Claudio Monteverdi / Elena Kats-Chernin

Orpheus

Favola in musica in einem Prolog und fünf Akten [1607/2012]
Deutsch
2 h ohne Pause
19:30 Uhr
20:00 Uhr
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19:00 Uhr
Barrie Koskys kraftvolle und farbenfrohe Inszenierung des Orpheus beginnt als ausgelassenes Fest der Musik und der Liebe in einem paradiesischen Arkadien und erzählt Orpheus’ Reise durch die Unterwelt als Reise zu sich selbst. Farbenfroh ist auch die ungewöhnliche Neuinstrumentierung der usbekisch-australischen Komponistin Elena Kats-Chernin, die die zeitlose Modernität des vierhundert Jahre alten Werkes voll und ganz zur Geltung bringt.
Am Anfang der Geschichte der Musik steht ein Mythos: die Sage vom thrakischen Sänger Orpheus, der mit seinem Gesang nicht nur die belebte, sondern auch die unbelebte Natur zu rühren imstande ist. Mit der Kraft seiner Musik wagt er denn auch den für Sterbliche gefahrvollen Weg in die Unterwelt, um seine geliebte Eurydike zurückzugewinnen. Liebe und Musik sind untrennbar miteinander verbunden im diesem Ur-Mythos einer Künstlergestalt: Ist es die bedingungslose Liebe zu seiner Eurydike, die die Herrscher der Unterwelt rührt, oder die betörende Kraft seines Klagegesangs? Ist es übermäßige Liebe, die zu Orpheus’ Scheitern auf dem Rückweg aus der Unterwelt führt, oder ist es die unerträgliche Stille einer musiklosen Welt, die ihn den fatalen Blick zurück machen lässt?
Am Anfang der Oper Orpheus erscheint „Die Musik“ höchstpersönlich, um die tragische Liebesgeschichte des Titelhelden zu präsentieren. Oder ist es nicht doch vielleicht die Musik gewordene Liebe selbst? Zwei Akte lang werden in Tänzen und Liedern, Chören und Sologesängen Natur und Liebe zugleich gefeiert – bis die Nachricht von Eurydikes Tod die arkadische Ausgelassenheit urplötzlich zum Schweigen bringt. Doch die Musik verstummt nur für einen kurzen Augenblick. Denn wie sie vorher Ausdruck des Glücks und der Ausgelassenheit war, so stimmt sie nun Töne der Klage und der Trauer an, wird zur Hoffnung auf Orpheus’ Weg in die Unterwelt und behält auch ganz am Ende, nach dem erneuten tragischen Verlust der geliebten Eurydike, das letzte Wort oder vielmehr: den letzten, tröstenden Ton.
Libretto von Alessandro Striggio d. J.
Textfassung von Susanne Felicitas Wolf

Auftragswerk der Komischen Oper Berlin

Im Repertoire seit 16. September 2012
Vorstellung: Sa. 01.07.2017

Stab

Musikalische Leitung
Matthew Toogood
Inszenierung
Bühnenbild
Katrin Lea Tag
Kostüme
Katharina Tasch
Dramaturgie
Choreografie
Licht
Alexander Koppelmann

Besetzung

Eurydike
Amor
Sylvia/Proserpina
Pluto / Charon
Figuren Orpheus und Eurydike
Tänzer
Meri Ahmaniemi, Sonia Bartuccelli, Alessandra Bizzarri, Paul Gerritsen, Lorenzo Soragni, Claudia Greco, Luisa Mancarella, Michael-John Harper, Lukas Bönninghausen, Marcell Prét
Zeit Online
Volker Hagedorn, 22.09.2012
Geburt des Theaters
»Zu preisen ist Barrie Kosky, einer der musikalischsten Regisseure heutzutage«
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Berliner Morgenpost
Jaqueline Krause-Blouin, 25.10.2012
Ein richtiges Hippiefest
»Eine sehr verspielte, sexy, aber trotzdem hochkonzentrierte Inszenierung für alle Altersklassen«
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Die Zeit
Volker Hagedorn, 25.10.2012
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»… es ist das pure Glück«
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