Paul Abraham

Ball im Savoy

Operette in zwei Akten [1932]
Deutsch
3h 15m inkl. Pause
19:30 Uhr
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19:00 Uhr
18:00 Uhr
Als mitreißende Mischung aus Berliner Jazz, ungarischem Csárdás, wienerischem Schmelz und jiddischem Klezmer erzählt Ball im Savoy eine verrückte Geschichte rund um ein frisch vermähltes Society-Paar, dessen Treue auf die Probe gestellt wird. Ein funkelndes Spektakel, und mittendrin drei der großen Operetten-Diven unserer Tage: Dagmar Manzel, Katharine Mehrling und Helmut Baumann.
Das 1932 in Berlin (mit dem Orchester des Metropol-Theaters) uraufgeführte Meisterstück aus der Feder des jüdisch-ungarischen Komponisten Paul Abraham spiegelt das ausgelassene Lebensgefühl seiner Zeit wider und ist eine schillernde Revue rund um Liebe, Sex & Paso Doble. Getanzt wird auf einem feucht-fröhlichen Ball im Hotel Savoy, zu dem sich ein kunterbuntes Völkchen aus aller Herren Länder versammelt hat. Hier steppt nicht nur der Bär, hier hüpft sogar das »Känguruh« – so der Name eines fetzigen Tanzes, dem zu Beginn der Operette gehuldigt wird. Ebenso sprunghaft ist auch die Liebe, und so schwanken die Protagonisten zwischen Promiskuität und ehelicher Treue hin und her. Dabei gilt: gleiches Recht für alle, egal welchen Geschlechts …
In dieser verrückten, temporeichen Komödie trifft doppelbödiger Humor à la Feydeau auf die Bissigkeit einer Fledermaus – zu jazzigen Foxtrottklängen! Unter der Oberfläche bürgerlicher Moral brodelt es gehörig. Nur im Tanz lässt der Druck sich entladen. Zwar sollte sich der Tanz im Savoy alsbald als ein Tanz auf dem Vulkan erweisen und mit der politischen Zeitenwende ein abruptes Ende finden. Doch mit seinen weltoffenen Charakteren und glänzenden Shownummern wie »Wenn wir Türken küssen« und »Es ist so schön, am Abend bummeln zu gehen« schuf Abraham ein Meisterwerk auf dem Gebiet der Operette, das nicht zuletzt dank Barrie Koskys Neuinszenierung der Vergessenheit wieder entrissen werden konnte.
Text von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda

Im Repertoire seit 9. Juni 2013
Vorstellung: So. 30.04.2017

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild / Licht
Kostüme
Choreographie
Dramaturgie
Pavel B. Jiracek

Besetzung

Marquis Aristide de Faublas
Madeleine de Faublas, seine Frau
Mustafa Bey, Attaché bei der türkischen Botschaft in Paris
Daisy Darlington, Jazzkomponistin
Tangolita, Argentinische Tänzerin
Archibald, Kammerdiener Aristides
Bébé, Zofe Madeleines
Célestin Formant
Pomerol, Ober im Savoy
Monsieur Albert
Frank Baer
René
Matthias Spenke
Pierre, Conférencier im Savoy
Berliner Morgenpost
11.06.2013
Betrunken vor Freude
»Der Muntermacher Ball im Savoy, den die Komische Oper mit Verve, Intelligenz und Unterhaltsamkeit aufführt … Die Komische Oper Berlin reißt das Stück und seinen Komponisten aus dem leidigen Vergessen zurück und installiert ihn … als habe es noch nirgendwo auf der Welt ein vergleichbares Spektakel gegeben. Hat es auch nicht! … der Anblick dieser rasanten, immer lustig wagemutigen Inszenierung von Barrie Kosky besorgt die Beschwingtheit von allein… die wunderbare Dagmar Manzel, auf der eifersüchtig rastlosen Suche nach ihrem fremdgehenden Mann…alle gemeinsam singen sich einen Donnererfolg.«
FAZ
11.06.2013
Kuss um Kuss, weg ist der Zuckerguss
»Dieser Abend wird Kult … jene unwiderstehliche Mischung aus Berliner Jazz, ungarischen Zigeunerweisen, wienerischem Schmelz und Klezmer, die Paul Abrahams „Ball im Savoy“ wenige Wochen vor Hitlers Machtergreifung als eine der spektakulärsten Operetten der Weimarer Zeit in Berlin reüssieren ließ. Barrie Kosky verrät bei all der schillernden Schrillheit, die für seine Inszenierung typisch ist, zugleich in jeder Regiepointe seine große Liebe zu diesem Stück … Ball im Savoy vermittelt eine Ahnung davon, welches Niveau die deutsche Operette hätte erreichen können, wenn man ihre Komponisten nicht ins Exil getrieben hätte… das Orchester der Komischen Oper bringt die Originalität, die ansteckende Frechheit, die anarchisch überbordende Lebenslust unter Adam Benzwi mit so sicherem Gespür für das jazzig-verruchte Lebensgefühl im Berlin der Entstehungszeit zur Wirkung, als habe es nie etwas anderes gespielt … in den Hauptrollen glänzen als Berliner Lokaldiven und Publikumslieblinge die fabelhaft bühnenpräsente Dagmar Manzel, die aufsässig-quirlige Katharine Mehrling und Helmut Baumann, der bis 1999 das Theater des Westens leitete, wo er 1984 als Zaza in dem Erfolgsmusical „La Cage aux Folles“ brillierte. Hinreißend komisch gelingt Dagmar Manzel die Verwandlung der betrogenen Madeleine in eine sich selbst Mut machende Kokette. … es stimmt einfach alles: Sänger, Bühne, Kostüme, eine mitreißend temporeiche Inszenierung aus der Hand des Intendanten!«

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klassik.com
11.06.2013
Barrie Kosky, I love you!
»Dieser neue Ball im Savoy an der Komischen Oper Berlin ist zweifellos der größte und richtungsweisendste und bemerkenswerteste Hit der aktuellen Hauptstadtsaison. … Jeder, der sich für Show, Stars und Spektakel interessiert, sollte sofort zur Kasse der Komischen Oper rennen – nicht laufen!«
DPA
10.06.2013
»Ball im Savoy« an der Komischen Oper
»Ein furioser Tanz auf dem Vulkan … mehr als drei Stunden Kabarett-Spektakel zwischen Doppelbödigkeit und Augenzwinkern.«

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