Semele

Georg Friedrich Händel
Oratorium in drei Akten [1744]
Englisch
3 h 30 min inkl. Pause
Göttervater Jupiter ent- und verführt die Königstochter Semele. Deren Ehrgeiz, von Jupiters eifersüchtiger Gattin Juno geschürt, führt ins Verderben. Am Ende liegt nicht nur die Liebe in Asche. Regisseur Barrie Kosky zeigt die Götter als leidende Menschen und rückt sie damit nah an seine Zuschauer*innen heran.

Eine Oper im Gewand eines Oratoriums könnte man Semele bezeichnen. Mit prächtigen Chören, knappen Rezitativen und ausdrucksstarken Arien musste das Werk nicht dem starren Schema einer Opera seria folgen und wirkt bis heute frisch. Für ein fastenzeitliches Oratorium eher »ungewöhnlich«: die saftig-erotische, durchaus auch witzige Handlung.
Heute zählt Semele weltweit zu den beliebtesten Werken aus der Feder Georg Friedrich Händels. Barock-Spezialist Konrad Junghänel und Chefregisseur und Intendant Barrie Kosky setzen auf das menschliche Drama hinter den göttlichen Ränkespielen und zeigen klar auf: »Wen die Götter strafen, dem erfüllen sie seine Wünsche«.

Libretto nach William Congreve
Eine pessimistische, zutiefst ernsthafte, aber auch sehr berührende, gedankenvolle Deutung, näher am barocken Todeskult, am Lamento von der Hinfälligkeit alles Daseins als an – ebenfalls barocker – Lebensfreude und Üppigkeit.
BR KLASSIK

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Thunder and lightning put an end to love in Komische Oper’s Semele

»Chalk up another hit for the most adventurous opera house in Berlin at this time.«
Bachtrack.com
Zanaida des Aubris, 14.5.2018

Die Unmöglichkeit der Liebe

»Eine pessimistische, zutiefst ernsthafte, aber auch sehr berührende, gedankenvolle Deutung, näher am barocken Todeskult, am Lamento von der Hinfälligkeit alles Daseins, als an – ebenfalls barocker – Lebensfreude und Üppigkeit.«
BR Klassik
Peter Jungblut, 12.5.2018

Schillernder Erotik-Thriller

»Barrie Koskys Inszenierung reißt die verschiedenen Bedeutungsaspekte dieses Stücks auf und schillert raffiniert zwischen Tragik und Komik.«
Deutschlandfunk
Julia Spinola, 13.5.2018

Arien, die unter die Haut kriechen

»Die Gattung allerdings zeigt sich vor allem in den ausufernden Chören, oft hochemotionale Kommentare des Geschehens – eine tolle Vorlage für die Chorsolisten der Komischen Oper, die hier so fein nuancieren, als würden sie nichts anderes als Barockmusik singen. […] Barrie Koskys Figurenführung der hervorragenden Sängerriege ist grandios [...]«
Berliner Morgenpost
Georg Kasch, 14.5.2018

Sex mit Jupiter

»Koskys Inszenierung reißt die Aspekte des zwischen Tragik und Komik schillernden Stücks auf, ohne es auf klare Aussagen oder Stimmungen zu reduzieren. Mit dem für die Komische Oper typischen Hang zum Klamauk sind vor allem die Nebenfiguren gezeichnet, die dem Geschehen Leichtigkeit verleihen – und hohen Unterhaltungswert. Ovationen.«
Süddeutsche Zeitung
Julia Spinola, 28.5.2018