Giuseppe Verdi

La traviata

Melodramma in drei Akten [1853]
Italienisch
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Klassiker - radikal modern! Giuseppe Verdis bekanntestes Werk über Leben, Lieben, Leiden und Tod einer Edelkurtisane im Paris des 19. Jahrhunderts wird von Regisseurin Nicola Raab einer szenisch-dekonstruktiven Neuinterpretation unterzogen. Violetta Valéry verkörpert die Sehnsucht im Zwiespalt - zerrissen zwischen Liebe und Autonomie, zwischen Gegenwart und einer Phantasiewelt voller düsterer Abgründe und erotischer Exzesse.


Die Regisseurin Nicola Raab über ihre Inszenierung von La traviata.
Die Regisseurin Nicola Raab über ihre Inszenierung von La traviata.
Skandal! Ein Wort, ein Tod, ein Opernstoff.
Gerade ein Jahr war vergangen seit dem Tode Marie Duplessis’ 1847 in Paris, als ein Roman sie unsterblich machen sollte. Die junge Frau, buchstäbliche »Unschuld vom Lande«, begann seit ihrer Ankunft in der französischen Hauptstadt eine erstaunliche Karriere als Modistin, Gesellschafterin und Kurtisane der Pariser Hautevolee – und erlag am Ende der Schwindsucht. Zu ihren Liebhabern zählten Théophile Gautier, Franz Liszt und auch Alexandre Dumas der Jüngere. Er war es, der Marie im Jahr nach ihrem Tode ein literarisches Denkmal schuf; in Gestalt seines autobiografischen Romans Die Kameliendame erhob er Marie zu einer der bekanntesten Kurtisanen des 19. Jahrhunderts; einer Primadonna der Prostitution. Aus seinem Bestseller fertigte Dumas ein Bühnenstück, dessen Titelrolle später Sarah Bernhard ins Pantheon der Schauspielerei katapultieren würde – und Giuseppe Verdi zu einer seiner berühmtesten Schöpfungen inspirierte: La traviata.

Im Herzen Frankreichs liegt Paris, seine Gesellschaft ist sich eigenes Zentrum, ihr Leben kreist in Varietés, Theatern, Salons und findet seinen Mittelpunkt bei Violetta Valéry – der schönen Dame mit dem Herzen, das nie liebt. So spricht sie selbst von sich, aber der junge Alfredo Germont zeigt ihr das Gegenteil. Kurz währt das Glück des jungen Paares, zwingt doch Alfredos Vater Violetta zur Trennung. Aus Sorge um den Ruf seiner Familie, seiner unverheirateten Tochter und um die Gesellschaftsmoral. So brechen Herzen. Gerade vermeint Alfredo noch, die Katastrophe wäre aufzuhalten, da vollstreckt der Tod sein Urteil, verhängt die Strafe über die Geliebte.

Mit ihrem Werk erschlossen Verdi und sein Librettist Francesco Maria Piave Neuland für das Opernschaffen ihrer Zeit. Die Wahl eines zeitgenössischen Bühnenstücks war außergewöhnlich, zudem handelte es sich um einen Stoff von enormer gesellschaftlicher Brisanz – das Leben und Sterben einer Prostituierten zum Gegenstand der hohen Kunst der Oper zu machen, das hatte es noch nicht gegeben, das war undenkbar, zumal angesichts der katholischen Bürgermoral Frankreichs wie Italiens. Die Uraufführung in Venedig im Jahre 1853 zeitigte verhaltene Reaktionen. Doch schon im Jahr darauf trat das Werk einen Siegeszug über die Welt an, der bis heute anhält ...

Von dieser Staunen erregenden Langzeitwirkung der Liebes- und Gesellschaftstragödie, ihrer bis heute andauernden Faszinationskraft, lässt sich die Inszenierung von Nicola Raab inspirieren. Das Sentiment der Partitur – sie gehört zu den bekanntesten des Komponisten und des Genres – und den nahezu mythischen Charakter Violetta Valérys nehmen Aīnars Rubiķis, Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin, und Regisseurin Nicola Raab zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Befragung. Vermag der Skandal von einst auch uns Heutige derart zu erschüttern? Die Auseinandersetzung gilt dem substantiellen Kern, Kunst und Klischee dieses Meisterwerks. Eine moderne, emanzipierte Frauenfigur verirrt sich angesichts des drohenden Todes in einem traumatischen Kosmos. Im inneren Erleben ringt Violetta mit ihrem Leben als professionelle Geliebte, mit Sehnsuchtsfiguren und Dämonen ihrer Vergangenheit, gegen Schicksalsgewalt und um Autonomie.
Melodramma in drei Akten [1853]
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Roman La Dame aux camélias von Alexandre Dumas jr.
Mi., 25. Dezember 2019, 19:00 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Madeleine Boyd
Kostüme
Annemarie Woods
Dramaturgie
Licht
Linus Fellbom
Choreografie

Besetzung

Violetta Valéry
Flora Bervoix
Annina
Alfredo Germont
Alexey Neklyudov
Giorgio Germont
Gastone
Barone Douphol
Marchese d’Obigny
Dottore Grenvil
Ein Kommissionär
Changdai Park
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin