Farges mikh nit

Jiddische Operettenlieder von Warschau bis zum Broadway
90 min, keine Pause
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Ein virtuoser Liederabend zwischen mitreißender Komik, leiser Melancholie und tief berührender Verzweiflung: Nach den umjubelten Konzerten 2015 und 2018 kehrt Farges mikh nit – vergiss mich nicht in dieser Saison auf die Vorbühne der Komischen Oper Berlin zurück. Ensemble Mitglied Alma Sadé, die international erfolgreiche Mezzosopranistin Helene Schneiderman und Intendant Barrie Kosky als »großartiger Entertainer und kongenialer Begleiter für seine beiden wunderbaren Sängerinnen« [BERLINER ZEITUNG] lassen eine vergessene Gattung wiederaufleben: die Jiddische Operette.

Die Autoren und Komponisten, zum größten Teil aus Osteuropa stammend, emigrierten unter dem Druck der dortigen Pogrome Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA, wo sie dem noch in den Kinderschuhen steckenden amerikanischen Musical und der aus Europa importierten Operette ein drittes Genre gegenüberstellten. Ihre Lieder handeln nicht selten vom Exil, von Einsamkeit und Heimweh, aber auch von der Lust am Leben – allen Widerständen zum Trotz. »Ein besseres Plädoyer gegen den gerade auch in Berlin wieder ansteigenden Antisemitismus als einen solchen Liederabend, der einen wichtigen Teil der jüdischen Kultur auf ebenso sympathische wie mitreißende Weise vorstellt, kann man künstlerisch nicht halten.« [Deutschland Funk]

PROGRAMM

1. Julius Jaffe (Lebensdaten unbek.) Ikh bin a mame (instr.)
2. Abraham Ellstein (1907–1963) /Molly Picon (1898–1992) Maz’l
3. Joseph Rumshinsky (1881–1956) / Molly Picon A bis’l libe
4. Sholom Secunda (1894–1974)/Itzkhok Perlov (191 1–1980) Shver tzu zayn a yid
5. Joseph Rumshinsky/Isidore Lillian (1882–1960) Du bist dos likht fun mayne oyg’n
6. Abraham Ellstein/Itzik Manger (1911–1969) Yid’l mit’n fid’l
7. Alexander Olshanetsky (1893–1946)/Bella Meisel (1902–1991) Glik
8. Abraham Ellstein/Molly Picon Ikh zing
9. Abraham Ellstein/Molly Picon Oyg’n
10. David Meyerowitz (1867–1943) Vos geven iz geven un nito
11. Abraham Ellstein/Jacob Jacobs (1890–1977) Farges mikh nit
12. Abraham Ellstein Tif vi di nakht
13. Abraham Ellstein Oy mame, bin ikh farlibt
14. Abraham Ellstein /Jacob Jacobs Meydele
15. Oscar Strock (1892–1975) /S. Korn-Teuer (um 1890–1941) Vi ahin zol ikh geyn?
16. Abraham Goldfaden (1840–1908) Rozhinkes mit mandl’n
17. Aaron Lebedeff (1875–1960) Rumania, Rumania!

Kosky und seine beiden Sängerinnen haben den Abend mit einer virtuosen Dramaturgie der Emotionen getimt. Auf die komischsten Nummern folgen Verzweiflung und Melancholie [...] Ein besseres Plädoyer gegen den gerade wieder ansteigenden Anti-Semitismus als einen solchen Liederabend, der einen wichtigen Teil der jüdischen Kultur auf ebenso sympathische wie mitreißende Weise vorstellt, kann man künstlerisch nicht halten.
Deutschlandfunk
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Selected Performance: 2025
2025
So 13 Dez 202018:00 — 19:30
Stab
Klavier
Besetzung
Solistin - Sopran
Solistin - Mezzosopran

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Farges mikh nit – Jiddische Operettenlieder auf der Bühne der Komischen Oper Berlin

»Kosky und seine beiden Sängerinnen haben den Abend mit einer virtuosen Dramaturgie der Emotionen getimt. Auf die komischsten Nummern folgen Verzweiflung und Melancholie [...] Ein besseres Plädoyer gegen den gerade auch in Berlin wieder ansteigenden Anti-Semitismus als einen solchen Liederabend, der einen wichtigen Teil der jüdischen Kultur auf ebenso sympathische wie mitreißende Weise vorstellt, kann man künstlerisch nicht halten.«
Deutschlandfunk "Musikjournal"
Julia Spinola, 7.5.2018

Mazel tov, Mame!

»Alma Sadé und Helene Schneiderman sind Koskys Partnerinnen bei diesem Liederabend auf dem abgedeckten Orchestergraben der Komischen Oper, und sie widmen sich mit Chuzpe den Operettenmelodien vom jiddischen Broadway [...] Virtuos ist die Licht-Schatten-Dramaturgie des Abends, ganz schnell kann Rührung in Bedrückung umkippen, wenn zum offiziellen Ende im zarten Duett „Rozhinkes mit mandl’n“ erklingt, ein einstmals enorm populäres Wiegenlied aus der Feder des Genregründers Abraham Goldfaden, das, so erzählt der Intendant vom Flügel aus, natürlich auch in den Lagern der Nazis so manche Mutter ihren Kindern vorgesungen hat. Da wird es im Saal ganz still. Doch weil in den jiddischen Operetten schlussendlich immer die Hoffnung überwiegt, folgt als Rausschmeißer eine wild wirbelnde Parodie auf das vermeintlich süße jüdische Leben im alten Europa: „Hei, digi, digi dam!“.«
Der Tagesspiegel
Frederik Hanssen, 7.5.2018

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