Barrie Kosky

Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin
© Jan Windszus Photography
© Jan Windszus Photography
Barrie Kosky ist seit der Spielzeit 2012/13 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Am Ende seiner ersten Spielzeit wurde die Komische Oper Berlin in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt zum Opernhaus des Jahres gewählt, 2016 wurde er in derselben Umfrage zum Regisseur des Jahres ernannt. 2014 erhielt er den International Opera Award als Regisseur des Jahres, im darauffolgenden Jahr wurde die Komische Oper Berlin mit dem International Opera Award in der Kategorie Ensemble des Jahres ausgezeichnet.

Zu seinen jüngsten Arbeiten an der Komischen Oper Berlin zählen Die Zauberflöte (zusammen mit »1927«), deren Vorstellungen inzwischen weltweit von mehr als 250.000 Zuschauer_innen auf drei Kontinenten besucht wurden, Die Monteverdi-Trilogie, Ball im Savoy, West Side Story, Moses und Aron, Les Contes d’Hoffmann, Jewgeni Onegin sowie seine Inszenierung von Castor et Pollux (Koproduktion mit der English National Opera), die 2012 mit dem Laurence Olivier Award als beste neue Opernproduktion ausgezeichnet wurde.

Engagements als Opernregisseur führten Barrie Kosky unter anderem an die Bayerische Staatsoper München (Die schweigsame Frau und Der feurige Engel), zum Glyndebourne Festival (Saul), an die Oper Frankfurt (Dido und Aeneas/Herzog Blaubarts Burg und Carmen), die Dutch National Opera (Armide) sowie ans Opernhaus Zürich (La Fancuilla del West und Macbeth). Seine Inszenierungen wurden außerdem an der Los Angeles Opera, am Teatro Real Madrid, an der English National Opera in London, an der Wiener Staatsoper, an der Oper Graz, am Theater Basel, am Aalto Theater Essen, an der Staatsoper Hannover, am Deutschen Theater Berlin sowie am Schauspielhaus Frankfurt gezeigt.
Barrie Kosky war 1996 Künstlerischer Leiter des Adelaide Festivals in Australien und inszenierte an der Opera Australia, der Sydney Theatre Company, der Melbourne Theatre Company und bei den internationalen Festivals in Sidney und Melbourne. Von 2001 bis 2005 war er Ko-Intendant des Schauspielhauses Wien.

In der Spielzeit 2016/17 wird er unter anderem mit Die Nase am Royal Opera House Covent Garden in London debütieren. An der Komischen Oper Berlin inszeniert er Die Perlen der Cleopatra und Der Jahrmarkt von Sorotschinzi. Seine Produktion von Saul für das Glyndebourne Festival wird das Adelaide Festival 2017 eröffnen. Im Juli 2017 debütiert er außerdem mit Die Meistersinger von Nürnberg bei den Bayreuther Festspielen.

Zukünftige Pläne umfassen unter anderem erneute Engagements an der Bayerischen Staatsoper, der Oper Frankfurt, der Los Angeles Opera sowie beim Glyndebourne Festival.
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 19.10.2017
In der Kampfkammer
»Koskys Regie … ist streng minimalistisch gebaut, gedrungen und von großartiger Körperexpressivität. … «
Link zur Kritik
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 17.10.2017
Barrie Kosky inszeniert »Pelléas et Mélisande«
»Barrie Kosky ist ein echter Inszenierungscoup an der Komischen Oper gelungen. Mit einer leisen, spannungsgeladenen schwarzweißen Inszenierung von Claude Debussys Meisterwerk Pelléas et Melisande erinnert er das Berliner Opernpublikum daran, was im Musiktheater jenseits von Bauskandalen und staatstragendem Zirkus wirklich wichtig ist. … Ein Kosky benötigt kein aufgedonnertes Opernhaus mit allen Features der Bühnentechnik zum Theaterzauber. Ihm reichen die Menschen.«
Link zur Kritik
Seenandheard-international.com
Marc Berry, 5.4.2017
The Komische Oper’s Colourful Portrayal of »The Fair at Sorochintsy«
»A Gogol opera would almost seem made for Barrie Kosky, offering magic, sex, exoticism, and of course grotesquerie. He and his production team certainly do a fine job here. Katrin Lea Tag’s set designs are relatively spare, without being minimalist; they provide an excellent frame for Kosky’s always detailed, convincing Personenregie. There is no doubting the mastery of his craft here. … The Dream Vision ballet sequence is, unsurprisingly, an exception to any hint of spareness. … Kosky’s fantastical imagination here runs riot. One does not necessarily understand, although one may feel compelled to attempt interpretation nevertheless. It is spectacle in the best sense, though, mysteriously changing what we have seen and heard forever.«

