Paul Abraham

Viktoria und ihr Husar

Konzertante Operette [1930]
Deutsch
19:00 Uhr
19:00 Uhr
Gerd Wameling, Grand Seigneur des deutschen Theaters (u. a. Im Weißen Rössl mit den Geschwistern Pfister oder Kunst mit Udo Samel und Peter Simonischek) und bekannt aus Film und Fernsehen (u. a. Wim Wenders In weiter Ferne, so nah!, Kondom des Grauens, mehrere Tatort-Folgen) berichtet als amerikanischer Botschafter in Japan und Russland dem nach großen Gefühlen dürstenden Operettenpublikum von seiner unglücklichen Liebesgeschichte mit der ungarischen Gräfin Viktoria, die ihren Husaren einfach nicht vergessen kann. Sibirien, Tokyo, St. Petersburg und das ungarische Dörfchen Doroszma sind die Stationen jener Operette, deren Aufführung im Haus an der Behrenstraße den Weltruhm des jüdisch-ungarischen Komponisten Paul Abraham begründete.

Husarenrittmeister Stefan Koltay flieht mit seinem Burschen Jancsi aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Japan, wo er seine einstige Verlobte Viktoria nun als Gattin des amerikanischen Botschafters wiedertrifft. Unter diplomatischem Schutz reisen Koltay, Viktoria, deren Bruder Ferry, seine japanische Verlobte O Lia San und der in Viktorias hübsche Zofe verliebte Jancsi mit dem amerikanischen Botschafter nach St. Petersburg. Überzeugt davon, dass Viktorias Liebe zu ihm erloschen ist, liefert sich Koltay selbst dem russischen Geheimdienst aus. Nach Monaten treffen alle Beteiligten in Viktorias ungarischem Heimatdorf wieder zusammen und feiern am Ende gleich dreifach Hochzeit!

Mit der Berliner Aufführung von Viktoria und ihr Husar im Metropol-Theater (im Haus der heutigen Komischen Oper Berlin) begann der kometenhafte internationale Aufstieg Paul Abrahams, der mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten weniger als drei Jahre später abrupt unterbrochen werden sollte. Das Werk, eine Bearbeitung seiner kurz zuvor in Budapest uraufgeführten Operette Viktória, brachte die erste Zusammenarbeit mit den beiden für Abraham so wichtigen Librettisten Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda. Sie übersetzten Viktória nicht einfach nur ins Deutsche, sondern machten aus einer ungarischen Operette ein stilprägendes Werk, das in seiner kosmopolitischen Attitüde zurecht als »Großstadt-Operette« bezeichnet werden kann und darin ein Spiegel der pulsierenden Hauptstadt Berlin zu Beginn der 1930er Jahre ist.
Operette in einem Vorspiel und drei Akten [1930]
Libretto von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda nach der Operette Viktória von Paul Abraham, Imre Földes und Imre Harmath
Bühnenpraktische Rekonstruktion von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger
So., 23. Dezember 2018, 19:00 Uhr

Stab

Musikalische Leitung
Kostüme

Besetzung

Rittmeister Stefan Koltay
Viktoria, seine frühere Verlobte
O Lia San, Ferrys Braut
Chorsolisten der Komischen Oper Berlin