HEIMAT
Berlin

STUDIUM
Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin

PREISE
Adolf-Grimme-Preis, Schauspielerin des Jahres in der Fachzeitschrift Theater heute, Deutscher Fernsehpreis, Deutscher Schauspielpreis, Deutscher Hörbuchpreis, Deutscher Filmpreis u. a.

CDs
Ich bin ein Wesen leichter Art Welt MENSCHENsKIND, sehnsucht;
Hörbücher: August, Dubliner, Der Hals der Giraffe, Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat u. a.

DVDs
Der Laden, Klemperer – Ein Leben in Deutschland, Die verlorene Zeit, Coming Out, Stiller Sommer, Die Unsichtbare, John Rabe, Frei nach Plan u. a.

BÜCHER
MENSCHENsKIND (Aufbau-Verlag), Mein Liederbuch (Insel-Verlag)

WICHTIGE DIRIGENT:INNEN
Koen Schoots, Kristiina Poska, Peter Rundel, Markus Poschner, Adam Benzwi

WICHTIGE REGISSEUR:INNEN
Heiner Carow, Helmut Dietl, Kai Wessel, MattiGeschonneck, Andreas Kleinert, Franziska Meletzky, Barrie Kosky, Sebastian Baumgarten

FESTE ENGAGEMENTS
Staatsschauspiel Dresden, Deutsches Theater Berlin

WICHTIGE ROLLEN ANDERSWO
Berliner Ensemble: Alice (Totentanz), Titelpartie in La Périchole;Deutsches Theater Berlin: Winnie (Glückliche Tage), Großherzogin (Die Großherzogin von Gerolstein), Penelope (Ithaka), Titelpartie in Die Nibelungen, Teil 2: Kriemhilds Rache, Gift, Quartett

FILM & FERNSEHEN
Coming out, Schtonk!, Der Laden, Klemperer – Ein Leben in Deutschland, Leben wäre schön, Die Nachrichten, Als der Fremde kam, Frei nach Plan, Die Unsichtbare, Die verlorene Zeit, Zettl, Stiller Sommer, Lonely Emma, Franken-Tatort


AN DER KOMISCHEN OPER BERLIN
Mrs. Lovett (Sweeney Todd), Josepha Vogelhuber (Im Weißen Rössl), Anna (Sieben Songs/Die sieben Todsünden), MENSCHENsKIND, Lilli Vanessi/Katharina (Kiss me, Kate), Golde (Anatevka), Cleopatra (Die Perlen der Cleopatra), Madeleine de Faublas (Ball im Savoy); Pierrot Lunaire; Eine Frau, die weiß, was sie will!


Sie singt, sie tanzt, sie schreit sich die Seele aus dem Leib ... sie ist hinreißend.
dpa
Ob als Schauspielerin oder Sängerin – Dagmar Manzel entwickelt eine Sogkraft, der man sich nicht entziehen kann. Von ihrem Erfolg zeugen viele Auszeichnungen, etwa der Adolf-Grimme-Preis, die Auszeichnung zur Schauspielerin des Jahres der Fachzeitschrift »Theater heute«, der Deutsche Fernsehpreis, der Deutsche Schauspielerpreis, der Deutsche Hörbuchpreis und der Deutsche Filmpreis.

18 Jahre lang war die Berlinerin eines der prägenden Gesichter des Deutschen Theaters in Berlin.
Hier entdeckte sie ihre Singstimme und ist seitdem mit großem Erfolg Teil zahlreicher Operetten- und Musicalproduktionen an der Komischen Oper Berlin und an anderen Musikbühnen.

