Harry Kupfer

Ehrenmitglied
Harry Kupfer war von 1981 bis 2002 Chefregisseur der Komischen Oper Berlin und kehrt in dieser Spielzeit mit seiner Inszenierung von Poros erstmals wieder ans Haus zurück. Seine Regiekunst steht in der Tradition des realistischen Musiktheaters und in der Nachfolge des Gründers der Komischen Oper Berlin, Walter Felsenstein.

Harry Kupfer studierte in den 1950er Jahren Theaterwissenschaft in Leipzig und begann seine Laufbahn in Halle, Stralsund, Karl-Marx-Stadt und Weimar. Seine Inszenierungen in Dresden und ab den 1970er Jahren an der Staatsoper Berlin machten ihn international bekannt. Bereits zu DDR-Zeiten wurde er u. a. an Opernhäuser in Graz, Kopenhagen, Amsterdam, Cardiff, San Francisco, Moskau und Zürich eingeladen. In seinen über 175 Inszenierungen zählen vor allem die Werke von Strauss, Wagner und Mozart zu seinem Kernrepertoire. Für die Bayreuther Festspiele inszenierte er 1978 den Fliegenden Holländer und 1988 den Ring des Nibelungen. Zu Kupfers jüngsten Regiearbeiten zählt Der Rosenkavalier, den er 2014 für die Salzburger Festspiele erarbeitete, Glinkas Ein Leben für den Zaren an der Oper Frankfurt 2015 und Macbeth an der Staatsoper Berlin 2018.
Der vielfach ausgezeichnete Regisseur arbeitete mit bedeutenden Dirigenten zusammen, darunter Claudio Abbado, Gerd Albrecht, Herbert Blomstedt, Daniel Barenboim, Colin Davis, Simone Young und Zubin Mehta.

Der ehemalige Professor der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Freien Akademie der Künste Hamburg sowie der Sächsischen Akademie der Künste Dresden. 2004 wurde er mit dem Silbernen Blatt der Dramatiker Union ausgezeichnet. Für seine letzte Inszenierung als Chefregisseur an der Komischen Oper Berlin, The Turn of the Screw, erhielt er 2002 den Bayerischen Theaterpreis.