BR-Klassik
Annika Täuschel, 4.4.2017
Slapstick-Parade mit fliegenden Omeletts
»Die Inszenierung [Der Jahrmarkt von Sorotschinzi] von Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin punktet mit viel Tempo, Witz und Freude an der Schrägheit des menschlichen Seins.«
Zur Kritik
Der Tagesspiegel
Frederik Hanssen, 4.4.2017
Des Teufels fette Beute
»Spielfreudiger, flexibler und offener als die tolle Truppe der Komischen Oper ist derzeit wohl kein Chorkollektiv weltweit.… [Mit einer] klugen Kontrast-Dramaturgie … [machen] Kosky und sein Chefdramaturg Ulrich Lenz aus dem russischen Opern-Torso [Der Jahrmarkt von Sorotschinzi] ein packendes Livekultur-Erlebnis … [In der] ›Grande Scènes Comique‹ … trifft Gogol auf Grand Guignol, wird aus Maskerade, Tanz, Pantomime ein Gesamtkunstwerk.«
Zur Kritik
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 17.3.2017
Das bringt das Jubiläum
»Bis 2022 möchte Barrie Kosky der Komischen Oper erhalten bleiben – nach fünf Jahren ist für den Intendanten somit Halbzeit, und Kosky kann ein von Grund auf gesundes und ideenreiches Haus mit einer Auslastung von durchschnittlich 88 Prozent präsentieren.«
Zum Artikel
Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 07.12.2016
Königin der puren Lust
»Inmitten einer präzise enthemmten, mit Gags prunkenden Glamour-Aufführung ist Dagmar Manzel der grandiose Dreh- und Angelpunkt. Das Besondere liegt im burlesk überdehnten Spektrum dieser Königin, sie kann einfach alles: Luxusweib und Mädchen, männermordende Femme fatale und dreiste Göre. Vor allem die sexuell unendlich unterforderte Frau. Daraus ergibt sich ihr Drang zur Männermanipulation. Dagmar Manzel liefert das alles mit geschmeidiger Nonchalance. Und in der TV-Tatort-Kommissarin kommt die Bühnenvirtuosin zum Vorschein, als Cleopatra mit Berliner Schnodderigkeit. ... Barrie Kosky führt und verführt sein Ensemble zu höchster Bravour. Sehens- und hörenswert sind Dominik Köningers römischer Offizier Silvius, Talya Liebermans Hofdame Charmian und Johannes Dunz' persischer Prinz Beladonis. Die Komische Oper hat eine neue Stufe lustvoller Sinnfreiheit erklommen - und kniet nieder vor Dagmar Manzel.«
Link zur Kritik
Die Welt
Manuel Brug, 06.12.2016
Showtime in Ägypten
»Sex und Slapstick, Koskys bewährtes Rezept wirkt wieder. Weil sich alle als präzise im Unterhaltungsmechanismus abschnurrende Rädchen drehen, aber auch weil dieser Abend ein grandiose Energiezentrum hat: Dagmar Manzel, vom Operettensonnengott erleuchtet im Moment, in dem sie aus ihrem Arschologen-Sarkophag heraustritt und die Mumien tanzen lässt. ... Angesichts dieses gar nicht altertümlichen Naturereignisses kommt man nicht zum Denken und aus dem Lachen nicht heraus ... Theben tanzt, Alexandria amüsiert sich. Die Komische Oper hat ihren nächsten Operettenkracher. Möge der richtig lange pyramidal weiterknallen.«
Link zur Kritik
Berliner Zeitung
Wolfgang Behrens, 05.12.2016
Die Rückkehr von Cleopatra nach Berlin
»Keine Frage, diese Perlen der Cleopatra sind die ganz große Show … Die Bühne von Rufus Didwiszus ist ein schwarz-weißer Art-Deco-Kulissentraum, vor dem die grellbunten Kostüme von Vicoria Behr … in schönster Ägyptomanie leuchten können – und noch jede einzelne, individuell gestaltete Choristen-Robe ist eine Augenweide für sich. Und wenn das von Otto Pichler frivol angeleitete Tanzensemble nackte Oberkörper in orientalisches Schlängeln versetzt, um im nächsten Moment den Schalter auf Josephine Baker’sche Federboa-Ekstasen umzulegen, dann wähnt man sich dem Revue-Geist der 1920er ganz nahe.«
Link zur Kritik
Concerti.de
Peter Krause, 02.02.2016
Demut schlägt Dekonstruktion - »Ein Regie-Geniestück: Hausherr Barrie Kosky erfindet den poetischen Realismus neu«
»Koskys Regie ist ein Geniestück ohne Zeigefinger, ohne Besserwisserei, ohne Anklage. Die Wiedergeburt des psychologischen Realismus ohne Desavouierung der Figuren ... Es ist ein ganz selten gewordener poetischer Realismus, mit dem Barrie Kosky und seine fantastische Bühnenbildnerin Rebecca Ringst hier ihren Tschaikowsky aus dem Geiste eines Tschechow oder Tolstoi zu lesen verstehen. … Diese Bildsetzung ist von geradezu filmischer Direktheit (und kommt doch glücklicherweise ganz ohne überflüssige Videosequenzen aus), sie öffnet indes, über die sensibel die Tageszeiten nachzeichnenden Lichtstimmungen immer wieder weite Sehnsuchtsräume. In ihnen kommen kleine Gesten der Figuren endlich wieder zu großer Wirkung – Gesten und Regungen der Solisten wie jenen des Chores, den Kosky in meisterlicher Individualisierung zu aktivieren versteht.«

