Symposium

»Man sieht sich einmal, man sieht sich zweimal«

Das Musiktheater Jaromír Weinbergers
Im Foyer der Komischen Oper Berlin nähern sich die Musikwissenschaftler*innen Tina Frühauf, Marion Recknagel und Tristan Willems dem Schaffen von Jaromír Weinberger an, indem sie sich mit dem Nationalismus in der Zwischenkriegszeit, dem damit verbundenen Konzept der tschechischen Nationalmusik sowie konkret mit Weinbergers Hauptwerken Schwanda und Frühlingsstürme auseinandersetzen. Eine zweite Begegnung also – nicht nur auf künstlerischer, sondern auch auf diskursiver Ebene!

Programm

13:00 Uhr
Marion Recknagel: 
I am a composer of the past – Weinberger und die Tradition der tschechischen Nationalmusik

13:30 Uhr
Tina FrühaufJaromír Weinbergers Musiktheater,
oder wie ein Komponist von den Spielplänen Europas verschwand


14:00 Uhr
Pause

14:15 Uhr
Tristan Willems: »In my beginning is my end ... In my end is my beginning.«
Ein Walzer als Leitmotiv im Œuvre Jaromír Weinbergers

14:45 Uhr
Künstlerische Intervention von Tristan Willems

15:00 Uhr
Abschlussdiskussion mit Tina Frühauf, Marion Recknagel,Tristan Willems und Ulrich Lenz (Moderation)

Prof. Dr. Tina Frühauf ist Adjunct Assistant Professor für Musikwissenschaft an der Columbia University und am Graduate Center, CUNY, in New York und leitende Redakteurin bei Répertoire International de Littérature Musicale. Ihre Bücher »Orgel und Orgelmusik in deutsch-jüdischer Kultur«, »Salomon Sulzer: Reformer, Kantor, Kultfigur« und »Werner Sander: ›Den Frieden endgültig zu festigen‹ – Ein groβer Vertreter der jüdischen Musik in der DDR« sind in deutscher und englischer Sprache erschienen. »Dislocated Memories: Jews, Music, and German-Jewish Culture« ist Preisträger des Ruth A. Solie Awards 2015 und des Jewish Studies and Music Awards der American Musicological Society. Dr. Tina Frühauf hat mehrere Noteneditionen zur jüdischen Musik herausgegeben. Ihr jüngstes Buch, »Experiencing Jewish Music in America«, erschien 2018 bei Rowman & Littlefield. Ein Sammelband mit dem Titel »Postmodernity‘s Musical Past« erscheint im Frühjahr 2020 bei Boydell Press. Eine Monographie über die Musik in den jüdischen Gemeinden Deutschlands nach 1945 ist in Bearbeitung. 

Dr. Marion Recknagel studierte Musikwissenschaft, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig. 2009 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig. Seitdem arbeitet sie als freie Musik- und Literaturwissenschaftlerin. Sie beschäftigt sich u. a. mit Leben und Werk Leoš Janáčeks. Ihre Dissertation erschien 2009 unter dem Titel Truggeweihtes Glück. Die Liebe in Opern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
 
Tristan Willems studierte verschiedene Holzblasinstrumente an der Northwestern University sowie Dirigieren an der New York University. Als Bassist, Klarinettist, Oboist und Saxophonist tritt er in zahlreichen unterschiedlichen US-amerikanischen Orchestern auf. Er ist Gründungsmitglied des internationalen Adophe Saxquartett. Zudem hat Willems über 500 Stücke komponiert und einen eigenen Musikverlag gegründet (Brazinmusikanta Publications and Willemsmusiik). Von 1994 bis 2002 war Willems als Musikalischer Leiter und Chefdirigent beim Britten-on-the-Bay Festival in New York engagiert. Des Weiteren dirigierte er das Slowakische Radioorchester, die Staatsphilharmonie Kosice, das Apena Kammersveit, das tschechische Nationalorchester und das Symphonieorchester Budapest. Lehraufträge in Dirigieren, Musikmanagement und Holzblasinstrumente führten ihn an verschiedene internationale Schulen, Colleges und Universitäten wie die Reykjanesbaer School of Music in Island und das Edward-Said-Nationalkonservatorium in Jerusalem. Tristan Willems veröffentlichte zahlreiche Artikel und Bücher. Derzeit schreibt er eine Biografie über Jaromír Weinberger und bereitet zudem er eine kritische Edition von dessen Schaffen vor.

Jaromír Weinberger Festival
27. bis 29. März 2020