Franz Schreker

Die Gezeichneten

Oper in drei Akten [1918]
Deutsch
18:00 Uhr
19:30 Uhr
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19:30 Uhr
18:00 Uhr
19:30 Uhr
Eine Insel der Lust vor den Toren Genuas, verschwundene und missbrauchte Mädchen der höheren Gesellschaft, ein körperlich deformierter Mäzen – das sind die Ingredienzien von Franz Schrekers Die Gezeichneten. Also: nichts für schwache Nerven – ein Psycho-Erotik-Thriller der Extraklasse! Starregisseur Calixto Bieito, die international gefeierte Sopranistin Ausrine Stundyte, Peter Hoare und das einstige Ensemblemitglied Michael Nagy, mittlerweile an allen großen Opernhäusern zuhause, mit einem spätromantisch-psychologischen Meisterwerk.
Mit seiner Inszenierung von Mozarts Die Entführung aus dem Serail im Jahr 2005 an der Komischen Oper Berlin entfachte Calixto Bieito einen handfesten Opernskandal und sorgte auch mit seinen weiteren Arbeiten – darunter Madame Butterfly, Armida und Der Freischütz – für starke, durchaus verstörende Bilder. Nun fragt er mit Franz Schrekers Meisterwerk nach den letzten Tabus des erotischen Begehrens in einer zügellosen und a-moralischen Gesellschaft.
Sein Lebtag ist er von Missbildung gezeichnet. Wie zum Trotz verkündet der missgestaltete Edelmann Alviano Salvago: »Die Schönheit sei Beute des Starken!« Dieses Motto seines Lebenswerks wird sein Unheil werden. Das von ihm kreierte künstliche Paradies will er den Mitbürgern Genuas schenken: die Insel »Elysium«. Doch was hat es auf sich mit den spurlos verschwundenen Kindern? Warum wehren sich Alvianos Freunde gegen sein Vorhaben? Alviano gerät ins Inferno emotionaler Wirrnis und politischer Ränke. Im Zentrum steht das abgründige Geheimnis seines Lebens ...
In weit ausgreifenden Melodiebögen und experimentellen harmonischen Entwicklungen bis an den Rand der Tonalität gestaltet Franz Schreker in seinem 1918 uraufgeführten Werk schillernde Seelenporträts. Inspiriert durch Symbolismus und Psychoanalyse entfaltet der zu Lebzeiten meistgespielte, ab 1933 dann als »entartet« diffamierte deutsche Komponist ein Musiktheater musikalischer wie dramatischer Grenzüberschreitung. Seine Figuren sind buchstäblich voneinander Gezeichnete. In der schonungslosen Regie des Großmeisters der Ausdeutung menschlicher Seelenqualen und unter der musikalischen Leitung des international erfolgreichen Dirigenten Stefan Soltesz verlieren sich die Protagonisten auf der Suche nach Erlösung durch Liebe und Schönheit in den Abgründen politischer Machtspiele, ungeheuerlichen Verrats und erotischer Exzesse.
Dichtung vom Komponisten
So., 21. Januar 2018, 18:00 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Rebecca Ringst
Kostüme
Ingo Krügler
Dramaturgie
Licht
Franck Evin

Besetzung

Herzog Antoniotto Adorno
Graf Andrae Vitelozzo Tamare
Michael Nagy
Lodovico Nardi, Podestà der Stadt Genua
Carlotta Nardi, seine Tochter
Alviano Salvago, ein genuesischer Edelmann
Peter Hoare
Guidobald Usodimare
Menaldo Negroni
Michelotto Cibo
Gonsalvo Fieschi
Johnathan McCullough
Julian Pinelli
Paolo Calvi
Il Capitaneo di Giustizia
Ginevra Scotti
Martuccia, Haushälterin bei Salvago
Ein Mädchen
Ein Jüngling

Danke Dr. Marshall E. Kavesh und Martin Laiblin