Die Partie der Mrs. Lovett in Sweeney Todd in der Spielzeit 2004/05 war ihre erste Arbeit an der Komischen Oper Berlin. In den folgenden Jahren sang sie als Solistin in den Neujahrskonzerten, verkörperte die Rößl-Wirtin Josepha Vogelhuber in Sebastian Baumgartens Inszenierung Im Weißen Rößl und trat mit großem Erfolg als Lilli Vanessi/Katharina in Kiss me, Kate auf. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Regisseur Barrie Kosky in Kiss me, Kate kreierten die beiden in Zusammenarbeit eine Version von Sieben Songs/Die sieben Todsünden von Bertolt Brecht und Kurt Weill, die 2012 Premiere an der Komischen Oper Berlin hatte und sowohl von der Presse als auch vom Publikum gefeiert wurde.

Seit der Spielzeit 2013/14 war Dagmar Manzel als Madeleine de Faublas in der Jazz-Operette Ball im Savoy von Paul Abraham zu erleben. In derselben Spielzeit hatte an der Komischen Oper Berlin auch Dagmar Manzels Hommage an Friedrich Hollaender MENSCHENsKIND Premiere, von der bei der Deutschen Grammophon auch eine CD erschien. Seit 2014/15 teilt sie sich mit Max Hopp alle 20 Rollen der Operette Eine Frau, die weiß, was sie will! von Oscar Strauss und seit Dezember 2016 steht sie als Cleopatra in Die Perlen der Cleopatra auf der Bühne, wofür sie im Herbst 2017 mit dem »Goldenen Vorhang« ausgezeichnet wurde. Seit Dezember 2017 ist sie auch in der Jubiläumsproduktion Anatevka von Barrie Kosky zu sehen und im September 2020 inszenierte er mit ihr unter dem Titel Pierrot Lunaire das gleichnamige Melodrama von Arnold Schönberg sowie Nicht Ich und Rockaby von Samuel Beckett.

Erfolgreiche Gastspiele führen Dagmar Manzel immer wieder ins europäische Ausland. So 2013 nach Zürich ins Theater Rigliblick mit der Lesung Cassandra und nach London in die Queen Elizabeth Hall, wo sie gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker das Programm Berlin Cabaret vorstellte. Helmut Oehring hat für Dagmar Manzel und das Ensemble Modern die Oper Agota? Die Analphabetin – nach Texten von Ágota Kristóf komponiert, welche 2016 in Wiesbaden uraufgeführt wurde.

Eine besondere Liebe Dagmar Manzels gilt der Musik. Nach ihrem erfolgreichen Solo-Liederabend Ich bin ein Wesen leichter Art brillierte sie am Deutschen Theater in der Titelpartie der Offenbach-Operette Die Großherzogin von Gerolstein und als Périchole in der Offenbach-Operette La Périchole am Berliner Ensemble. Ein weiterer Beweis Ihrer Vielseitigkeit ist der Liederabend Irgendwo auf der Welt , der an die Vertreibung des Komponisten Werner Richard Heymann aus Deutschland erinnert. Es erschien eine CD des Liederabends und im April 2013 war Dagmar Manzel mit dem Programm Teil des Themenjahres 2013 Zerstörte Vielfalt des Landes Berlin.

Zusätzlich dreht sie auch für Film und Fernsehen (unter anderem als Kommissarin im Franken-Tatort) oder liest Hörbücher ein.

Für die Uraufführung von Pippi Langstrumpf wechselt sie nun das Fach und übernimmt erstmals eine Regiearbeit an der Komischen Oper Berlin.

Kommt, jetzt machen wir alle mal ein Gewitter!

»Devi-Ananda Dahm spielt eine quicklebendige, liebenswert anarchistische Pippi Langstrumpf, Bernd Stempel brilliert als dämlicher Ganove wie als überbesorgte Dame vom Kinderheim.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Clemens Haustein, 08.11.2022

Singendes Mädchen mit Superkräften

»Jan Polonek als Tommy und Evelyn Steinbrecher als Annika sind ab ihrem Anfangsduett »Langweilig« die unbestrittenen musikalischen Helden dieser Produktion.«
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 08.11.2022