Berliner Morgenpost
Julia Kaiser, 02.02.2016
Im Dickicht der Gefühle
»Kosky zeigt, was er auch kann: behutsam führen, das Innerste der Figuren ins Äußere der Protagonisten kehren … Sehr differenziert ist der Klang, sensibel geführt von Generalmusikdirektor Henrik Nánási, sehr glaubwürdig Hand in Hand mit der Regie.«

br-klassik
Uwe Friedrich, 01.02.2016
Feinnerviges Psychogramm junger Leute
»… wie genau Kosky in die Abgründe aller Beteiligten schaut, ist bewundernswert.«

Die Welt/Welt.de
Elmar Krekeler, 01.02.2016
400 Quadratmeter Kunstrasen für eine Oper ... Regisseur Barrie Kosky triumphiert nun damit in Berlin
»Dieser Onegin wird bleiben. Es ist eine Referenzregie.«

bachtrack.com
Mark Pullinger, 08.10.2015
A tale of three Hoffmanns: Kosky’s Komische Oper production a triumph
»A musically satisfying evening, Kosky’s Tales of Hoffmann was often exhilarating, occasionally exasperating, but above all, gloriously entertaining.«

Die Welt
Manuel Brug, 06.10.2015
Es lebe der tönende Torso
»… Barrie Kosky … präsentiert … die amourösen Hirngespinste des frühromantischen Schriftstellers E. T. A. Hoffmann … als fragmentarisches und düster-kausalitätsfreies Gestammel eines schmierigen Promillefreaks, auf den sich jeder im Publikum selbst seinen hochprozentigen Reim machen musste. Das ist vom ersten, bannenden Bild eines sabbernden Künstlerwracks zwischen einem Friedhof der Schnapsflaschen auf schwankendem Bühnenboden bis zu einem letzten … teilweise so brillant theatralisch anzusehen wie für den Ignoranten hermetisch unerklärlich.«

