Jacques Offenbach

Blaubart

Opéra bouffe in drei Akten [1866] 
Deutsch
3 h 30 min inkl. Pause
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
19:30 Uhr
König Bobèche ist auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Königstochter Hermia. Und auch bei Ritter Blaubart ist Not an der Frau: Der Gattin Nr. 5 überdrüssig, schickt er seinen alchemistischen Handlanger Popolani auf Suche nach einer würdigen Nachfolgerin, die in der handgreiflich robusten Boulotte gefunden zu sein scheint ...
Der norwegische Theaterzauberer Stefan Herheim zeigt Offenbachs berühmte opéra bouffe als amüsantes Wechselspiel zwischen Liebe und Tod, zwischen Grauen und Komik, zwischen Kunsttraum und Realitätswachen, zwischen männlichem Wahn und weiblicher Lust.
Der Barbe-bleue (Blaubart) des Märchens kann etymologisch auf den altfranzösischen Barbeu (Werwolf) bezogen werden, der sich wiederum als pelztragendes Schaf entpuppen mag. Genau in diesem Wechselspiel zwischen Grauen und Komik wurzelt der Blaubart-Erfolg im dekadenten Paris in der Dämmerung der zweiten Kaiserzeit: Man lacht über die eigene Unzulänglichkeit, als hätte man schon Karl Kraus’ Diktum verinnerlicht: »Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird.«
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
In einer Textfassung und musikalischen Einrichtung von Stefan Herheim, Clemens Flick und Alexander Meier-Dörzenbach
Mi., 3. Oktober 2018, 19:30 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Inszenierung
Bühnenbild
Kostüme
Licht
Phoenix (Andreas Hofer)

Besetzung

König Bobèche
Königin Clémentine
Fleurette, danach Prinzessin Hermia
Prinz Saphir, anfangs Daphnis
Popolani, Alchemist im Dienste Blaubarts
Graf Oscar, Minister des Königs
Boulotte, Bäuerin
Graf Mariza
Gevatter Tod
Fleurette en miniature
Sofia Hovhannisyan
Daphnis en miniature
Nuria Alpers
Héloïse
Eléonore
Isaure
Rosalinde
Blanche
Katrin Hacker
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin
Berliner Zeitung
Martin Wilkening, 26.03.2018
Jacques Offenbachs Buffo-Oper »Blaubart« wird in Szene gesetzt
»Der Sensenmann zieht durch das Land, zusammen mit einem gealterten und geschundenen Amor, der von dem kleinwüchsigen Schauspieler Rüdiger Frank mit solch hinreißend trotziger Anmut gespielt wird, dass durch ihn die Aufführung ihr eigentliches Gesicht erhält. Offenbachs Blaubart verbindet Schauerstück und Frivolität unter zynischen Vorzeichen. … Kostüme und Bühnenbild von Esther Bialas und Christof Hetzer spielen auf ebenso liebevolle wie einfallsreiche Art mit den Bilderwelten, die der Stoff zwischen Schauermärchen und Satire öffnet, ausstattungsmäßig ist das für die Komische Oper ein extrem aufwendig gestalteter Abend. Von dem großen Ensemble wird bis in die kleineren Rollen hinein gleichermaßen schön gesungen wie natürlich gesprochen. Und das Orchester trägt diesen Abend mit stets spürbarer Begeisterung.«
Zur Kritik
RBB Kulturradio
Matthias Käther, 24.03.2018
Jacques Offenbach: »Blaubart«
»… musikalisch ein sehr runder Abend, vor allem dank der Titelpartie, gesungen vom Tenor Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, der nicht nur ein wunderbar widerlicher Schurke war, sondern stimmlich fulminant zwischen großer Opern-Koloratur und federleichtem Couplet-Ton wechseln konnte. Eine optisches wie akustisches Vergnügen ersten Ranges war die Hamburgerin Sarah Ferede in der weiblichen Hauptrolle der Boulotte, eine kleine Carmen, der es mitunter etwas an Durchschlagskraft in der Stimme mangelte, aber was zu hören war, erschien mit sehr genußreich und gut phrasiert.«
Zur Radio-Kritik
Orpheus | dieterdavidscholz.de
Dieter David Scholz, 26.03.2018
Stefan Herheim wagt an der Komischen Oper Berlin den Vergleich mit Felsensteins Steilvorlage
»Wolfgang Ablinger-Sperrhacke ist ein vorzüglicher Blaubart wie aus dem Bilderbuch, Philip Meier ein nobler Graf Oscar, Vera-Lotte Böcker ein entzückendes Zwitschervögelchen von Fleurette ...«
Zur Kritik
Der Tagesspiegel
Udo Badelt, 25.03.2018
Ein Karren voller Wunder
»Stefan Soltesz … liefert mit dem Orchester der Komischen Oper einen zauberhaften, schlanken, hellwachen Offenbach-Sound. ... Herheim und Meier-Dörzenbach setzen sich auf eine Weise mit der Vorgängerinszenierung auseinander, wie man es noch nicht gesehen hat, liefern quasi ein Update, ein Felsenstein 2.0. … Am spektakulärsten und schönsten wirft sich Peter Renz in die Rolle des Königs Bobèche. Zornig bis rumpelstilzchenhaft, O-Beine, das Zepter stets als Waffe in der Hand, bereit zum Schlag – es ist alles wie bei Felsenstein. «
Zur Kritik
Wiener Zeitung
Joachim Lange, 27.03.2018
Ein Theater-Karren voller Operetten-Narren
»Grandios, wie Rüdiger Frank diese Rolle seiner verletzlichen, verwachsenen Körperlichkeit anverwandelt, die Sympathien auf sich zieht und dem Tod immer wieder ein Schnippchen schlägt.«
Zur Kritik

DANKE, DANKE, DANKE!