Erich Wolfgang Korngold

Die tote Stadt

Oper in drei Bildern [1920]
Deutsch
2h 45min inkl. Pause
19:00 Uhr
19:30 Uhr
19:00 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
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Mit einem musikalischen Psychothriller über die Schwierigkeit loszulassen und die Notwendigkeit, es dennoch zu tun, gibt der kanadische Star-Regisseur Robert Carsen an der Seite des neuen Generalmusikdirektors Ainārs Rubiķis sein Debüt an der Komischen Oper Berlin. In den Hauptrollen sind die Amerikanerin Sara Jakubiak, deren »beeindruckend samtweichen Sopran« die New York Times bestaunte, und Aleš Briscein, am Haus zuletzt als Lenski in Jewgeni Onegin gefeiert, zu erleben.
Nach dem Tod seiner Frau Marie hat sich Paul vollkommen in seine »Kirche des Gewesenen« zurückgezogen. Abgeschottet nach außen lebt er einzig der Erinnerung an die Verstorbene, als eines Tages die Tänzerin Marietta auftaucht, die Marie zum Verwechseln ähnlich sieht. Er verliebt sich in sie und will doch letztlich nur die verlorene Tote wieder zum Leben erwecken. Immer mehr verstrickt sich Paul in seiner besessenen Liebe, bis es zur Katastrophe kommt. Oder war alles nur ein Traum? Ein Streich des Unbewussten? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dem Tod der geliebten Frau?
Tief hinein ins undurchdringbare Gewirr des Unbewussten führt das spätromantische Meisterwerk des erst 20-jährigen Korngold. Als Vorlage der Oper diente der symbolistische Kultroman Bruges-la-Morte (Das tote Brügge) des Belgiers Georges Rodenbach, der in seiner Morbidität und symbolträchtigen Vieldeutigkeit ganz den Geist des Fin de Siècle atmet. Korngold, der sich mit seinem ersten abendfüllenden Bühnenwerk die Opernwelt eroberte, zählte zeitweilig neben Richard Strauss zu den meistgespielten Komponisten auf deutschsprachigen Bühnen, ehe die Nationalsozialisten seiner Opernkarriere ein jähes Ende setzten. In den letzten Jahrzehnten erfährt Korngolds Werk endlich die ihm gebührende Renaissance.
Libretto von Paul Schott, nach dem Roman Bruges-la-Morte von Georges Rodenbach
Mi., 28. November 2018, 19:30 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Kostüme
Choreographie
Rebecca Howell
Dramaturgie
Kinderchor
Licht
Robert Carsen, Peter van Praet
Video
Will Duke

Besetzung

Marietta/Erscheinung Maries
Frank, Pauls Freund/Fritz, der Pierrot
Brigitta, Pauls Haushälterin
Lucienne
Victorin
Graf Albert
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin
Kinderchor der Komischen Oper Berlin
Tänzer
Kai Braithwaite, Michael Fernandez, Hunter Jaques, Shane Dickson, Danilo Brunetti, Daniel Ojeda, Paul Gerritsen, Lorenzo Soragni

Das Programmheft zum Blättern ...

3Sat „kulturzeit“
Felicitas Twickel, 01.10.2018
"Die tote Stadt"
»Die Korngold-Renaissance … ist ein großes Glück. Wer ihn noch nicht kennt, muss ihn jetzt unbedingt kennenlernen. Herrlich rauschhafte Musik, zurecht wiederentdeckt.«
Link zu 3Sat „kulturzeit“
backtrack.com
Hugo Shirley, 04.10.2018
Fleeting happiness: Robert Carsen's Tote Stadt at the Komische Oper
»Ainārs Rubiķis’s conducting was full of passion, drive and delicacy, and the beauty of the first act’s conclusion – Rosenkavalier-like nostalgia boosted by that special Korngold in a bittersweet blend – came across movingly. …«

»As Marietta, Sara Jukubiak was tireless, flooding her music with plenty of vibrant, exciting tone – and she performed her reliably gorgeous song beautifully. Maria Fiselier stood out too as Paul’s maid, Brigitta.«
Zur Kritik
Berliner Zeitung
Peter Uehling, 02.10.2018
Gebrochen in all dem Glanz
»Der neue Generalmusikdirektor der Komischen Oper, Ainars Rubikis, gibt mit dieser Produktion seinen Einstand. Er liebt das Stück: Er kennt die Partitur gut und vermag ihre Überladenheit in Differenzierung zu verwandeln, man hört, was unterhalb von Vitalität und Glanz an Gebrochenheiten steckt; magisch fährt er Tempo und Klang zurück im Lied vom „Glück, das mir verblieb“, er kann aber auch den Pomp der Glockenmusiken dröhnen lassen.«
Zur Kritik
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Clemens Haustein, 04.10.2018
Nie war es so schön wie damals!
»…Ainars Rubikis, der neue Generalmusikdirektor der Komischen Oper, setzt bei den Details an. Sorgfältig und dadurch gemächlich führt er durch die Riesenpartitur hindurch, an den sentimentalen Stellen, von denen es nicht wenige gibt, verlangsamt Rubikis zusätzlich und nimmt auch die Dynamik stark zurück. Er wagt damit viel… Allerdings bleibt die Aufführung damit auch frei von allem Kitsch, und das ist keine geringe Leistung. Den vierzigjährigen Dirigenten weist das als einen Mann von feinem Geschmack aus…«

»… Sara Jakubiak [singt] … die Marietta mit kraftvoll-güldenem Sopran.«
Zur Kritik
Frankfurter Rundschau
Judith von Sternburg, 02.10.2018
Ein pathologischer Fall
»Sehr überzeugend ist ferner Günter Papendell als von unten beruhigend auf den verstörten Tenor einwirkender Freund Frank und auch als Komödiant Fritz, der einen der beiden Hits der „Toten Stadt“ singt, „Mein Sehnen, mein Wähnen“.«
Zur Kritik
klassikinfo.de
Antje Rößler, 01.10.2018
Korngolds Tote Stadt an der Komischen Oper Berlin
»Rubiķis, der neue Chefdirigent der Komischen Oper, wühlt sich souverän durch denklanglichen Vollrausch. Er bringt die monumental anbrandenden Orchesterwogen und Klangentladungen ebenso zur Geltung wie den Farbenrausch der Partitur. Behutsam leuchtet er die leiseren Passagen aus. Das faszinierende Dirigat und das betörend spielende Orchester machen Hoffnung auf eine neue musikalische Glanzzeit am Hause.«
Zur Kritik
nmz.de
Peter P. Pachl, 01.10.2018
Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ an der Komischen Oper Berlin
»Überdurchschnittlich gut besetzt ist die sonst oft farblose Rolle der Brigitta mit Maria Fiselier, und der Bariton Günter Papendell wertet mit kraftvollem Zugriff die Auftritte Franks zu eigenen Höhepunkten des Abends auf.«
Zur Kritik
rbb inforadio
Barbara Wiegand, 01.10.2018
"Die tote Stadt" in der Komischen Oper
»SaraJakubiak als Marietta dringt mit warmem, innigem Sopran tief unter dieOberflächlichkeit… und entwickelt ihre Rolle…«
Link zum rbb inforadio
taz Berlin
Nikolaus Hablützel, 02.10.2018
Eine Traumfrau dreht sich im Kreis
»Sängerin Sara Jakubiak schafft es …, die Figur einer selbstbewussten Frau zu zeichnen, die mehr sein möchte als eine nur eine imaginäre Kopie.«
Zur Kritik