Süddeutsche Zeitung
Wolfgang Schreiber, 06.10.2015
Berlins kleinstes Opernhaus ist inzwischen das innovativste
»… Kosky … erfindet eine ingeniöse, überrumpelnde Collage. … Dort agiert Protagonist Hoffmann gleich dreifach, mit exzellenten Darstellern des Schwarzkomischen: als Bariton (Dominik Köninger), als Tenor (Edgaras Montvidas) und als Schauspieler (Uwe Schönbeck). … Chortableaux mit dem frisch gekürten "Opernchor des Jahres" werden zu hinreißenden Revuenummern umfunktioniert und vom Ensemble mit der an diesem Haus vertrauten Bravour hingepfeffert.«

Taz. die tageszeitung
Niklaus Hablützel, 06.10.2015
In der Kifferhöhle
»… ein wenig antisemitisch war Hoffmann, nichtsdestotrotz hat die Komische Oper mit ihm den Premierenlauf eröffnet. Blitzgescheit hat ihm Barrie Kosky eine Sprechrolle in Offenbachs »Les Contes d’Hoffmann« geschrieben, die das chaotische Fragment zu einer neuen, endlich spielbaren Oper macht.«

Deutschlandfunk Kultur heute
Uwe Friedrich, 03.10.2015
Unbedingt hingehen, das sollte man nicht verpassen!
»… ein grandioser Theaterabend, der die Obsessionen dieses Hoffmann herausstellt, wie besessen er diesen verschiedenen Frauenfiguren hinterherirrt und sich dort verirrt in seiner eigenen Phantasie …«

die-deutsche-Buehne.de
Wolfgang Behrens, 03.10.2015
Übertrieben schön
»Gespielt wird gewissermaßen E.T.A. Hoffmanns „Don Juan“ mit der großen Parenthese „Hoffmanns Erzählungen“. Diese Ausgangsidee ist durchaus gewitzt – und gewitzt ist auch die ganze Produktion. Katrin Lea Tag hat ein frei schwebendes, bewegliches und stimmungsvoll ausgeleuchtetes Quadrat, einen fliegenden Teppich der Hoffmann'schen Fantasien, schräg in den Raum gehängt, auf, vor und unter dem sich ein hochgradig geschickt und gefällig arrangiertes Treiben entfaltet. … Das ist hochunterhaltsame Hochglanz-Oper, wogegen nichts und wofür einiges spricht.«
zum Artikel
Neue Zürcher Zeitung
Christian Wildhagen, 22.04.2015
Doktor Freud und der Glaubenskrieg
»Kosky, der selbst Regie führt, befreit die als Oratorium geplante Oper von jeder Verlautbarungsstatuarik. Er macht daraus lebendiges, überbordendes, ja die Besucher förmlich anspringendes Theater, durchaus im Sinne seines breitenwirksamen Erfolgsrezepts, und legt dabei alle Beteiligten kurzerhand auf die Couch.[…] Der Chor singt seine Partie schlicht überwältigend souverän, klar in der Intonation, fokussiert, mit stellenweise ekstatischer Wucht. Obendrein folgt er Koskys virtuoser Massenchoreografie mit einer Hingabe, bei der kein Einziger aus der Reihe tanzt.«

Berliner Morgenpost
Volker Blech, 21.04.2015
Zwei ungleiche Brüder
»An Koskys Neuproduktion von »Moses und Aron« fasziniert, wie eng Musik und Szene zusammenfinden. Vladimir Jurowski bringt das Orchester zu Spitzenleistungen, die an sich spröde Zwölftonoper gewinnt an Farben, Emotionen, ja Mystischem. Die Chorsolisten des Hauses, verstärkt vom Vocalconsort Berlin, sehen sich am Ende als die Stars des Abends bejubelt. Das im Stück mehrfach in sich zersplitterte Chorvolk ist außergewöhnlich spielstark und musikalisch überzeugend. Die Vorbereitung, von 100 Proben ist die Rede, hat sich gelohnt. Robert Hayward ist ein sonorer Moses, eine Sprechrolle. John Daszak ist sein tenoral redegewandter Bruder Aron.«

taz
Niklaus Hablützel, 21.04.2015
Der Gott der Außenseiter
»Mit einem Riesenchor wird das abschreckend schwierige Zwölftonstück zum großen jüdischen Welttheater.«

