... 
Ein ganzes Wochenende wird die Vielfalt türkischer Musik gefeiert. Von anatolischer Folklore bis zu zeitgenössischen türkischen Kompositionen.
An vier Terminen bieten wir spezielle Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen an (17.10.2015, 23.01.2016, 16.4.2016, 25. 6.2016). Weitere Informationen ...
»Umwerfend. Überwältigend. Überrumpelnd. Es gibt keine anderen Bezeichnungen, um die Neuproduktion der Komischen Oper in Berlin zu beschreiben.« [Die Welt]