Eierkuchenparty

»Dagmar Manzel, der großen Schauspielerin, die an der Komischen Oper eine Zweitkarriere als Operettendiva hingelegt hat, gelingt bei ihrem Regiedebüt eine wunderbare Aufführung für die gesamte Familie. ... Hier benötigt niemand im Saal Pippis Krummelus-Pillen, um ganz schnell wieder klein zu werden. Das bunte Bühnenbild ist kindgerecht und spricht dennoch nicht nur die kleinen Besucher an, die Spielfreude auf der Bühne springt auf das Publikum über, groß ist die Begeisterung für Manzels fein abgestimmte Inszenierung.«
Der Tagesspiegel
Laura Luckenbach, 08.11.2022

Eierkuchenparty

»Pippi-Darstellerin Devi-Ananda Dahm sticht aus dem guten Ensemble mit ihrer Bühnenpräsenz besonders hervor. Sie singt und spielt mit einer Kraft, die die zweistündige Vorstellung trägt, sorgt aber in den richtigen Momenten auch für eine leisere Stimmung. Der häufig auftretende Kinderchor der Komischen Oper und insbesondere Evelyn Steinbrecher und Jan Polonek als Annika und Tommy beeindrucken ebenso mit ihrem schauspielerischen und sängerischen Können.«
Der Tagesspiegel
Laura Luckenbach, 08.11.2022

Mit Verve und Witz

»Die Soundeffekte sind beispielhaft für diese ideenreiche Inszenierung, die mit wenig Spektakel, aber dafür einfach viel Witz Wundersames schafft.«
rbb inforadio
Barbara Wiegand, 07.11.2022

»Pippi Langstrumpf« in der Komischen Oper

»Daniel Mandolini macht wirklich alles mit dem Mund: Wind, Regen, Hufeklappern. ... Das hat alles so eine Leichtigkeit, das macht Spaß!«
rbb kulturradio
Regine Bruckmann, 07.11.2022

Bounce, bounce, bäm!

»Theatermusiker Franz Wittenbrink hat die Musik geschrieben, Schauspielerin Dagmar Manzel gibt ihr Regiedebüt – mit Beatboxer, Limonadenbaum und steppendem Pferd. Was für ein Vergnügen! … Durch diese »Pippi« strömt das Herzblut der Beteiligten, es zirkuliert und kocht in ihr. ... Schlau ist dieses Bühnenbild in seiner kunterbunten Einfachheit, lässt es doch im wahrsten Sinne Raum für das Aktionen-Tableau der Spieler:innen. … Diese »Pippi Langstrumpf« ist auch ein Fest der liebevoll performten Nebenfiguren. … Energie und Detailliebe durchziehen diese Inszenierung.«
nachtkritik.de
Stephanie Drees, 07.11.2022

Mondestrunkener Clown

»Dagmar Manzel triumphiert ... Geige, Bratsche, Cello, Klavier mit je zwei Klarinetten und Flöten, mehr braucht es nicht, um Schönbergs bizarr gelenkige Musik zum Klangwunder zu machen, und der junge Kapellmeister Christoph Breidler feuert Instrumentalisten der Komischen Oper beschwörend an, ihr Können in Rhythmuspräzision mit Geist zu überführen.«
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 5.10.2020

»Pierre Lunaire«: Dagmar Manzel in der Komischen Oper

» ... großes Fressen für die Seele. ... herausragende Leistung Dagmar Manzels mit dem Kammerensemble unter dem jungen Österreicher Christoph Breidler.«
concerti.de
Roland H. Dippel, 2.10.2020

Ist doch nur ein Traum

»Dagmar Manzel deklamierte bald tückisch gewitzt und flink, bald somnambul abwesend oder mit dem süß überschwallenden Pathos katholischer Wachsmadonnen, jederzeit Silbe für Silbe verständlich. ... was Kosky mit ihr im tigernden Um- und Einkreisen des Bettgestells, im Spiel mit Kissen oder einem kleinen Teddy entwickelt hatte, was sie selbst an formelhaft reduzierten oder ironisch schablonierten, immer konsequent eingekreisten Posen und Minen ... dazugab, war eine Inszenierung des eigentlich Uninszenierbaren als fragmentarische Ganzheit.«
FAZ
Gerald Felber, 2.10.2020

