Tansel Akzeybek

Solist - Tenor
© Jan Windszus Photography
© Jan Windszus Photography
»Ich wusste nicht einmal, wo das Opernhaus in Izmir steht. Und nun sagte mir jemand, dass ich das möglicherweise zu meinem Beruf machen könnte!«
Im Ensemble der Komischen Oper Berlin seit 2012.

HEIMAT
Berlin, aufgewachsen in Izmir/Türkei

STUDIUM
Konservatorium Izmir, Musikhochschule Lübeck

CDs
Donizetti: Lucrezia Borgia (Unitel Classica), D’Albert: Der Golem (Mdg  ̶  New Arts International), Ernesto Wolf-Ferrari: I quattro rusteghi (Rubicon)

DVDs
Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Deutsche Grammophon), Tristan und Isolde sowie Parsifal (Bayreuther Festspiele) Leoncavallo: Pagliacci (Sony Classical)

MEISTERKURSE BEI
Lia Lantieri, Katia Ricciarelli, René Kollo

WICHTIGE DIRIGENTEN
Christian Thielemann, Vasily Petrenko, Thomas Hengelbrock, Evelino Pido, Marek Janowski, Andris Nelsons, Hartmut Haenchen

WICHTIGE REGISSEUR*INNEN
Achim Freyer, Laurent Pelly, Daniele Abbado, Christine Mielitz, Jürgen Rose, Vera Nemirova, Frank Castorf, Barrie Kosky, Katharina Wagner, Pablo Larrain

VORHERIGE ENGAGEMENTS
Staatsoper Izmir, Theater Dortmund, Theater Bonn

WICHTIGE PARTIEN AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN
Paris (Die schöne Helena), Lysander (Ein Sommernachtstraum), Tony (West Side Story), Pylades (Iphigenie auf Tauris), Rinuccio (Gianni Schicchi), Titelpartie in Fantasio, Almaviva (Il barbiere di Siviglia)

ANDERSWO
Lindoro (L'italiana in Algeri), Nemorino (L’elisir d’amore), Don Ramiro (La Cenerentola), Almaviva (Il Barbiere di Siviglia), Steuermann (Der fliegende Holländer), Lysander (A Midsummernight’s dream), Ernesto (Don Pasquale), Froh (Das Rheingold)

AUSFLÜGE
Salzburger Osterfestspiele, Bayreuther Festspiele, Opéra Comique, Opéra National Lyon, Théâtre du Capitole Toulouse, Théâtre des Champs-Élysées, Lettische Nationaloper Riga, Teatro Municipal Santiago de Chile, Théâtre Royal de la Monnaie, Suntory Hall Tokyo, Seoul Art Center, Oper Graz, Shanghai Operahouse, Semperoper Dresden, Grand Théâtre de Genève u. a.

In dieser Spielzeit an der Komischen Oper Berlin
Tamino (Die Zauberflöte), Tony (West Side Story), Tom Rakewell (The Rake's Progress)
Weil es die Eltern Mitte der 80er Jahre nach über 20 Jahren in Deutschland wieder zurück in ihre türkische Heimat zog, verließ Tansel Akzeybek als Kleinkind seine Geburtsstadt Berlin in Richtung Izmir. Damals dachte noch niemand daran, dass Tansel einmal mit Singen sein Geld verdienen könnte. Fußball-Profi oder Zahnarzt – das waren die Optionen, die der junge Tansel für seine Zukunft sah. Bereits im Alter von sieben Jahren wurde er in die Jugendmannschaft von Altay Izmir aufgenommen. Aber eine Verletzung mit zwölf bremste dann doch die jugendliche Leidenschaft für den Fußball.

