Jordan de Souza

Musikalischer Assistent und Studienleiter
© Brent Calis
© Brent Calis
Jordan de Souza, der sich nicht nur in seiner Heimat Kanada als aufstrebender Dirigent seiner Generation einen Namen gemacht hat, ist seit Anfang der Spielzeit 2016/17 Studienleiter an der Komischen Oper Berlin. Daneben ist er regelmäßiger Gastdirigent bei den Bregenzer Festspielen sowie »Conductor in Residence« bei der Tapestry Opera, die seit mehr als 35 Jahren eine der führenden nordamerikanischen Kompanien für zeitgenössische Oper ist. In der jüngsten Vergangenheit war er als Gastdirigent und Cover an der Canadian Opera Company und beim National Ballet of Canada in Toronto engagiert. Zu den Höhepunkten der Saison 2016/17 zählen eine Neuproduktion von Carmen bei den Bregenzer Festspielen mit den Wiener Symphonikern, die Studienleitung bei Il barbiere di Siviglia an der Komischen Oper Berlin (Vorstellungsdirigat am 26.12.), Le nozze di Figaro an der Canadian Opera Company in Toronto, Don Giovanni mit der Opéra de Montréal, sowie die Uraufführung vom Oksana G. von Colleen Murphy und Aaron Gervais mit der Tapestry Opera.

Zu den Highlights der vergangenen Spielzeiten zählen Verdis Requiem mit dem Ottawa Symphony Orchestra, Messiah mit Symphony Nova Scotia sowie die Uraufführungen M'dea Undone und Rocking Horse Winner mit Tapestry Opera in Zusammenarbeit mit der Scottish Opera. Weitere Engagements führten ihn unter anderem an die Houston Grand Opera, das National Arts Centre Orchestra (Ottawa), das Centre for Opera Studies in Italy und the Accademia Filarmonica Romana. Er gastierte als musikalischer Coach beim l’Atelier lyrique de l’Opéra de Montréal, bei den Ensemblestudios der Canadian Opera Company und der Houston Grand Opera sowie als »Resident Artist« des renommierten Banff Centre (Alberta, Kanada) und des Franz-Schubert-Instituts (Baden bei Wien). Jordan de Souza ist neben seiner Tätigkeit als Dirigent mehrfach ausgezeichneter Organist und darüber hinaus als Pianist und Cembalist tätig.

Jordan de Souza wurde 1988 in Toronto, Kanada, geboren und studierte an der McGill University, Montreal (B.Mus (Orgel), M.Mus (Dirigieren)). Bereits im Alter von 25 Jahren hatte er Bachs kompletten Oratorien-Zyklus (Matthäus-Passion, Johannes-Passion, Messe in b-Moll und Weihnachtsoratorium) dirigiert. 2015 erwähnte ihn die Canadian Broadcasting Company unter den »CBC's Top 30 Classical Musicians Under 30«. 

Mit Beginn der Spielzeit 2017/18 ist Jordan de Souza Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin.
Berliner Zeitung
Martin Wilkening, 17.10.2017
Im Uhrwerk einer Familientragödie
»Barrie Koskys Inszenierung an der Komischen Oper überrascht durch ihren strengen Minimalismus. Sie stellt die Figuren in einen leeren Raum, den sie allein mit ihrem Agieren und Ausphantasieren füllen. … Klaustrophobische Enge verschränkt sich [in Klaus Grünbergs Bühnenbild] auf paradoxe Weise mit innerer Distanz, denn unter den feststehenden Wänden ist der Boden in ständiger Bewegung … Jordan de Souza, der in der letzten Spielzeit als Studienleiter an die Komische Oper gekommen und jetzt zum Kapellmeister aufgestiegen ist, gelingt mit dem Orchester eine Darstellung, die vom Geist der skrupulös-genauen Sprachvertonung Debussys durchdrungen ist, die lebt und atmet, und im zweiten Teil große dramatische Steigerungen zu entfesseln versteht. «
Link zur Kritik
Der Tagesspiegel
Ulrich Amling, 17.10.2017
Körper können schreien
»Ein radikales Kammerspiel beginnt … Nadja Mchantaf gelingt es, … eine Mélisande zu verkörpern, die gegen das Getriebe des Unglücks aufbegehrt. Mit Dominik Köninger und Günter Papendell hat Barrie Kosky zwei großartige Sänger im Ensemble ausgemacht, die seinem Körpertheater flammende Intensität verleihen können und zugleich souverän der französischen Sprachmelodie folgen. … mit der Verpflichtung von Jordan de Souza als Kapellmeister  [ist der Komischen Oper Berlin] ein wahrer Coup gelungen … [Er] weiß, wie viel Delikatesse er dem Orchester abverlangen kann, er atmet mit dieser irrlichternden Musik, die – faszinierender Gegensatz – mit größter Klarheit einen feinen Bedeutungsnebel aufziehen lässt.«
Link zur Kritik
rbb kulturradio
Kai Luehrs-Kaiser, 16.10.2017
Pelléas et Mélisande
»Jordan de Souza, neuer Kapellmeister des Hauses und hier erstmals im Einsatz, dirigiert transparenter, leichter, süffiger als man das sonst von dem Stück kennt. Die Gefahr bei "Pelléas" besteht ja darin, dass alles sämig, fett und zu tranig klingt. Das wird konsequent vermieden. 'Chapeau' für das Orchester!«
Link zur Kritik