Deutschlandfunk-Kultur heute
Julia Spinola, 20.04.2015
Manipulierbarkeit der Massen
»Es ist Barrie Koskys große Leistung, Schönbergs Oper nicht mit abschließenden Antworten zu versehen, sondern als einen quasi talmudischen Prozess des unentwegten Fragens und Suchens zu erzählen. Seine Inszenierung provoziert widersprüchlichste Deutungsmöglichkeiten. […] Auch musikalisch wird der Abend noch lange im Gedächtnis bleiben. Vladimir Jurowski fächerte den Gestaltenreichtum der Zwölfton-Partitur mit dem sich selbst übertreffenden Orchester der Komischen Oper präzise auf, und erweckte die vibrierenden Schönheiten dieser Musik charakteristisch zum Leben. Und die fabelhafte Leistung des von David Cavelius sorgfältigst einstudierten Chores kann gar nicht überschätzt werden.«

Die Welt
Tilman Krause, 02.02.2015
Das ist ein wahnsinniges Maskenspiel
»Umwerfend. Überwältigend. Überrumpelnd. Es gibt keine anderen Bezeichnungen, um die Neuproduktion der Komischen Oper in Berlin zu beschreiben.«
Link zur Kritik
Deutschlandfunk
Julia Spinola, 01.02.2015
Emotionale Unverstelltheit
»Dem glühenden Operettenfan Barrie Kosky ist mit »Eine Frau, die weiß, was sie will!« endlich wieder ein glaubhaftes Plädoyer für die subversive Kraft dieses Genres gelungen. […] Sein Konzept geht so brillant auf, dass es das Publikum schier vom Hocker reißt und der Abend am Ende mit stehenden Ovationen bejubelt wird.«
Zur Kritik
Der Tagesspiegel
Frederik Hanssen, 31.01.2015
Meine Mama ist ’ne Diva
»Es ist ein Triumph. Für Dagmar Manzel und Max Hopp, die an diesem umjubelten Premierenabend in 20 verschiedene Rollen schlüpfen. Für Barrie Kosky, der Oscar Straus’ »Eine Frau, die weiß, was sie will!« mit virtuoser Regisseurshand als Zwei-Personen-Stück arrangiert hat. Und auch für das neue Geschichtsbewusstsein an der Komischen Oper, das auch die Zeiten vor Walter Felsenstein und seinem realistischen Musiktheater reflektiert. Unter dem Namen »Metropol Theater« residierte seit 1897 an der Behrenstraße eines der mondänsten Vergnügungsetablissements der Reichshauptstadt.«
Zur Kritik
Siegessäule
Eckhard Weber, 31.01.2015
Virtuoser Schleudergang
»Damit ist in dieser Aufführung tatsächlich alles drin, von überdrehtem Tingel-Tangel bis zur eindringlichen Jazz-Ballade. Dieser Abend hat Sogwirkung, ist ganz großes Theater,  eine Sternstunde der Saison.«
Link zur Kritik
taz.die tageszeitung
Niklaus Hablützel, 13.10.2014
Die neue Berliner Operette
