Jacques Offenbach

Die schöne Helena

Opéra bouffe in drei Akten [1864]
Deutsch
3h 5m inkl. Pause
16:00 Uhr
19:00 Uhr
19:30 Uhr
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18:00 Uhr
Monty Python à la française – das ist Jacques Offenbach, der Vater der Operette und Meister des abgedrehten Musiktheaters. Barrie Kosky zeigt in seiner opulenten Inszenierung, was neben großen Stimmen an umwerfender Spiellust im Ensemble der Komischen Oper Berlin steckt.
Sparta ist auch nicht mehr das, was es mal war: Die Opfergaben lassen qualitätsmäßig arg zu wünschen übrig, und unter den guten alten Göttern erfreut sich nur mehr Liebesgöttin Venus ungebrochener Beliebtheit. Königin Helena, ganz schicksalsergebene Diva, langweilt sich redlich mit ihrem Gatten Menelaus, als ein rätselhafter – und unverschämt gut aussehender – Hirt hereinschneit, der sich, oh schicksalhafte Fügung, als Göttinnenschönheitswettbewerbsjuror Paris entpuppt. Wie gut, dass Oberpriester Kalchas dem Schicksal ein wenig auf die Sprünge hilft und Helena und Paris zu einer traumhaften Nacht verhilft, die allerdings von Menelaus aufs Empfindlichste gestört wird. Was muss der aber auch völlig unangemeldet von der Dienstreise nach Hause zurückkehren?! – findet nicht nur Helena, sondern krakeelt auch bald das Volk im Chor. Menelaus ordnet gemeinsame Sommerfrische an, doch was soll man machen: Wenn Venus ihren Tribut fordert, ist der Mensch nur mehr ein Spielball der Götter!
In der rasant-brillanten Antiken-Travestie von Jacques Offenbach wird der so genannte gesunde Menschenverstand nach allen Regeln der Kunst aus den morschen Angeln gehoben. Unter der Regie von Barrie Kosky wirbeln die Melodien, Beine und Dialoge nur so um Augen, Hirn, und Ohren und natürlich um das unangefochtene Zentrum des Geschehens: die schöne Helena.
Text von Henri Meilhac und Ludovic Halèvy
Deutsch von Simon Werle

Im Repertoire seit 11. Oktober 2014
Mo., 25. Dezember 2017, 18:00 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Choreographie
Bühnenbild
Kostüme
Dramaturgie
Licht

Besetzung

Menelaus
Kalchas
Agamemnon
Ajax I
Achilles
Bacchis
Täubchen
Karlheinz Oettel
Tänzer
Zoltan Fekete, Paul Gerritsen, Hunter Jaques, Christoph Jonas, Michael Fernandez,
Interview mit Regisseur Barrie Kosky
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 12.10.2014
Musikalisches Dauerfeuer mit Offenbachs Operette
»Barrie Kosky hat »Die schöne Helena« schön glitzernd und mit veralberter Erotik inszeniert. [...] Das Feuerwerk in der Inszenierung besteht gewiss auch aus der von Kosky bekannten Travestie und veralberten Erotik, sie besteht an diesem Abend aber auch in einem Dauerfeuer musikalischer Bildungszitate.«
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Berliner Zeitung
Martin Wilkening, 12.10.2014
Der Hirte ist ein Cowboy ist ein Prinz
»Der Dirigent Henrik Nánási schafft es, nicht nur diesen Zitaten eine brennend präzise, jenseits des Komischen geradezu unheimliche Präsenz zu verleihen,sondern er kitzelt aus dem Orchester genau jenen leichten, verspielten und trotzdem latent aggressiven Offenbach-Ton heraus, der diese Musik lebendig macht. Und das Tempo stimmt, im Orchestergraben wie auf der Bühne, wo ein hochmotiviertes Ensemble zum Vergnügen des Publikums zeigen darf, was es außer Singen noch alles kann – vom Rollschuhfahren bis zum Tanzen.«
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Der Tagesspiegel
Ulrich Amling, 12.10.2014
Hellas Angels
»Barrie Kosky inszeniert Jacques Offenbachs »Schöne Helena« an der Komischen Oper als irrwitziges Slapstick-Spektakel […] Vitalität lautet das oberste Ziel, für das an der Komischen Oper mehr Schweiß vergossen wird als sonst wo. Im Theater sitzen und spüren, dass man am Leben ist. Mit der »Schönen Helena« drehen Kosky und sein Team noch einmal am Temporegler. Choreografischer Irrwitz von Beginn an, geflutete Räume, pulsierende Körper. […] Dieses Treiben bunt zu nennen, wäre eine Untertreibung. Es quietscht und kreischt, flimmert und kracht. Falsche Husaren rasen auf Rollschuhen herum, einstige Helden japsen in Rollstühlen hinterher. Auf der Szene wird mit Zitaten herumgeballert, und wer auch nur eine Sekunde hinterher grübelt, übersieht das nächste halbe Dutzend.«
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rbb kulturradio
Kai Luehrs-Kaiser, 13.10.2014
Lizenz zum Hinternwackeln
»Super Ensemble-Leistung! … sehenswert!«
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taz.die tageszeitung
Niklaus Hablützel, 13.10.2014
Die neue Berliner Operette
»Für Kosky ist »Die schöne Helena« von 1864, die fast ohne Handlung auskommt, weil es sowieso nur um Sex geht, die Spielvorlage für eine unglaublich präzise ausbalancierte Synthese von Musik, Gesang, Sprache, Tanz und bildender Kunst. Das Ergebnis ist nichts geringeres als eine zweite Uraufführung eines Werkes, die weit über die Intentionen seiner längst verstorbenen Autoren hinausgeht.«
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DANKE