Nur der Mond war voll

»Diese Szenen aus dem Nachtleben des traurigen Pierrot klingen wie mit einem scharfen Messer ausgeschnitten.«
Der Tagesspiegel
Rüdiger Schaper, 2.10.2020

Dagmar Manzel glänzt in der Dunkelheit

»Beim Melodram-Abend an der Komischen Oper Berlin war alles geboten: gespenstisches Grauen gepaart mit virtuoser Stimmkunst ... ein Abend für Dagmar Manzel, die schon als junge Frau davon träumte, Schönbergs Melodram einmal spielen zu dürfen. Diese Liebe zum Werk merkt man ihre Interpretation an. Sie verfällt nicht in den Fehler vieler Opernsängerinnen, die genau notierten Töne singen zu wollen, sondern deklamiert sie, hält das Werk in der Schwebe zwischen Sprechen und Singen, wechselt die Klangfarben und Sprechhaltungen ebenso virtuos wie den Tonfall zwischen Sarkasmus, Witz, Verzweiflung und Melancholie.«
BR Klassik
Uwe Friedrich, 1.10.2020

Königin der puren Lust

»Inmitten einer präzise enthemmten, mit Gags prunkenden Glamour-Aufführung ist Dagmar Manzel der grandiose Dreh- und Angelpunkt. Das Besondere liegt im burlesk überdehnten Spektrum dieser Königin, sie kann einfach alles: Luxusweib und Mädchen, männermordende Femme fatale und dreiste Göre. Vor allem die sexuell unendlich unterforderte Frau. Daraus ergibt sich ihr Drang zur Männermanipulation. Dagmar Manzel liefert das alles mit geschmeidiger Nonchalance. Und in der TV-Tatort-Kommissarin kommt die Bühnenvirtuosin zum Vorschein, als Cleopatra mit Berliner Schnodderigkeit. ... Barrie Kosky führt und verführt sein Ensemble zu höchster Bravour. Sehens- und hörenswert sind Dominik Köningers römischer Offizier Silvius, Talya Liebermans Hofdame Charmian und Johannes Dunz' persischer Prinz Beladonis. Die Komische Oper hat eine neue Stufe lustvoller Sinnfreiheit erklommen - und kniet nieder vor Dagmar Manzel.«
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 07.12.2016

Showtime in Ägypten

»Sex und Slapstick, Koskys bewährtes Rezept wirkt wieder. Weil sich alle als präzise im Unterhaltungsmechanismus abschnurrende Rädchen drehen, aber auch weil dieser Abend ein grandiose Energiezentrum hat: Dagmar Manzel, vom Operettensonnengott erleuchtet im Moment, in dem sie aus ihrem Arschologen-Sarkophag heraustritt und die Mumien tanzen lässt. ... Angesichts dieses gar nicht altertümlichen Naturereignisses kommt man nicht zum Denken und aus dem Lachen nicht heraus ... Theben tanzt, Alexandria amüsiert sich. Die Komische Oper hat ihren nächsten Operettenkracher. Möge der richtig lange pyramidal weiterknallen.«
Die Welt
Manuel Brug, 06.12.2016

Das ist ein wahnsinniges Maskenspiel

»Umwerfend. Überwältigend. Überrumpelnd. Es gibt keine anderen Bezeichnungen, um die Neuproduktion der Komischen Oper in Berlin zu beschreiben.«
Die Welt
Tilman Krause, 02.02.2015