Schon in der Mittelschule hatte Tansel Akzeybek allerdings auch begonnen zu singen, einfach so, weil Freunde ihn immer mal wieder aufforderten, irgendeinen Popsong zu trällern. »Das Beste daran war, dass man die Mädels damit sehr beeindrucken konnte«, bekennt er grinsend. Ein Bekannter seiner Mutter war Musiklehrer an einer privaten Musikschule. Bei ihm erhielt Tansel seinen ersten richtigen Gesangsunterricht. »Du bist Tenor!«, sagte ihm der Lehrer geradeheraus und ermutigte ihn, weiterzumachen und zu studieren. »Operntenor – das war in der Vorstellung von meinen Freunden und mir ein dicker, schwitzender Mann, über den man allenfalls Witze gemacht hat. Ich wusste nicht einmal, wo das Opernhaus in Izmir steht. Und nun sagte mir jemand, dass ich das möglicherweise zu meinem Beruf machen könnte!« Aber nach nur drei Monaten Gesangsunterricht gab er schon erste Konzerte und schaffte kurz darauf auch die Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Izmir. Bereits während der Studienzeit erhielt er eine Stelle im Chor der Staatsoper Izmir und sang dort auch erste kleine Solopartien.

Während des Militärdienstes entschloss er sich, seine Studien in Deutschland fortzusetzen. »Allerdings hatte ich mittlerweile all mein Deutsch verlernt. Es kam glücklicherweise sehr schnell zurück.« Nach Abschluss des Studiums in Lübeck ging dann alles recht schnell: Einem ersten Engagement bei den Festspielen in Eutin folgten Engagements am Theater Dortmund und dann an der Oper Bonn. Seit 2012 lebt er nun wieder in seiner alten Heimat. »Bald nach meinem Umzug war ich im Grünlingsweg in Britz-Süd, wo ich als Kind gelebt habe. Nach und nach amen die Bilder aus meiner frühesten Kindheit zurück. Das ist schön!«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Clemens Haustein, 28.1.2020
Räume, Träume, Purzelbäume
»Stefan Kurt in der Sprechrolle des General Katschalow spielt das mit unnachahmlicher Komik, Vera-Lotte Boecker singt und spielt die Lydia mit raumgreifender Würde, Tansel Akzeybeks knabenhaft-müheloser Tenor verleiht dem Major Ito die Aura unantastbarer Rechtschaffenheit, und Jordan de Souza führt das Orchester der Komischen Oper mit Schwung und Gefühl durch das Stück ... eine kurzweilige, handwerklich blitzsaubere Inszenierung...«
Zur Kritik
Deutschlandfunk
Julia Spinola, 27.1.2020
Rekonstruierte "Frühlingssstürme"
»Eine wilde Mischung aus luxuriös-glitzerndem revuehaften Drive, Wiener Schmelz, fernöstlicher Exotik, slawischer Folklore auf der einen Seite und einem Operetten-Ton à la Lehár auf der anderen. Das Orchester der Komischen Oper macht das unter Dirigent Jordan de Souza wunderbar ... Barrie Kosky kann sich auf ein großartig spielfreudiges Ensemble verlassen ... Der Tenor von Akzeybek hat zwar nicht den Schmelz eines Richard Tauber, aber wie er seine junge, schlanke und gut geführte Stimme einsetzt, ist wirklich fabelhaft ... Eine absolut lohnende Produktion über das historische Interesse hinaus.«
Zur Kritik
Der Tagesspiegel
Frederik Hanssen, 27.1.2020
In bunten Bündchen
»Diese Produktion ist eine humanistische Großtat. Weil sie einen Komponisten, den die Nationalsozialisten mundtot gemacht haben, seine Stimme zurückgibt ... Barrie Kosky lässt den
›Frühlingsstürmen‹ seine vielfach erprobte Turbo-Personenregie angedeihen, kulminierend im virtuosen Slapstick-Spaß mit einer heiß laufenden Hotel-Drehtür. Das ist handwerklich von allerhöchster Qualität, gerade auch in den so schwer zu inszenierenden Dialogen … Wie eine echte Operndiva gestaltet Vera-Lotte Boecker also die allseits umschwärmte Lydia Pawlowska, mit leuchtenden, mühelosen Spitzentönen. Und auch Tansel Akzeybek macht es genau richtig, versucht gar nicht, Richard Taubers Ton zu imitieren, sondern verströmt sich auf seine eigene tenorale Art, schlankstimmig, jünglingshaft-leidenschaftlich.«
Zur Kritik

Seine Vorstellungen ...

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