Salon der Komischen Oper Berlin und der Schering Stiftung

Theorie trifft auf Unterhaltung und Kunst auf Wissenschaft: Die abendlichen Salongespräche sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Spielplans geworden. Gemeinsam mit der Schering Stiftung und unterstützt von der Unternehmensgruppe Gegenbauer veranstaltet die Komische Oper Berlin auch in der Spielzeit 2021/22 vier abendliche Salongespräche mit renommierten Wissenschaftler*innen zu Themen, die sowohl die Wissenschaft als auch die Opernwelt bewegen. Wie immer tragen dabei die variierende Gesprächsdramaturgie und thematisch abgestimmte künstlerische Interventionen zu einer spielerisch-persönlichen Atmosphäre bei, wie sie bereits die Salons des 19. Jahrhunderts prägte.

Recht und Gerechtigkeit

Montag, 20. September 2021, 19:30 Uhr
Salon über ein ungleiches Paar

Recht und Gerechtigkeit sind nur selten identisch, bisweilen scheinen sie meilenweit auseinander zu liegen. Was rechtens im Sinne der Jurisdiktion ist, wird aus moralischer Sicht nicht immer als gerecht empfunden. Müssen wir mit diesem Widerspruch leben? Oder gibt es Möglichkeiten, Recht und Gerechtigkeit anders miteinander zu vereinen? Woher kommt das Recht? Kann es von Menschen gemachte Gerechtigkeit überhaupt geben? Wie ungerecht ist umgekehrt die Rechtsprechung?

Gäste: Dr. Adelheid Kastner (Psychiaterin, Gerichtspsychiaterin, Kepler Universitätsklinikum Linz), Prof. Dr. Thomas Fischer (Rechtswissenschaftler, Bundesrichter a. D.)
Moderation: Simon Berger, Carolin Sibilak

Grenzen und Grenzenlosigkeit

Montag, 8. November 2021, 19:30 Uhr
Salon über Sinn und Nutzen von Beschränkungen

Grenzenlosigkeit scheint das Synonym für erstrebenswerte Freiheit ohne jede Einschränkung zu sein. Aber funktioniert menschliches Leben überhaupt ohne die Feststellung gewisser Grenzen? Wer definiert diese Grenzen? Wo werden die Grenzen zur Einengung, wo können sie aber wiederum auch befreiend sein? Ist es nicht die Grenzenlosigkeit der modernen Gesellschaft, die manchen in die Verirrung radikaler Ideologien mit ihren klar beschriebenen Grenzen treibt? Und welche Rolle spielen Grenzen in der Kunst?

Gäste: Prof. Dr. Simone Schürle-Finke (Ingenieurin, Biomedizinerin, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich), Prof. Dr. Marianne Braig (Politikwissenschaftlerin, FU Berlin)
Moderation: Maximilian Hagemeyer, Ulrich Lenz

Brandneu!

Montag, 21. März 2022, 19:30 Uhr
Salon über den vermeintlichen Reiz des Neuen

Neu! Jetzt neu! Brandneu! Neuigkeiten! Neuproduktion! – Alles hat stets und ständig neu zu sein! Die Neuheit des Neuen allein scheint in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ein Qualitätsmerkmal geworden zu sein. Das Alte hat ausgedient, ist allzu schnell abgenutzt, ist Schnee von gestern. Verbirgt sich dahinter nicht ein fataler Fehlschluss? Denn das Neue ist zumeist auch unerprobt oder unerfahren. Wie lang trägt die Neuigkeit? Wer definiert das Neue? Ist wirklich alles Neue neu? Oder wird uns im allgemeinen »Neuheitswahn« nicht selten auch das Alte nur in neuen Gewändern verkauft?

Gäste: Prof. Dr. Marc Ziegele (Kommunikations- und Medienwissenschaftler, Heinrich Heine Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Anabel Ternès (Unternehmerin und Autorin)
Moderation: Maximilian Hagemeyer und Dr. Rainer Simon

Wahrheit

Montag, 30. Mai 2022, 19:30 Uhr
Salon über ein nur scheinbar gefestigtes Gut

Gibt es absolute Wahrheit? Liegt die Definition des Wahren und Falschen letztlich immer im Auge der Betrachtenden, ist abhängig von historischen und sozialen Umständen und Wertmaßstäben? Spätestens seit der Präsidentschaft Donald Trumps und seiner fortwährenden Infragestellung allgemeinverbindlicher Wahrheiten erschallt der Ruf nach unveräußerlichen, unverrückbaren Wahrheiten lauter denn je. Aber handelt es sich dabei vielleicht um die Betonierung eines Trugbilds? Ist alle Wahrheit doch letztlich immer relativ?

Gäste: Dr. Philipp Blum (Philosoph und Mathematiker, Universität Zürich), Lara Keuck (Biomedizinerin, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte)
Moderation: Simon Berger, Dr. Rainer Simon
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