Emotionale Unverstelltheit

»Dem glühenden Operettenfan Barrie Kosky ist mit »Eine Frau, die weiß, was sie will!« endlich wieder ein glaubhaftes Plädoyer für die subversive Kraft dieses Genres gelungen. […] Sein Konzept geht so brillant auf, dass es das Publikum schier vom Hocker reißt und der Abend am Ende mit stehenden Ovationen bejubelt wird.«
Deutschlandfunk
Julia Spinola, 01.02.2015

Meine Mama ist ’ne Diva

»Es ist ein Triumph. Für Dagmar Manzel und Max Hopp, die an diesem umjubelten Premierenabend in 20 verschiedene Rollen schlüpfen. Für Barrie Kosky, der Oscar Straus’ »Eine Frau, die weiß, was sie will!« mit virtuoser Regisseurshand als Zwei-Personen-Stück arrangiert hat. Und auch für das neue Geschichtsbewusstsein an der Komischen Oper, das auch die Zeiten vor Walter Felsenstein und seinem realistischen Musiktheater reflektiert. Unter dem Namen »Metropol Theater« residierte seit 1897 an der Behrenstraße eines der mondänsten Vergnügungsetablissements der Reichshauptstadt.«
Der Tagesspiegel
Frederik Hanssen, 31.01.2015

Virtuoser Schleudergang

»Damit ist in dieser Aufführung tatsächlich alles drin, von überdrehtem Tingel-Tangel bis zur eindringlichen Jazz-Ballade. Dieser Abend hat Sogwirkung, ist ganz großes Theater,  eine Sternstunde der Saison.«
Siegessäule
Eckhard Weber, 31.01.2015

Verruchte Unschuld und traurige Zuversicht

»Manzel kann’s. Sie besitzt das Hollaender-Gen, das ihr die augenzwinkernde Melancholie, die verruchte Unschuld und traurige Zuversicht verschafft, die in nahezu allen Hollaender-Liedern zu spüren ist.«
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Berliner Morgenpost
10.02.2014

Heimweh nach Trauer

»›Ich kann halt lieben nur und sonst gar nichts‹, singt Dagmar Manzel […] – nicht als Anmache wie Marlene Dietrich, sondern als nüchterne Einsicht […]. Unnachahmlich!«
Zum Artikel
Frankfurter Allgemeine Zeitung
10.02.2014

Komische Oper Berlin: "MENSCHENsKIND"

»Dagmar Manzel gelingt das Kunststück, angesichts der vielen großen Vorbilder ihren eigenen Weg zu finden. […] Sie vertraut einfach auf die Kraft der Texte und der Musik – das richtige Rezept. Im Moment ist Dagmar Manzel für dieses Genre die Idealbesetzung. […] Unbedingt reingehen!«
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rbb kulturradio
08.02.2014

Kuss um Kuss, weg ist der Zuckerguss

»Dieser Abend wird Kult … jene unwiderstehliche Mischung aus Berliner Jazz, ungarischen Zigeunerweisen, wienerischem Schmelz und Klezmer, die Paul Abrahams „Ball im Savoy“ wenige Wochen vor Hitlers Machtergreifung als eine der spektakulärsten Operetten der Weimarer Zeit in Berlin reüssieren ließ. Barrie Kosky verrät bei all der schillernden Schrillheit, die für seine Inszenierung typisch ist, zugleich in jeder Regiepointe seine große Liebe zu diesem Stück … Ball im Savoy vermittelt eine Ahnung davon, welches Niveau die deutsche Operette hätte erreichen können, wenn man ihre Komponisten nicht ins Exil getrieben hätte… das Orchester der Komischen Oper bringt die Originalität, die ansteckende Frechheit, die anarchisch überbordende Lebenslust unter Adam Benzwi mit so sicherem Gespür für das jazzig-verruchte Lebensgefühl im Berlin der Entstehungszeit zur Wirkung, als habe es nie etwas anderes gespielt … in den Hauptrollen glänzen als Berliner Lokaldiven und Publikumslieblinge die fabelhaft bühnenpräsente Dagmar Manzel, die aufsässig-quirlige Katharine Mehrling und Helmut Baumann, der bis 1999 das Theater des Westens leitete, wo er 1984 als Zaza in dem Erfolgsmusical „La Cage aux Folles“ brillierte. Hinreißend komisch gelingt Dagmar Manzel die Verwandlung der betrogenen Madeleine in eine sich selbst Mut machende Kokette. … es stimmt einfach alles: Sänger, Bühne, Kostüme, eine mitreißend temporeiche Inszenierung aus der Hand des Intendanten!«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Julia Spinola, 11.06.2013

