Georges Bizet

Carmen

Opéra comique in vier Akten [1875]
Deutsch
2h 45m inkl. Pause
19:30 Uhr
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20:00 Uhr
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Die meistgespielte Oper aller Zeiten über die Macht der Liebe, den Freiheitskampf des Eros und die Kraft des Lebens gegen Ausbeutung und unterdrückerische Gewalt in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten mit Karolina Gumos in der Titelpartie.
Don José, einfacher Soldat, liebt Micaëla – doch Carmen verführt ihn und raubt ihm den Verstand. Im Streit erschlägt er eifersüchtig seinen Vorgesetzten – Zuniga war ebenfalls verliebt und für sie, Carmen, schließt José sich gar einer kriminellen Bande an. Doch die Liebe kennt nur Freiheit und Carmen bindet sich an keinen Mann. Tragisch endet Josés Tanz ums Gesetz, um Liebe und das unendliche Begehren …
Carmen ist alles: femme fatale, Magierin, politische Aktivistin und Botin des Todes und Priesterin der Liebe: »Wenn du mich nicht liebst, liebe ich dich; wenn ich dich liebe, nimm dich in acht!«
Obwohl Georges Bizet niemals jenseits der Pyrenäen war, ist seine musikalische Vision samt ihrer exotistischen Künstlichkeit derart zum Inbegriff des Spanischen geworden, dass sich zwischen Abbild und Realität kaum unterscheiden lässt. Die Verwicklungen des Soldaten Don José, der sich mit Leib, Seele und Eifersucht vom Hurrikan der Liebe tragen lässt, inszeniert Sebastian Baumgarten als Kriminalthriller in den Ruinen einer heutigen Welt, gezeichnet von Armut, Krise, Tod – und doch durchzogen von unbändigem Lebenswillen.
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze

Im Repertoire seit 27. November 2011
Vorstellung: Fr. 02.06.2017

Stab

Musikalische Leitung
Aziz Shokhakimov
Inszenierung
Bühnenbild
Thilo Reuter
Kostüme
Ellen Hofmann
Dramaturgie
Ingo Gerlach
Licht
Franck Evin
Video
Jan Speckenbach

Besetzung

Don José
Micaela
Escamillo
Frasquita
Mercedes
Dancairo
Tänzerin Manuela
Remendado
Morales
Gitarristen
Rajko Schlee, Zamna Urista-Rojas
Der Tagesspiegel
Christine Lemke-Matwey, 28.11.2011
Stich ins Herz
»Dass der Abend nach knapp drei Stunden trotzdem einhellig gefiel, ist zum einen dem Ort geschuldet, der Komischen Oper, und zum anderen den fabelhaften Protagonisten: Stella Doufexis als Carmen und Timothy Richards als Don José spielen hier restlos alles an die Wand. Konzept, Ästhetik, alle Theorie. (...)
Bizets Carmen, das wird einem hier bewusst, ist kein Wagner für Arme, sondern eine genuine opéra comique, mehr Singspiel also, mehr Operette, ja Revue. Dieses „Grand Guignol“-Prinzip bedient Baumgarten mit Lust und teilweise wirklich witzigen Dialogen. (...) Der junge Yordan Kamdzhalov am Pult des Orchesters der Komischen Oper ist Feuer und Flamme: Fortissimi wie Böllerschüsse, Kastagnettengeklappere wie MP-Salven! Und auch der Chor des Hauses wird seinem hervorragenden Ruf gerecht. (...) Viel länger als zehn Minuten dauert die Schlussszene nicht, und Baumgarten beschwört mit ihr ein zunächst befremdliches, dann bestürzendes Wechselbad der Affekte und Gefühle: immer hautnah an der Partitur entlang, akribisch seziert, cool montiert, völlig unsentimental und gerade deshalb ergreifend. (...) Für die Agressivität unserer Kultur-Folklore, für Leben und Tod hat Baumgarten einen untrüglichen Sinn.«
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B.Z.
27.11.2011
Carmen-Spektakel an Komischer Oper
»Wenn Carmen (Stella Doufexis) hier mit dem liebeskranken Soldaten Don José (Timothy Richards) ihr amouröses Spiel treibt, mit Machismo-Kitzel, Fächergefächel und Voodoo-Hexerei, dann wirkt der Kontrast zwischen Exotik-Klischee und einem Basken-Euro-Staat am Rande des Zusammenbruchs als ironisches Statement. Zumal Baumgarten eine heilige Kuh schlachtet (oder ist es ein Stier in der Arena?) und Carmen französisch singen lässt. So etwas gibt es sonst nicht im Felsenstein-Haus. Doch Solisten und Chor geben dem Klischee-Folklore-Affen gehörig Zucker. Heraus kommt ein tolles Spektakel, mit viel Schmiss dirigiert von Yordan Kamdzhalov.«
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