Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

Von der Kritik stets gelobt, im Jahrbuch der Zeitschrift »Opernwelt« immer wieder als bester Opernchor des Jahres genannt: Die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin sind nicht nur ein Garant für gesangliche, sondern auch für darstellerische Leistungen der Spitzenklasse.

Zur Charakteristik der Chorsolisten gehört ein immenses Spektrum des Repertoires, das die gesamte Bandbreite des Musiktheaters repräsentiert, von den ältesten Opern Claudio Monteverdis bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Werke, von den Opern Mozarts bis zur Berliner Jazz-Operette der 1920er und 30er Jahre und Musicals.

»Virtuoser Körpereinsatz, musikalischer Esprit, klangliche Plastizität« lobte denn auch die »Opernwelt« die Chorsolisten der Komischen Oper Berlin anlässlich ihrer Wahl zum »Chor des Jahres 2015«. Und diese Einschätzung ist nicht nur einer der Auszeichnungsgründe, sondern schon die halbe Antwort auf die Frage, warum Walter Felsenstein, von 1947 bis 1975 Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, für die Sänger seines Chores die eigentümliche Bezeichnung »Chorsolisten« wählte: weil es sich um Gesangskräfte handelt, »die vertragsmäßig dem Chor angehören«, so Felsenstein, »aber von einer darstellerischen Fähigkeit sind, die sie den Solisten gleichwertig machen«.

Das wissen nicht nur die Musikalischen Leiter wie Vladimir Jurowski oder Kirill Petrenko, sondern auch zahllose Regisseure zu schätzen, die immer wieder mit den Chorsolisten gearbeitet haben, darunter Harry Kupfer, Hans Neuenfels, Peter Konwitschny oder Barrie Kosky.

Zuletzt waren die Chorsolisten in der Inszenierung von Mozarts Zauberflöte von Barrie Kosky und der britischen Theatergruppe »1927« beim Edinburgh Festival zu Gast. Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten der Hamburger Elbphilharmonie traten sie im Januar 2017 bei einer konzertanten Aufführung von Moses und Aron mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Ingo Metzmacher auf. Für 2017 liegen weitere Einladungen nach Budapest, Peking und ins Bolschoi-Theater Moskau vor.
Berliner Morgenpost
Georg Kasch, 14.5.2018
Arien, die unter die Haut kriechen
»Die Gattung allerdings zeigt sich vor allem in den ausufernden Chören, oft hochemotionale Kommentare des Geschehens – eine tolle Vorlage für die Chorsolisten der Komischen Oper, die hier so fein nuancieren, als würden sie nichts anderes als Barockmusik singen. … Barrie Koskys Figurenführung der hervorragenden Sängerriege ist grandios: Allan Claytons Jupiter besitzt einen honigweichen Tenor, den er betörend sicher einsetzt, damit lockt und preist – und die Zeit stillstehen lässt, als ihm aufgeht, dass er Semele töten wird. Er tänzelt im Frack auf violetten Socken virtuos über die Bühne, wirft eitel seine Löwen-Lockenpracht in den Nacken, nähert sich Semele aber äußerst zärtlich. Kein Wunder, dass sie ihn haben will und keinen anderen. Ezgi Kutlus Juno zieht alle Racheregister einer eifersüchtigen Ehefrau. Wenn sie den Schlafgott Somnus aufweckt – Evan Hughes führt seinen sonoren Prachtbass ebenso selbstbewusst spazieren wie seinen Waschbrettbauch –, dann verschmelzen beider Stimmen zu purem Sex.«
Zur Kritik
rbb kulturradio
Kai Luehrs-Kaiser, 3.4.2017
Modest Mussorgski »Der Jahrmarkt von Sorotschinzi«
»Hier wachsen gewohnte Kräfte über sich hinaus – die Ausgrabung der Saison. … Nie habe ich das Orchester so klangvoll, weich und üppig gehört wie hier. Ebenso den Chor!«
Zur Kritik