Betrunken vor Freude

»Der Muntermacher Ball im Savoy, den die Komische Oper mit Verve, Intelligenz und Unterhaltsamkeit aufführt … Die Komische Oper Berlin reißt das Stück und seinen Komponisten aus dem leidigen Vergessen zurück und installiert ihn … als habe es noch nirgendwo auf der Welt ein vergleichbares Spektakel gegeben. Hat es auch nicht! … der Anblick dieser rasanten, immer lustig wagemutigen Inszenierung von Barrie Kosky besorgt die Beschwingtheit von allein… die wunderbare Dagmar Manzel, auf der eifersüchtig rastlosen Suche nach ihrem fremdgehenden Mann…alle gemeinsam singen sich einen Donnererfolg.«
Berliner Morgenpost
Klaus Geitel, 11.06.2013

Kein falsches Theater

»Kosky lässt Dagmar Manzel auf einer schwarzen, leeren Bühne völlig alleine - und liebt sie natürlich über alles. (...) Sie singt, spielt und tanzt, dass man kaum weiß, was man mehr bewundern soll: ihre klare, kühle Stimme, ihre sprechendes Mienenspiel oder ihre dem expressionistischen Tanz der Entstehungszeit entlehnten Gesten. (...) Daß Kosky ein wirklich großer Regisseur von Opern ist, hat er hinlänglich bewiesen, und nur jemand dieses Formats kann sich ein solches Theater der Nichtregie leisten. Es wird reich belohnt.«
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taz
Niklaus Hablützel, 14.02.2012

Blumen für Anna

»Keine Ostküsten-Skyline, keine verschwiemelte Kaschemme, nur der dunkle lüsterne Magen eines Haifischs. Wo Mädchen aus der Provinz eben leicht landen, wenn sie in der großen weiten Welt Geld verdienen wollen. Aus diesem Schlund ragt nun, so simpel wie spektakulär, Dagmar Manzel hervor. Und dann fängt Frank Schulte an Klavier zu spielen und Manzel an zu singen. Mit ihrer resonanzreichen, kräftig-zarten Schauspielerinnenstimme, ihrer glasklaren Deklamation. (...) Dagmar Manzel in ihrem taubenblauen, ramponierten Funkenmariechen-Outfit kann beides: Singen, flüstern, stammeln und aus voller Kehle schreiend weinen, dass es einem spätestens im »Neid«, der siebten Todsünde, kalt den Rücken herunterläuft; und tanzen, hüpfen, rennen, schwindelerregende Pirouetten drehen kann sie auch, auf kräftigen nackten Füßen und mit einer irren, regelrecht virilen Kondition. (...) Weills Partitur mit ätzend grellen Farben auszuschmücken, ist das eine; sie wirklich zum Singen zu bringen und die fast spätromantische Melancholie, den Sehnsuchtston darin zu wecken, ist das andere. Poska gelingt das hochakkurat und immer wieder unglaublich klangschön, mit einem herrlich disziplinierten Rubato-Spiel und manch lustigem Schalk in den Ohren.«
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Der Tagesspiegel
Christine Lemke-Matwey, 14.02.2012