»Für Kosky ist »Die schöne Helena« von 1864, die fast ohne Handlung auskommt, weil es sowieso nur um Sex geht, die Spielvorlage für eine unglaublich präzise ausbalancierte Synthese von Musik, Gesang, Sprache, Tanz und bildender Kunst. Das Ergebnis ist nichts geringeres als eine zweite Uraufführung eines Werkes, die weit über die Intentionen seiner längst verstorbenen Autoren hinausgeht.«
zum Artikel
Berliner Morgenpost
Matthias Nöther, 12.10.2014
Musikalisches Dauerfeuer mit Offenbachs Operette
»Barrie Kosky hat »Die schöne Helena« schön glitzernd und mit veralberter Erotik inszeniert. [...] Das Feuerwerk in der Inszenierung besteht gewiss auch aus der von Kosky bekannten Travestie und veralberten Erotik, sie besteht an diesem Abend aber auch in einem Dauerfeuer musikalischer Bildungszitate.«
zum Artikel
Der Tagesspiegel
13.05.2014
Einmal Unterwelt und zurück
»Wie sich die Musiker von Christian Curnyn zu einem lebendigen, scharf rhythmisierten Spiel animieren lassen, wie sie den starken Puls dieser Partitur spürbar machen, wie die Sänger Barrie Koskys rasantes Körpertheater umsetzen, gegen Wände prallen, über den Boden rollen, aufschmalem Grat wandeln und sich mutig in Abgründe stürzen, das ist wahrlich beachtlich, packend – und Musiktheater im besten Felsenstein’schen Sinne.«
Zum Artikel
Berliner Morgenpost
11.06.2013
Betrunken vor Freude
»Der Muntermacher Ball im Savoy, den die Komische Oper mit Verve, Intelligenz und Unterhaltsamkeit aufführt … Die Komische Oper Berlin reißt das Stück und seinen Komponisten aus dem leidigen Vergessen zurück und installiert ihn … als habe es noch nirgendwo auf der Welt ein vergleichbares Spektakel gegeben. Hat es auch nicht! … der Anblick dieser rasanten, immer lustig wagemutigen Inszenierung von Barrie Kosky besorgt die Beschwingtheit von allein… die wunderbare Dagmar Manzel, auf der eifersüchtig rastlosen Suche nach ihrem fremdgehenden Mann…alle gemeinsam singen sich einen Donnererfolg.«
Deutschlandradio Kultur
27.02.2013
»Großartig stringent erzählt vom Regisseur, ein runder Opernabend, der einen wirklich emotional mitnimmt und auch durchaus etwas zum Nachdenken mitgibt. Die Komische Oper steht zu Beginn von Barrie Koskys Spielzeit wirklich 1A da!«
zur Rezension
Die Welt
dpa, 29.11.2012
"Zauberflöte" mit Stummfilm-Nostalgie in Berlin
»Nach Koskys jüngstem Erfolg mit einem Monteverdi-Marathon erweist sich die Komische Oper damit wieder als innovativste Musikbühne der Hauptstadt … mit Atem beraubender Präzision passen sich die realen Sänger und die virtuellen Welten auf der Leinwand gegenseitig an … Kosky und »1927« spielen virtuos mit den Sehgewohnheiten des Publikums.«
zum Artikel
Zeit Online
Volker Hagedorn, 22.09.2012
Geburt des Theaters
»Zu preisen ist Barrie Kosky, einer der musikalischsten Regisseure heutzutage«
zum Artikel

