Benedict Andrews

Gastregisseur
Der in Reykjavik lebende Benedict Andrews gehört mittlerweile zu einem der gefragtesten australischen Theaterregisseure seiner Generation. Sein gemeinsam mit Tom Wright adaptierter Shakespeare-Zyklus The War of the Roses mit Cate Blanchett und der Sydney Theatre Company war 2009 ein Höhepunkt auf den Festivals in Sydney und Perth. 2009 gewann die Produktion sechs Helpmann Awards, darunter die Auszeichnungen für das beste Stück und die besteTheaterregie, sowie fünf Sydney Theatre Awards für die beste Regie und die beste Mainstage-Produktion. 2011 wurde er für seine Inszenierung von Botho Strauss’ Groß und Klein mit einem weiteren Helpmann Award für die beste Regie ausgezeichnet. Cate Blanchett gewann dabei für ihre Rolle als Lotte einen Helmpann Award als beste Darstellerin. 2012 wurde Groß und Klein an den Bühnen des Théâtre de la Ville (Paris), des Barbican (London) und der Ruhrfestspiele (Recklingshausen) begeistert aufgenommen. 2013 führte Benedict Andrews Regie bei Jean Genets Die Zofen mit der Sidney Theatre Company und Cate Blanchett und Isabelle Huppert in den Hauptrollen. 2012 inszenierte er Le nozze di Figaro an der Opera Australia, anschließend folgten sein eigenes Stück Every Breath für das Belvior St Theatre, Detlev Glanerts Oper Caligula für die English National Opera, eine eigene Bearbeitung von Drei Schwestern für das Young Vic und Macbeth für das National Theatre of Iceland. Für Drei Schwestern gewann er 2012 den London Critics Circle Award für die beste Regie, Macbeth wurde im selben Jahr als beste Theaterproduktion bei den Icelandic Gríman Awards ausgezeichnet und Caligula als beste neue Opernproduktion für einen Olivier-Award nominiert. Weitere Regiearbeiten Benedict Andrews für die Sydney Theatre Company sind The City,The Season at Sarsaparilla, Julius Caesar, Far Away, Endspiel, Life is a Dream, Old Masters, Drei Schwestern, La Dispute, Mr Kolpert, Attempts on Her Life und Fireface. Für das Belvior inszenierte er Die Möwe, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Die Stühle, Ein Sommernachtstraum, die Dreigroschenoper und Maß für Maß, das bei den Sydney Theatre Awards 2010 für die beste Regie, das beste Bühnendesign und als beste Mainstage-Produktion ausgezeichnet wurde.

Zu Benedict Andrews anderen internationalen Produktionen gehören Gerettet, Endstation Sehnsucht, Der Hund, die Nacht und das Messer, Gesäubert, Betrunken genug zu sagen Ich liebe Dich?, Stoning Mary, Der Hässliche und Blackbird an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, Jonathan Mills’ und Dorothy Porters Oper The Eternity Man am Almeida Theatre London, Monteverdis Rückkehr des Ulysses am Young Vic in London, eine Koproduktion mit der English National Opera, sowie die Produktion König Lear am National Theatre of Iceland in Reykjavik, die sechs Gríman Awards gewann, darunter für die beste Regie und das beste Stück des Jahres.

Andere seiner Regiearbeiten sind Moving Target (Malthouse/Adelaide Festival/Sydney Opera House), Eldorado (Malthouse), Ur/faust (Weimar 99/Adelaide Festival), Closer (State Theatre South Australia), A Dream Play und Mojo (Brink Productions), Wounds to the Face and Storm from Paradise (Blueprint).

Von 2000 bis 2003 war Benedict Hausregisseur der Sydney Theatre Company, 1997 war er künstlerischer Leiter der State Theatre Company of South Australia am Magpie 2 Theatre, wo er Features of Blown Youth, Mercedes und In der Einsamkeit der Baumwollfelder inszenierte. 2008 gewann er den Green Room Award für die beste Regie für The Season at Sarsaparilla, 2005 den Sydney Myer Performing Arts Award, 2000 den Helpmann Award für La Dispute, und war 1998 Stipendiat der Gloria Payten and Gloria Dawn Foundation. Zu Benedict Andrews Bühnenadaptionen gehören u.a. Die Zofen mit Andrew Upton, The War of the Roses mit Tom Wright, Life is a Dream und Drei Schwestern mit Beatrix Christian (2001) und eigene Bearbeitungen vonTschechows Die Möwe und Drei Schwestern (2012). Sein Stück Every Breath wurde ins Deutsche, Portugiesische und Spanische übersetzt.

2013 führt Benedict Regie bei Verdis Macbeth an der Royal Danish Opera und bei Prokofjews Der feurige Engel an der Komischen Oper Berlin.
Berliner Zeitung
21.01.2014
Horror im Hotelzimmer
»Benedict Andrews hat mit seiner Inszenierung … einen Weg gefunden, dem hoch gespannten Pathos der Oper nüchterne und ironische Bilder entgegenzusetzen und ihre betäubende, irritierende Wirkung gerade dadurch zu steigern.«
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