Dagmar Manzel bei Brecht-Abend bejubelt

»Sie singt, sie tanzt, sie schreit sich die Seele aus dem Leib: Dagmar Manzel ist für ihren Auftritt in Kurt Weills und Bertolt Brechts »Die sieben Todsünden« in Berlin bejubelt worden. Bei der Premiere in der Komischen Oper am Sonntagabend erntete die Schauspielerin minutenlangen Applaus. Nach ihrem Erfolg an dem Haus mit der Operette »Im Weißen Rößl« erwies sich Manzel in einer Doppelrolle erneut als hinreißende Darstellerin. Anderthalb Stunden spielte sie alleine auf der Bühne die Geschichte der jungen Anna und ihrer Schwester auf der Suche nach dem Glück in Amerikas Städten. (...) Unter der Regie des designierten Intendanten der Komischen Oper, Barrie Kosky, durchläuft Manzel die sieben Sünden-Stationen. Das Orchester (Leitung: Kristiina Poska) spielt im Hintergrund auf der Bühne, Annas Familie begleitet sie von der Seite – die Bühne gehört allein Dagmar Manzel.«
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news.de
dpa, 13.02.2012

Wie man die Sehnsucht vernichtet

»Das hat es in Berlin seit Jahren nicht gegeben: Da fällt nach langen, langem Applaus am Ende der Vorhang, und das Publikum steht auf - aber nicht um zu gehen, sondern, um weiter zu klatschen. Im Stehen. Jubelnd. (...) Der Regisseur Barrie Kosky, der aber weiß, wem der Triumph vor allem geschuldet ist, schiebt die Frau des Abends noch einmal an die Rampe: Dagmar Manzel, Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin, alles in einer Person, alles mit höchster Kunst und Kraft. Und nachdem sie siebzig Minuten lang alles gegeben hat, gibt nun auch das Publikum alles: für „La Manzel“. (...) Die Sehnsucht nach Liebe, Freiheit, Wohlstand. Inszeniert ist das wie ein Auftritt von Juliette Gréco: Klavier auf der Bühne, Vorhang, nur die Sängerin im Lichtkreis eines Scheinwerfers. Die Metaphorik dieser Beleuchtung als „Verfolger“ oder Schlaglicht entfaltet sich über den ganzen Abend hinweg, wodurch sich der Lichtkegel personifiziert und zum eigentlichen Spielpartner der Sängerin wird. Dann geht der Vorhang auf, und das Orchester spielt auf der Bühne: Blues, Walzer, Foxtrott, von Kristiina Poska deutlich, aber ohne Grobheit, eher mit zarter Eleganz dirigiert.«
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Frankfurter Allgemeine Zeitung
Jan Brachmann, 13.02.2012

Das weiße Rößl gibt dem Affen Zucker

»Der Rest des Ensembles gibt dem Affen gehörig Zucker. Da wird gesungen, getanzt, auch jazzig und foxig, alles unerhört und ungesehen anno 1930. So kriegen wir heute ganz andere Töne zu hören als sonst. Eben Operette bis es kracht. Hinreißend!«
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B.Z.
29.11.2010

Pfauenbunt und paillettenübersät

»Pfauenbunt und paillettenübersät
Dagmar Manzel triumphiert in Cole Porters "Kiss me, Kate" an der Komischen Oper«
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Berliner Zeitung
Wolfgang Fuhrmann, 02.06.2008

Hier glitzert alles

»Nicht nur das Schlagzeug wurde zunehmend kess: Cole Porters Musical "Kiss me Kate" feierte eine gelungene Premiere in der Komischen Oper. Eine Paillettenschlacht mit großartigen Hauptdarstellern.«
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taz
Brigitte Werneburg, 02.06.2008

Glitter der Kokusnuss

»Schön schrill: Barrie Koskys „Kiss me, Kate“ an der Komischen Oper Berlin. Das Musical ist Lichtjahre entfernt vom „Fabrikhaften der modernen Musical-Industrie“ mit ihrer „Fotocopy-Perfektion“«
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Der Tagesspiegel
Frederik Hanssen, 02.06.2008