Wolfgang Amadeus Mozart

Don Giovanni

Dramma giocoso in zwei Akten [1787]
Deutsch
3h 15m inkl. Pause
19:30 - 22:50 Uhr
19:30 - 22:50 Uhr
19:30 - 22:50 Uhr
19:30 - 22:50 Uhr
19:30 - 22:50 Uhr
Don Juan, der Inbegriff des Verführers, inspirierte Mozart zu einer seiner schillerndsten Opern – frivol, witzig und tiefgründig in einem.
Regisseur Herbert Fritsch »desertiert« in seiner Lesart des Don Giovanni »in den formal virtuos arrangierten Nonsens« und »gibt dem Publikum so Gedankenfreiheit« [FAZ]. Hierfür besinnt er sich auf den archetypischen Kern des Don Juan und erweckt ihn als boshaften Harlekin zu neuem Leben – einen Verlierer, dreist, komisch zum Totlachen und unwiderstehlich zugleich, gerahmt durch die zarte, tiefschwarze Spitze Mozartscher Musik. Eine »faszinierende und intelligente Sichtweise fernab jeglicher Plattitüden« [KLASSIK.COM].
Kein anderes Werk Mozarts demonstriert auf so konsequente Weise die Total-Attacke auf jegliche Konvention – und das nicht nur inhaltlich, sondern auch formal. Hier purzeln die neuen Figuren, die nichts verbindet außer der ständig flüchtigen Hauptperson, nur so auf die Bühne. Gleich am Anfang gibt es das finale Messerstechen und bis zum bitter-absurden Ende geht es weiter Schlag auf Schlag und drunter und drüber. Das jedoch in überirdisch schönen Tönen. Regisseur Herbert Fritsch besinnt sich in seiner Lesart des Don Giovanni auf den archetypischen Kern des Don Juan und erweckt ihn als boshaften Harlekin zu neuem Leben – ein Verlierer, dreist, komisch zum Totlachen und unwiderstehlich zugleich, gehüllt in die lasziv-verspielte, tiefschwarze Spitze der Musik Mozarts.
Libretto von Lorenzo Da Ponte / Deutsche Fassung von Sabrina Zwach

Im Repertoire seit 30. November 2014
Fr., 27. März 2020, 19:30 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung und Bühnenbild
Kostüme
Dramaturgie
Johanna Wall, Sabrina Zwach
Licht
Franck Evin

Besetzung

Don Giovanni
Donna Anna
Don Ottavio
Komtur
Donna Elvira
Leporello
Masetto
Nicholas Crawley
Es spielt das Orchester der Komischen Oper Berlin.
neues-deutschland.de
Roberto Becker, 02.12.2014
Der mit Mozartkugeln schmeißt
»[Don Giovanni] Günter Papendell macht das fabelhaft leichtfüßig verstolpert, ist mal leichtsinnig, mal frech, immer selbstverliebt.Wenn er unterm Fenster vor einer Angebeteten eine Glühbirne in der Seitenloge ansingt, dann wird daraus eine Luftgitarrennummer, bei der er alle Register der Rockgeschichte zieht. Die Helden dieser Fritschiade laufen mit Lust an die Wand oder sie verhaken sich körperlich und verbal.«
Zur Kritik
B. Z.
Bernhard Clemm, 01.12.2014
Die Quittung für Mozarts schlimmsten Finger
»Er ist DER Liebes-Schuft der Operngeschichte. In der Komischen Oper bekommt Don Giovanni jetzt die Quittung für sein Tun. Regie-Crasher Herbert Fritsch (63, „Murmel,Murmel“) heizt Mozarts schlimmstem Finger mächtig ein. Sonntagabend feierte die Inszenierung Premiere. Volksbühnen-Star Fritsch bringt das Drama als knallbunten Commedia-dell’Arte-Spaß auf die Bühne. Tollpatschig daherstolpernd und geschminkt wie ein Clown wirkt Don Giovanni (Günter Pappendell) wie eine Slapstick-Version des Batman-Joker. Die knalligen Kostüme (Victoria Behr) und das ironisch-manierierte Spiel perfektionieren den Jux.«
Zur Kritik
Deutschlandfunk
Holger Noltze, 24.03.2003
Don Giovanni
»Dietrich Henschel ist ihm ein idealer Giovanni, ein schöner Mensch mit der Figur eines Tänzers und (vor allem beim Leisesingen) einem wahrhaft betörenden Organ. Wie sich Giovanni und Zerlina die Kleider gar nicht schnell genug vom Leib reißen können, ist nicht nur lustig, nicht nur verzweifelt. Sondern von jener flirrenden Erotik, die in der Oper so oft nur behauptet wird.«
Zur Kritik