Der Tagesspiegel
Christine Lemke-Matwey, 15.05.2012
Jubel über die Perser
»Nicht genug zu loben sind auch die Sänger, die über sich hinauswachsen, jede und jeder einzelne, als hätten sie ihr Lebtag nichts anderes gemacht als Alte Musik.«
zum Artikel

taz
Niklaus Hablützel, 14.02.2012
Kein falsches Theater
»Kosky lässt Dagmar Manzel auf einer schwarzen, leeren Bühne völlig alleine - und liebt sie natürlich über alles. (...) Sie singt, spielt und tanzt, dass man kaum weiß, was man mehr bewundern soll: ihre klare, kühle Stimme, ihre sprechendes Mienenspiel oder ihre dem expressionistischen Tanz der Entstehungszeit entlehnten Gesten. (...) Daß Kosky ein wirklich großer Regisseur von Opern ist, hat er hinlänglich bewiesen, und nur jemand dieses Formats kann sich ein solches Theater der Nichtregie leisten. Es wird reich belohnt.«
zum Artikel

Der Tagesspiegel
Christine Lemke-Matwey, 14.02.2012
Blumen für Anna
»Keine Ostküsten-Skyline, keine verschwiemelte Kaschemme, nur der dunkle lüsterne Magen eines Haifischs. Wo Mädchen aus der Provinz eben leicht landen, wenn sie in der großen weiten Welt Geld verdienen wollen. Aus diesem Schlund ragt nun, so simpel wie spektakulär, Dagmar Manzel hervor. Und dann fängt Frank Schulte an Klavier zu spielen und Manzel an zu singen. Mit ihrer resonanzreichen, kräftig-zarten Schauspielerinnenstimme, ihrer glasklaren Deklamation. (...) Dagmar Manzel in ihrem taubenblauen, ramponierten Funkenmariechen-Outfit kann beides: Singen, flüstern, stammeln und aus voller Kehle schreiend weinen, dass es einem spätestens im »Neid«, der siebten Todsünde, kalt den Rücken herunterläuft; und tanzen, hüpfen, rennen, schwindelerregende Pirouetten drehen kann sie auch, auf kräftigen nackten Füßen und mit einer irren, regelrecht virilen Kondition. (...) Weills Partitur mit ätzend grellen Farben auszuschmücken, ist das eine; sie wirklich zum Singen zu bringen und die fast spätromantische Melancholie, den Sehnsuchtston darin zu wecken, ist das andere. Poska gelingt das hochakkurat und immer wieder unglaublich klangschön, mit einem herrlich disziplinierten Rubato-Spiel und manch lustigem Schalk in den Ohren.«
zum Artikel

news.de
dpa, 13.02.2012
Dagmar Manzel bei Brecht-Abend bejubelt
»Sie singt, sie tanzt, sie schreit sich die Seele aus dem Leib: Dagmar Manzel ist für ihren Auftritt in Kurt Weills und Bertolt Brechts »Die sieben Todsünden« in Berlin bejubelt worden. Bei der Premiere in der Komischen Oper am Sonntagabend erntete die Schauspielerin minutenlangen Applaus. Nach ihrem Erfolg an dem Haus mit der Operette »Im Weißen Rößl« erwies sich Manzel in einer Doppelrolle erneut als hinreißende Darstellerin. Anderthalb Stunden spielte sie alleine auf der Bühne die Geschichte der jungen Anna und ihrer Schwester auf der Suche nach dem Glück in Amerikas Städten. (...) Unter der Regie des designierten Intendanten der Komischen Oper, Barrie Kosky, durchläuft Manzel die sieben Sünden-Stationen. Das Orchester (Leitung: Kristiina Poska) spielt im Hintergrund auf der Bühne, Annas Familie begleitet sie von der Seite – die Bühne gehört allein Dagmar Manzel.«
zum Artikel

Frankfurter Allgemeine Zeitung
Jan Brachmann, 13.02.2012
Wie man die Sehnsucht vernichtet
»Das hat es in Berlin seit Jahren nicht gegeben: Da fällt nach langen, langem Applaus am Ende der Vorhang, und das Publikum steht auf - aber nicht um zu gehen, sondern, um weiter zu klatschen. Im Stehen. Jubelnd. (...) Der Regisseur Barrie Kosky, der aber weiß, wem der Triumph vor allem geschuldet ist, schiebt die Frau des Abends noch einmal an die Rampe: Dagmar Manzel, Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin, alles in einer Person, alles mit höchster Kunst und Kraft. Und nachdem sie siebzig Minuten lang alles gegeben hat, gibt nun auch das Publikum alles: für „La Manzel“. (...) Die Sehnsucht nach Liebe, Freiheit, Wohlstand. Inszeniert ist das wie ein Auftritt von Juliette Gréco: Klavier auf der Bühne, Vorhang, nur die Sängerin im Lichtkreis eines Scheinwerfers. Die Metaphorik dieser Beleuchtung als „Verfolger“ oder Schlaglicht entfaltet sich über den ganzen Abend hinweg, wodurch sich der Lichtkegel personifiziert und zum eigentlichen Spielpartner der Sängerin wird. Dann geht der Vorhang auf, und das Orchester spielt auf der Bühne: Blues, Walzer, Foxtrott, von Kristiina Poska deutlich, aber ohne Grobheit, eher mit zarter Eleganz dirigiert.«
zum Artikel